Ein Apfelquartett!

Äpfel und die Aufschrift Das Hessische Äppelquartett, Ausschnitt aus einem Deckblatt eines Quartettspiels

Ausschnitt aus dem Quartett-Cover; ©allesgude.de

Bei dem Hessischen Äppelquartett mit 32 hessischen Apfelsorten konnte ich nicht widerstehen, das war schneller bestellt, als ich „Apfel des Tages“ sagen kann. Aan Schnäbbsche!

Und jetzt freue ich mich schon darauf, mit dem Gravensteiner von 1669 locker den Carpentin von vor 1700 stechen zu können.

Das hübsche Apfelplakat fiel gleich mit in den Warenkorb.

Mammoth Pippin – Ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel (23.10.2018)

Historische Abbildung zweier grün-gelblicher Äpfel; USDA

Mammoth Pippin; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Mammoth Pippin, ist der Monstrous Pippin ist der Pomme Joséphine ist der Gloria Mundi. Und der findet sich neben der heutigen Kalenderabbildung aus der Pomological Watercolor Collection der USDA auch im 2. Band der Apples of New York. Daher ergänze ich nur kurz zu den früheren Einträgen, daß die Sorte bereits um 1800 in Teilen des östlichen New Yorks, New Jerseys und Pennsylvanias bekannt war. Die Äpfel sind von guter oder fast guter Qualität und haben Saison von Oktober bis Januar, allerdings soll der Ertrag für den kommerziellen Anbau nicht ausreichend gewesen sein.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Arkansas Beauty – Schönheit ist nicht alles (22.10.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Arkansas Beauty; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Arkansas Beauty, ist eine Variante des Arkansas. Allerdings hat er sich laut den Apples of New York nicht als wertvoll erwiesen, die Äpfel erreichen nicht immer eine gute Farbe oder Qualität. Immerhin hatte die wichtige Baumschule Stark Bro’s die Sorte um 1900 in ihren Katalogen. Gefunden wurde der Kalenderapfel von Deborah Passmore 1897 in Waitsburg im Walla Walla County, Washington.

Die Äpfel sind mittelgroß bis groß, die Form ist rundlich und dabei konisch geneigt. Die zähe, glatte Schale ist recht glänzend, blaßgrün oder gelb. Die Grundfarbe ist rot über- und mit eher karminroten Streifen durchzogen.

Das leicht gelbliche Fruchtfleisch ist fest, eher fein, mäßig knackig und zart. Der reichliche Saft hat eine leichte Säure und einen guten Geschmack. Genußreif ist der Apfel von November bis Januar, er kann auch noch länger halten.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Borsdorfer – ein Sonntagskalenderblatt (21.10.2018)

Historische Abbildung eines Zweigs mit drei Äpfeln, sowie einem aufgeschnittenen Apfel; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

(Edel-) Borsdorfer; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist ein richtiger Sonntagsapfel, denn das „am siebten Tag sollst Du ruhen“ wird mit dem Borsorfer sehr einfach. Es handelt sich, wie auch auf der Abbildung zu sehen, um den Edel-Borsdorfer. Und den hatten wir schon im Mai.

Schön, daß wir noch mal eine sehr schöne Illustration des Apfels haben. Sie stammt aus dem Band „Deutschlands Obstsorten“, die einen sehr eigenen Stil haben.

AdT: Kleiner Api (20.10.2018)

Historische Abbildung eines kleinen roten Apfels, darunter stehend fünf verschiedene Namen;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Der Kleine Api; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Kleine Api, ist eine sehr alte Sorte, die in Frankreich bereits im 17. Jahrhundert als Pomme d’Api beschrieben wurde. Rudolf Stoll (1847-1913), aus dessem Buch „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ die Abbildung stammt, zählt noch lokale Bezeichnungen wie das Wiener Pontaferl, das pfälzische Bombdinchen und das Tiroler Krieppele auf.
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AdT: Dominion – aber so was von unbekannt (19.10.2018)

Historische Abbildung eines gelben Apfels mit rötlichen Punkten und Flecken und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Dominion Winter; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Dominion Winter, wurde 1900 in Lake Mills im Jefferson County, Wisconsin, von Deborah Passmore gefunden. Er sieht mit den roten Punkten und Flecken auf der gelben Schale „interessant“ aus. Es ist die einzige Abbildung in der Pomological Watercolor Collection des USDA. Weder bei Tom Burford noch in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ noch in den Apples of New York findet sich etwas zu der Sorte, die mit „Dominion“ allerdings auch einen für Suchmaschinen suboptimalen Namen hat.

Daher gibt es heute leider nicht mehr zum Apfel – aber vielleicht ist ja in der Nähe ein Wochenmarkt, wo andere unbekannte Sorten entdeckt werden können.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Candil Sinap – auch mit „K“ (18.10.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Candil Sinap; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages fällt schon durch seine interessante Walzenform auf. Zuerst habe ich über den Candil Sinap nichts gefunden, doch mit dem Hinweis auf die Schreibweise „Kandil Sinap“ kam ich weiter. Über die Herkunft besteht keine endgültige Sicherheit, sehr verbreitet ist die Ansicht, daß die Sorte um 1800 auf der Krim entstand und der Name türkischen Ursprungs sein könnte. Der Apfel findet sich u.a. in der Ukraine, Moldavien, dem früheren Jugoslawien, Bulgarien, Tschechien, Polen und Rumänien, ein Synonym ist Russischer Taubenapfel.

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AdT: Black Oxford (17.10.2018)

Historische Abbildung eines dunkelvioletten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Black Oxford; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Black Oxford, soll um 1790 auf einer Farm in Paris im Oxford County, Maine, gefunden worden sein. Der erste Baum hat noch bis 1907 Früchte getragen! Tom Burford nennt die Sorte in seinem Buch „Apples of North America: 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ das Neu-England-Gegenstück zum südlichen Arkansas Black. Der Kalenderapfel wurde 1913 von Mary Arnold in North Bridgton im Cumberland County, Maine, gefunden. Leider steht in den Apples of New York nichts zu der Sorte, die auch heute noch angebaut wird.
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AdT: Münchhausens gestreifter Glockenapfel – ohne Lügengeschichten (16.10.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Münchhausens gestreifter Glockenapfel; ©BUND Lemgo

Einen Herbst-Glockenapfel hatten wir ja bereits, der heutige Apfel des Tages ist aber eine andere Sorte: Münchhausens gestreifter Glockenapfel aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 2. Band seiner „Deutschen Kernobstsorten“ (PDF, erschienen 1836). Der Apfel hat nichts mit dem berühmten Baron von Münchhausen zu tun, sondern mit dem Botaniker Otto von Münchhausen (1716-1774). Er hatte einen der ersten Landschaftsparks nach englischem Vorbild in Kontinentaleuropa angelegt und von 1764 bis 1773 mit dem sechsbändigen Werk „Der Hausvater“ ein gartenbaulich-landwirtschaftliches Lehrbuch herausgegeben.
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AdT: Großer Borsdorfer Zipollenapfel – alter Apfel in neuer Schale? (15.10.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Großer Borsdorfer Zipollenapfel; ©BUND Lemgo

Und auch heute wird es wieder ein kurzes Kapitel mit ein paar Verweisen. Der Große Borsdorfer Zipollenapfel ist eine Spielart des Borsdorfers, wie Johann Prokop Mayer (1737-1804) im 3. Band der Pomona Franconica selbst schreibt – aus dem Buch stammt auch die Abbildung. Der Beiname Zipolle verweist auf die Zwiebel, allerdings weicht Mayers Apfel von der üblichen Form, wie sie auch auf den Abbildungen beim BUND Lemgo zu sehen ist, deutlich ab.
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