AdT: Claygate Parmäne (30.11.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Claygate Parmäne; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist die Claygate-Parmäne, die Abbildung stammt aus der „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ von Rudolf Stoll (1847-1913).

Gustav v. Flotow (1789-1864) stellte ihn im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) sehr schön vor:

Der Baum wurde nach Hogg von Herrn Braddik in einem Zaun nahe an seinem Wohnsitz Claygate, einem Weiler im Kirchspiel Thames Ditton in Surry gefunden und durch ihn weiter verbreitet.

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AdT: Northern Spy – finally (29.11.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Northern Spy; ©USDA

Wir hatten schon den Red Spy und den Red Spy Victor – heute ist endlich der Northern Spy als Apfel des Tages dran. Das Kalender-Exemplar hat Amanda Newton 1913 in Cedaredge im Delta County, Colorado, gezeichnet. 2003 wurde die Sorte als eine von vieren von der US Post als Briefmarke herausgegeben, die anderen waren der Golden Delicious, der Baldwin und der Granny Smith.
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AdT: Bürgerherrnapfel – vielleicht auch ein Geflammter Kardinal? (28.11.2018)

Historische Abbildung zweier gelb-rötlicher und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Bürgerherrnapfel; ©BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfels des Tages, dem Bürgerhernapfel, stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Interessanterweise wird er mehrfach als Synonym für den Geflammten Kardinal genannt, allerdings geht dann niemand darauf näher ein. In der Obstsortendatenbank ist vermerkt:

„wird zum Teil in der Literatur mit Geflammten Kardinal gleichgesetzt – es ist unklar, ob es sich um eine eigenständige Sorte handelt“.

Und da der Geflammte Kardinal hier noch nicht besprochen wurde, halte ich mich einfach an Langethals Beschreibung.
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AdT: Pomme noble rouge – edel, edel (27.11.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Pomme noble rouge; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Pomme noble rouge, wurde hier schon als Edelrother beschrieben, so heißt er auf der Abbildung aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ ja unter anderem auch. Daher verweise ich auf den früheren Eintrag und füge nur Stolls Schlußbemerkung hinzu:

Reift December bis März, hält sich gut aufbewahrt bis weit in den Frühling hinein. In Südtirol vielfach angebaut, gehört er dort zu den beliebtesten und geschätztesten Markt- und Handelsäpfeln. An Schönheit und edler Form den anderen Tiroler Äpfeln nicht nachstehend, wird er sowohl von den Rosmarin-Äpfeln als von dem Köstlichsten an Güte des Fleisches weit übertroffen.
Der Baum wächst sehr kräftig und ist fruchtbar.

Die heutige Abbildung ist allerdings gefälliger als die im Januar verwendete. Damals hatte ich nur in der Wikipedia einen rechtefreien Edelroten gefunden. Was daran lag, daß ich noch nicht bei der tollen Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo nachgefragt hatte, ob ich die dort vorhandenen Abbildungen im Blog verwenden darf. Ich darf schon lange, was sehr erfreulich ist. Dort gibt es auch die beiden edelroten Kalenderäpfel zu sehen.

AdT: Smokehouse – gern geklaut (26.11.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Smokehouse; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Smokehouse, hat mich etwas überrascht. Wegen des Namens hatte ich erwartet, nichts pomologisches, aber ganz viele Einträge zu Rauch-Cafés zu finden. Falsch gedacht. Tatsächlich leitet sich der Apfelname vom Ursprungsbaum ab, der neben einem Smokehouse, also einer Räucherkammer, stand. Er wird in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ und in Adams Blog beschrieben, und von allen als einer der besten Tafeläpfel überhaupt gelobt.

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AdT: York Imperial – jetzt majestätisch (25.11.2018)

Historische Abbildung eines grünen Apfels mit Rost am Kelch, dahinter drei Blätter; USDA

York Imperial; ©USDA

Den heutigen Apfel des Tages, den York Imperial, hatten wir schon im März, da allerdings noch ohne imperiale Würdigung. Das heutige Kalenderblatt unterscheidet sich aber schön von den damaligen Abbildungen, denn es zeigt einen (noch?) sehr grünen Apfel am Baum. Der Künstler ist wie beim ersten Kalenderblatt James Shull, der den Apfel 1909 in Woodwardville im Anne Arundel County, Maryland, zeichnete. Und es würde mich nicht wundern, wenn die braunen Flecken an den Blättern eine Erkrankung sind – auf das Abbilden von Krankheiten hatte sich Shull nämlich spezialisiert.

Der Künstler

James Marion Shull (1872–1948) war Botaniker und gehörte wie Royal Charles Steadman, Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA. In der pomologischen Aquarellsammlung sind über 750 Aquarelle gesammelt. Darunter auch viele mit Erkrankungen, worauf er sich spezialisiert hatte. Daneben machte er sich als Züchter von Schwertlilien einen Namen.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Red Streak – wir spielen Apfel-Memory® (24.11.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Red Streak; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Red Streak, ist auch als Dominie bekannt. Genau: der Dominie, den wir hier schon hatten. Interessanterweise wird der Red Streak in den Apples of New York auch noch mal unter seinem eigenen Namenaufgeführt. Dort wird er als sehr guter Cider-Apfel beschrieben, der von englischen Siedlern in die USA gebracht wurde und sich mit einigen Varianten recht weit verbreitet hätte.

Allerdings wird die Schale anders beschrieben, daher würde ich beim heutigen Apfel als Dominie bleiben. Gezeichnet hat ihn Deborah Passmore 1905 in Beaver Creek im Washington County, Maryland.

Mit seinen kräftigen Rippen und der rotgestreiften Schale finde ich ihn sehr schön aussehend.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Beaver Creek kannte ich bisher nur als Skiort, an dem Ski-Weltcup-Rennen ausgetragen werden – in diesem Jahr am kommenden Wochenende vom 29. November bis zum 2. Dezember. Allerdings ist der Ortsname in den USA nicht gerade selten, ebenso wenig wie Washington County. Da haben wir es mit unserem Oldenburg in Oldenburg doch noch recht übersichtlich …

Und bei der Suche stieß ich auf den Ort Calhoun, der mich dann an den Apfel-Experten Creighton Lee Calhoun denken ließ, dessen „Old Southern Apples“ ich öfter zu Rate ziehe. Also schaute ich in der englischen Wikipedia bei Calhoun nach und las, daß sich dieser Name vom Schottischen Colquhoun ableitet.

Und schon fiel mir die Folge „Blood Wedding“ von Inspector Barnaby ein („Midsomer Murders“ – ja, ich mag die Serie), in der DS Jones einen Snob mit der falschen Aussprache des Namens erst irritiert (Teil 1, 17:55) und später damit aufzieht (Teil 2, 9:21).

Und interessant, daß in den „Kolonien“ damit pragmatisch umgegangen und der Name eben (u.a.) zu Calhoun wurde.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

Adt: Wahrer Goldstoffapfel – wer nennt die Namen … (22.11.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen  Apfels; Bund Lemgo

Wahrer Goldstoffapfel; ©BUND Lemgo

Für den heutigen Apfel des Tages, den Wahren Goldstoffapfel, gibt es noch andere Namen:

Ananas-Apfel, Bay-Apple, Berlichinger, Berlinger, Champagner Weinapfel, Deutscher Gulderling, Drap d’Or, Donauer’s Reinetten Rambour, Early Summer Pippin, Gelber Klosterapfel, Goldreinette, Goldzeugapfel, Milchapfel, Oberdieck’s grosse gelbe Zucker-Reinette.

Bei „Oberdieck’s grosser gelber Zucker-Reinette“ erinnerte ich mich: Ja, die hatten wir schon!

Unter dem Namen Goldzeugapfel gibt es beim BUND Lemgo noch schöne Abbildungen. Und die heutige, die aus Johann Prokop Mayers (1737-1804) Pomona Franconica stammt, ist sehr viel schöner als die beim vorherigen Eintrag verwendete aus Christian Eduard Langethals (1806-1878) aus dem Deutschem Obstcabinet.

Alles weitere zum Apfel ist also bitte beim früheren Eintrag nachzulesen, und der ausführliche Eintrag von Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) und Eduard Lucas (1816-1882) im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) ist wie immer zu empfehlen.

AdT: Black Ben – kann sein, kann auch nicht sein (22.11.2018)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Black Ben; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Black Ben, könnte es sich um einen Verwandten des Black Ben Davis oder des Gano (der auch Black Ben Davis genannt wird) handeln. Der Apfel wurde 1905 von Amanda Newton in Louisiana im Pike County, Missouri, gezeichnet. Allerdings ist bei beiden das Rot der Schale nicht so stark ausgeprägt, auch in den Beschreibungen wird immer ein Gelb als Grundfarbe genannt. „Black“ bezieht sich beim Ben Davis nicht auf die Farbe, sondern auf einen Mr. Black, der die Sorte gezüchtet hatte.

Zum anderen ist der Kalenderapfel deutlich länglicher. Daher will ich mich lieber nicht festlegen – wer mag, kann den Links folgen und in den Apples of New York zu den beiden Kandidaten nachlesen. Beim heutigen Apfel zeigt sich mir nochmals, daß ich kein wirklicher Fan von roten Äpfel bin. Ich vermute, ich hatte in der Kindheit zu oft mehlige rote Exemplare erwsicht.
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AdT: Kempés Pauliner – ein verrutschter Strich (21.11.2018)

Kalenderblatt mit einer historischen Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels

Kempe’s Pauliner,
aus dem Kalender „An Apple a Day 2018“, mit frdl. Genehmigung des Verlags Hermann Schmidt

Der heutige Apfel des Tages heißt Kempe’s Pauliner, da ist dem Verlag der Apostroph zum Akzent geworden. Die Abbildung stammt aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 1. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, erschienen 1833) – leider findet sie sich nicht beim BUND Lemgo.

Der mittelgroße Apfel ist meist plattrund, doch zeigt er öfter auch eine Kugelform. Er ist für seine Größe auffallend schwer, was für die Sorte charakterisch ist. Der Bauch sitzt in der Mitte und wölbt sich flach abgerundet um den Stiel. Zum Kelch hin nimmt er etwas stärker ab, wodurch beide Wölbungen verschieden sind. Einige feine Falten sind am Kelch zu sehen, auch über den Apfel laufen flache, aber bemerkbare Erhabenheiten.
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