AdT: Kleiner Sibirischer Eisapfel – Apfel oder nicht? (16.12.2018)

Historische Abbildung mehrerer gelb-rötlicher Äpfel an einem Zweig mit Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; Bund Lemgo

Kleiner Sibirischer Eisapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Kleine Sibirische Eisapfel, ist auch wieder ein bißchen rätselhaft. Die sehr schöne Abbildung findet sich in Johann Prokop Mayers (1737-1804) Pomona Franconica, seine Beschreibung steht im Zusammenhang mit dem Eisapfel, die er auch Moskowiticher oder Astranischer Glasapfel nennt.

Einen Eisapfel hatten wir bereits, auch den Astrachanischen und den Pomme de Glace Transparente. Der Name spielt auf die fast durchsichtige Haut und das wie gefroren wirkende Fruchtfleisch an. Mayer, aus dessen Pomona Franconica die sehr schöne Abbildung stammt, beschreibt den Kleinen Sibirischen Eisapfel nur nebenbei im Artikel über den “Moskowiticher – Astrakanischen Glasapfel“.
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AdT: Englischer Karolin – mit etwas Systemkritik (15.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Englischer Karolin; ©BUND Lemgo

Zum heutigen Apfel des Tages könnte es auch wieder einen kurzen Beitrag geben. Denn Johann Prokop Mayer (1737-1804), aus dessem Pomona Franconica die Abbildung stammt, hat den Englischen Karolin nur sehr knapp beschrieben.

Demnach sei er in Böhmen verbreitet, wo er als guter Dessertapfel gelte, auch in den Niederlanden und England würde er geschätzt. Leider nennt Mayer keinen englischen Namen, bei der National Fruit Collection habe ich immerhin einen Caroline gefunden, der auch Caroline Lady Suffield heißt.
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AdT: Scheibling – bissel flach (14.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Scheibling; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Scheibling(!), ist wieder so ein Unbekannter. Informationen habe ich bei den zuständigen Quellen nicht gefunden, weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, noch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“, nicht in den Apples of New York, und auch nichts in Adams Apfel-Blog.

In der Pomological Watercolor Collection des USDA ist die Kalenderabbildung die einzige Illustration. Bertha Heiges hatte sie 1899 in Carthage im Rush County, Indiana, angefertigt. Das deutet auch nicht unbedingt auf eine größere Verbreitung hin.
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AdT: Deutscher Blasapfel – und ein Hinweis auf Albert Kapr und die Fraktur (13.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Deutscher Glasapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist nicht der Deutsche Blas-, sondern der Deutsche Glasapfel. Kann passieren, denn das Fraktur-B ähnelt halt bei einem flüchtigen Blick dem Fraktur-G.

Glasapfel-Sorten hatten wir hier schon mit dem Berliner Glasapfel, dem Bietigheimer, dem Golden Noble, dem Virginischen Rosenapfel und dem Pomme De Glace Transparente.

Der von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet beschriebene Deutsche Glasapfel taucht als solcher in anderen Büchern nicht auf. Allerdings scheint mir doch eine starke Ähnlichkeit mit der Champagner-Reinette zu bestehen, die auch das Synonym „Glasapfel“ führt.

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AdT: Matlack (12.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Matlack; ©USDA

Ach, ach und ach. Zum heutigen Apfel des Tages, dem Matlack, habe ich leider nur die Informationen gefunden, die zur Kalenderabbildung in der Pomological Watercolor Collection gegeben wurden. Der Apfel wurde von Deborah Passmore 1905 im Burlington County, New Jersey gefunden. Dort ist der Name Familienname Matlack nicht ungewöhnlich – vielleicht stammt der Apfelname daher?

Elsie Lower hat die Sorte 1906 ebenfalls festgehalten, sogar zwei Mal. Auch diese Abbildungen stammen aus Burlington. Möglicherweise war die Sorte damals eine neue Züchtung – die sich dann aber wohl nicht durchgesetzt hat. Was an der „schiefen“ Form liegen könnte. Und die besonders beim Kalenderapfel deutlich sichtbaren Flecken waren für eine Vermarktung vielleicht auch unattraktiv.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Rex Pippin – nicht kurz (11.12.2018)

Historische Abbildung eines grünlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Rex Pippin; ©USDA

Leider habe ich über den Apfel des Tages, den Rex Pippin gar nichts herausgefunden. Weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, noch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“, nichts in Adams Apfelblog, und selbst in den Apples of New York keine Spur.

Rein spekulativ könnte der Apfel etwas mit dem Ort zu tun haben, wo Deborah Passmore ihn 1903 fand: in Schaefferstown im Lebanon County, Pennsylvania. Schaefferstown wurde schon vor 1725 von jüdischen Deutschen besiedelt, die dann später, als nichtjüdische Deutsch nachkamen, weiterzogen (wie und warum habe ich nicht herausgefunden). In dem Ort gibt es bis heute das Rex-House, auch Gemberling-Rex-House, das im 18. Jahrhundert ein Gasthaus war. Vielleicht stand dort auch ein besonderer Apfelbaum?

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Und wenigstens sei hier noch etwas Bildung gehubert und auf Pippin, den Jüngeren, König der Franken hingewiesen.

Für Unterhaltung wollte Heinz Rühmann mit der 1934 gedrehten Filmkomödie „Pipin, der Kurze“ sorgen. Ob es funktioniert hat, kann hier nachgesehen werden.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Pfarrerapfel – aus Siebenbürgen (09.12.2018)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Pfarrerapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Pfarrerapfel, ist als Sikulaer, Secklerapfel, Szekely Alma oder Szekler Apfel bekannt. Er stammt aus dem ungarischen Siebenbürgen, hat sich auch nach Österreich verbreitet und ist sogar in der National Fruit Collection zu finden.

Die Abbildung stammt aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“, der auch den ursprünglichen Namen angibt.
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AdT: Adersleber Calvill – ein klösterlicher Apfel (09.12.2018)

Historische Abbildung von gelblich-rötlichen Äpfeln am Ast mit Blättern, und ein aufgeschnittener Apfel; Obstsortendatenbakn BUND Lemgo

Adersleber Kalvill; ©BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfels des Tages, dem Adersleber Kalvill, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie stammt aus „Deutschlands Obstsorten“, die von 1905 bis 1934 jährlich in drei Heften erschienen. Ich glaube, ich habe in meiner Knidheit viel in älteren Sammelalben gestöbert, in denen eine ähnliche Farbpalette und Illustrationsweise verwendet wurde. Beim BUND Lemgo sind zahlreiche Abbildungen gesammelt.

Die Gemeinde Adersleben, von der die Sorte den Namen hat, liegt im Landkreis Harz, dort gab es ein Zisterzienserinnenkloster mit Klostergut. Um 1830 hatte dessen Pächter, ein Amtsrat Meyer, drei Sämlinge gezogen, indem er einen Kalvill-Hochstamm mit einem Gravensteiner befruchtete – nach dem Sortenblatt bei der Arche Noah (PDF) war es ein Weißer Winterkalvill, der hier auch schon Thema war.
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AdT: Rother Herrenapfel – alias Stettiner (08.12.2018)

Historische Abbildung eines abgeplatteten roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Rother Herrenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages gab mir kurz ein Rätsel auf. Die Abbildung stammt aus dem Buch Pomona Franconica von Johann Prokop Mayer (1737-1804). Als Roten Herrenapfel konnte ich den Kalenderapfel in der Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo nicht finden, also habe ich die Abbildungen so durchgesehen. Und den Apfel als Roten Stettiner entdeckt. Und den hatten wir schon im Juli. Wobei die heutige Abbildung doch wieder ein deutlicher Gewinn ist. Mayer zählt in seinem sehr kurzen Beitrag als Synonyme den Stettiner, Paradies, Adamsapfel, Hardy, Rostocker und Annaberger auf. Alles weitere über den früher sehr beliebten Apfel ist im Beitrag zum Roten Stettiner nachzulesen.

AdT: Reinette de la Rochelle (07.12.2018)

Historische Abbildung  zweier grüner Äpfel, die dünne rötliche Streifen zeigen; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Reinette de la Rochelle ; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, der Reinette de la Rochelle, ist es etwas verwirrend, daß sie beim BUND Lemgo als Rivière-Apfel abgelegt ist. Der Rivière scheint mir nach der Beschreibung im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) von Gustav v. Flotow (1789-1864) schon farblich anders zu sein als unser Kalender-Apfel, nämlich Ledergelb mit einem Überzug von Karminrot. Also halte ich mich an die Beschreibung, die von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet gegeben wurde.

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