AdT: Champion Pippin – vielleicht. Vielleicht auch nicht … (05.06.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Champion Pippin; ©USDA

Bei dem heutigen Apfel des Tages, dem Champion Pippin, den Deborah Passmore 1903 im Ross County, Ohio, gefunden hat, bin ich mir nicht ganz sicher. Einiges deutet darauf hin, daß es sich um den Collins handeln könnte, der u.a. in den Apples of New York beschrieben wird und für den Champion ein Synonym ist. Allerdings ohne „Pippin“, der in der Pomological Watercolor Collection gesondert aufgeführt wird.

Historische Abbildung eines rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Collins, 1907 von Amanda Newton im Cleveland County, Oklahoma, gefunden; ©USDA

Bei aller Ähnlichkeit ist aber z.B. die unterschiedliche Stiellänge etwas, das mich doch zögern läßt. Also bitte bei der folgenden Beschreibung immer mitlesen, daß der Collins vielleicht doch eine andere Sorte ist.

Der mittelgroße bis große Collins entstand um 1865 im Washington County, Arkansas, und ist nach dem Gärtner George Collins benannt, der die Sorte 1886 erstmals bekannt machte. Die hier auch schon erwähnten Stark Bro’s haben die Sorte dann unter dem Namen Champion verkauft.

Um 1900 war der Apfel in Arkansas und den angrenzenden Staaten im kommerziellen Anbau weit verbreitet. Er sollte den hier auch schon besprochenen Ben Davis ersetzen.

Der Champion hat eine gute jährliche Ertragskraft, der Apfel sieht gut aus und ist zudem ausgezeichnet haltbar. Doch ist seine Eßqualität nicht besser als die des Ben Davis, der ja auch schon kein ausgesprochen leckerer Apfel war. Dazu sind die Früchte des Champion auch kleiner.

Die dicke, zähe Schale ist wachsig und in der Grundfarbe gelb. Die Frucht ist besonders auf der Sonnenseite von einem leichten Dunkelrot mit undeutlichen dunkleren Streifen überzogen; auf der Schattenseite dominiert ein Grün oder Gelb; es gibt zahlreiche kleine, unauffällige Punkte, die rostbraun oder grau sind.

Das fast weiße, sehr feste Fruchtfleisch ist eher grob, mäßig saftig und feinsäuerlich. Der Apfel reift spät und hält von Januar bis Juni.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Da ich den Ausflug doch ganz interessant fand, verweise ich auf den kleinen Ausflug in Arkansas’ recht interessante (Land-) Wirtschaftsgeschichte.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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