AdT: Deutscher Blasapfel – und ein Hinweis auf Albert Kapr und die Fraktur (13.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Deutscher Glasapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist nicht der Deutsche Blas-, sondern der Deutsche Glasapfel. Kann passieren, denn das Fraktur-B ähnelt halt bei einem flüchtigen Blick dem Fraktur-G.

Glasapfel-Sorten hatten wir hier schon mit dem Berliner Glasapfel, dem Bietigheimer, dem Golden Noble, dem Virginischen Rosenapfel und dem Pomme De Glace Transparente.

Der von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet beschriebene Deutsche Glasapfel taucht als solcher in anderen Büchern nicht auf. Allerdings scheint mir doch eine starke Ähnlichkeit mit der Champagner-Reinette zu bestehen, die auch das Synonym „Glasapfel“ führt.

Der Deutsche Glasapfel gehört zu den kugelförmigen Plattäpfeln, allerdings schreibt Langethal, daß er oft hoch und länglich aussehend, aber seltener platt sei. Hmm. Zumal seine Abbildung auch eher der platten Seite zuneigt. Deutlich zu sehen sind die fünf ausgeprägten Rippen.

Die dünne, glatte Schale ist hellgrün oder meergrün, erst beim Reifen im Frühjahr wandelt sich das zu einem Gelb, das aber immer noch grünliche Spuren behält. Es kann sich auf der Sonnenseite auch eine leichte dunkle, bräunlich-erdartige Röte zeigen. Adrian Diel (1756-1839) hat eine hell-blasse grüne Umfassung bei den seltenen, aber deutlichen grauen Punkten ausgemacht. Das geht natürlich ausführlicher, wie der Gatteninspektor Sinning aus Ballenstedt es vormachte:

„Die Puncte bestehen aus feineren und gröberen Roststernchen, eben so gefärbt wie der Rost, welcher die Stielhöhle fast immer bekleidet. Sie haben zur Unterlage das bekannte weißschillernde Hautfleckchen der Peppins und dasselbe bildet um die Sternchen einen schönen Hof; auf der Sonnenseite geht die Farbe dieses Hautfleckchens oft in’s Röthliche über und dann entsteht, wie Diel ganz richtig bemerkt, eine violettrothe Einfassung oder ein Hof.“

Der große Apfel eignet sich sehr gut als Wirtschaftsapfel. Wegen seiner langen Haltbarkeit den ganzen Sommer hindurch empfiehlt Langethal ihn für die Küche, da er auch kaum welkt.

Dazu kommt das feste und feine Fruchtfleisch, das etwas ins Gelbliche spielt, sehr saftig ist und einen zarten, etwas gewürzhaften säuerlichen Geschmack hat. Mit ihm läßt sich ein „wahrhaft erquickendes Compot“ zubereiten.

Der Baum soll auch in rauhen, gebirgigen Gegenden sehr gut gedeihen.

Und sonst:

Im Verlag Hermann Schmidt gibt es einen wunderbaren Band von Albert Kapr: „Fraktur. Form und Geschichte der gebrochenen Schriften“. Der viel Hintergrund und schöne Exemplare dieser Schriftengattung bietet. Das schult auch das Auge, und ist ein prima Weihnachtsgeschenk, das in keinem Haushalt fehlen sollte 😉

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