AdT: Die Neuyorker Reinette und der „Big Apple“ (28.01.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines grünen Apfels; USDA
Der Newtown Pippin; USDA

Die Neuyorker Reinette, die eigtl. Newtown Pippin heißt, stammt aus Newtown, dem heutigen Elmhurst in Queens, New York. Dort entstand der Apfel des Tages als Zufallassämling und galt zeitweise als einer der besten Äpfel überhaupt. Thomas Jefferson soll aus Frankreich berichtet haben, daß es dort keine Äpfel gäbe, die mit dem Newtown Pippin vergleichbar seien.

Der Apfel fand über New York hinaus weite Verbreitung. Im Oktober gepflückt, kann er von November bis April gegessen werden. Ursprünglich als Dessertapfel verwendet, kommt er heute oft bei der Cider-Herstellung zum Einsatz. Sein Fleisch ist gelblich und knackig, er soll einen komplexen, herben Geschmack haben, der von manchen als „kiefernartig“ beschrieben wird.

Die Künstlerin:

Ellen Isham Schutt (1873–1955) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort von 1904 bis 1914.

Und sonst:

Beim heutigen Apfel ist es vielleicht der richtige Zeitpunkt für die Frage: Warum nennt man New York ‚The Big Apple‘?

Barry Popik hat das erforscht und kam auf den Sportreporter John Joseph Fitz Gerald (1893-1963). Dieser hatte in den 1920er Jahren über die New Yorker Pferderennen berichtet und dabei den Begriff „Around the Big Apple“ verwendet. Der „große Apfel“ war die hohen Preisgelder, die bei den Rennen auf den New Yorker Rennbahnen Belmont Park und Aqueduct gewonnen werden konnten. Der Begriff wurde übernommen, hielt auch in die Jazzszene Einzug, geriet dann aber etwas in Vergessenheit.

Das New Yorker Tourismusbüro griff 1971 in einer Kampagne den „Big Apple“ als offiziellen Beinamen auf – seitdem hat er sich etabliert. 1991 wurde die südwestliche Ecke von West 54th Street und Broadway, wo Fitz Gerald lange gewohnt hatte, in „Big Apple Corner“ umbenannt.

Und dann bin ich bei diesem Apfel-Ausflug noch beim Blues-Duo Sonny Terry and Brownie McGhee gelandet. Doch das ist eine andere Geschichte.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

5 Antworten auf „AdT: Die Neuyorker Reinette und der „Big Apple“ (28.01.2018)“

  1. Sehr gute Idee, den Kalender so zu nutzen! Mache dies auch, allerdings nur sporadisch, nicht jeden Tag. Da ich gerade eine Streuobstwiese mit rheinlandtypischen Apfelsorten bepflanzt habe und mich darum kümmere, ist alles rund um den Apfel sehr interessant für mich.
    Viele Grüße, HF

    1. Vielen Dank! Eine Streuobstwiese mit rheinlandtypischen Apfelsorten – das klingt toll! Ich merke jeden Tag mehr, wie wenig Ahnung ich vom Obstanbau habe, mein Respekt wird da immer größer. Ist ja irgendwie merkwürdig, daß ich dieses Computerzeux ziemlich gut kapiere, aber essentielle Dinge nicht. „Äpfel?- kaufe ich im Laden …“

      Ich freue mich auf die nächste Auszeit, in der ich mich da etwas schlauer machen kann. Und vorher stelle ich mal meinen Blog so ein, daß ich eine Mail bekomme, wenn Kommentare auftauchen – entschuldigen Sie bitte, daß es mit der Veröffentlichung so lang gedauer hat.

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