AdT: Early Ripe – ein früh Reifer (18.04.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-grünlichen Apfels; USDA
Der Early Ripe, illustriert von Royal Charles Steadman; © USDA

Den heutigen Apfel des Tages hatte ich schon 2018 im Blog. Er ist ein früh Reifer: der Early Ripe. Royal Charles Steadman hat ihn im August 1919 für das Pomological Watercolor Collection des USDA festgehalten, das Exemplar stammte von einer Versuchsfarm aus dem Van Buren County, Michigan. Wobei ich Steadmans Idee, eines der Blätter etwas über das eigentlich Bild „hinauswachsen“ zu lassen, sehr schön finde.

Es ist eine alte Sorte früher Äpfel, die am besten dafür bekannt ist, was sie nicht ist: anfällig für Schorf oder überhaupt empfindlich. 2018 hatte ich nur bei der kleinen Salt Spring Apple Company ein paar Informationen zum Apfel gefunden. Lustigerweise mögen sie dort den „langweiligen“ Namen nicht – besonders, weil der einfach nur eine Beschreibung ist. Dort wird er noch angebaut, weil er auch gut schmeckt.

Die Sorte ist wahrscheinlich um 1800 in Adams County, Pennsylvania, als Sämling entstanden. Mitte August reif, hält er sich dann nur wenige Wochen und ist in der Hauptsache als Tafelapfel verwendbar.

Die Schale des mittelgroßen bis großen Apfels ist blassgelb oder grünlich-gelb.

Das saftige Fruchtfleisch ist eher grob, knackig und von angenehmer Säure.

Sonst hatte ich leider nur noch im „Rolff“ gelesen, daß diese Sorte 1941 im „Deutschen Obstbau“ erwähnt und nur für wärmere Regionen zum Anbau empfohlen wurde.

Und als Update 2022:

Ich weiß nicht, warum ich damals nicht schon die Bände der Apples of New York konsultiert hatte. Dort findet sich jedenfalls auch ein etwas ausführlicherer Eintrag zum Early Ripe.

Unter anderem ist dort zu lesen, daß die Äpfel mindestens mittelgroß sind; in der Größe ziemlich einheitlich, aber nicht in der Form: Die ist rundlich abgeflacht, etwas geneigt bis kegelförmig, unregelmäßig und breit gerippt.

Die hellgelblich-grüne Schale zeigt zahlreiche kleine Punkte, die hellgrau oder rotbraun sind.

Das weiße, ziemlich feste Fruchtfleisch ist leicht grob, knackig, dabei aber zart und saftig. Es hat eine lebhafte Säure, die beim ausgereiften Apfel eher mild wird.

Insgesamt wird die Sorte als mäßig bis gut eingestuft.

Auch in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ gibt es ein kurzes Kapitel zu der Sorte; Calhoun weicht nicht sonderlich ab, allerdings nennt er als Reifezeitpunkt schon den späten Juni.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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