AdT: Edelkönig sei der Apfel, geschmackvoll und gut (17.06.2018)

Historische Abbildung zweier roter und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Der Edelkönig; ©BUND Lemgo

Ob der heutige Apfel des Tages, der Edelkönig, zurecht als Synonym für den Roten Herbstkalvill genannt wird, wie es u.a. in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo zu lesen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Möglicherweise hat Christian Eduard Langethal (1806-1878), aus dessem Deutschen Obstcabinet die Abbildung stammt, zwei unterschiedlich gewachsene Früchte der selben Sorte, wie es ja auch hier zuletzt bei einigen Sorten auftrat. Beim Sommer-Veilchenapfel sogar am selben Baum.

Langethal zählt den Edelkönig, der zu den Echten Kalvillen gehört, zu den Sorten I. Rangs.

Die Schale zeigt meistens ein dunkles Purpurrot, welches an der Schattenseite karminrot wird; die eigentliche gelblich-grüne Grundfarbe wird völlig überdeckt. Es sind kleine weiße Flecken zu sehen, Rost kommt ebenfalls vor. Durch Lagerung wird die Schale nach einigen Tagen fettig.

Das Fruchtfleisch ist zwischen Schale und Gehäuse rosenrot, nahe dem Kelch sehr dunkel. Dies verstärkt sich noch bei älteren Bäumen. Langethal nennt den Edelkönig saftreicher als den Roten Herbstkalvill, der Geschmack sei ebenfalls erhabener, daher ist er I. Ranges.

Der Baum wächst lebhaft und trägt früh.

Johann Lexa von Aehrenthal (1777-1845) scheint den Edelkönig eher als Variante des Roten Herbstkalvill anzusehen. Im 2. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 115f, erschienen 1837) schreibt er:

Ein prachtvoller grosser, sehr dunkelrother Herbstkalville von der Grösse des rothen Herbstcalvilles, nur etwas platter, schöner und regelmässiger in seiner Form. Er hat kein längliches, sondern ein plattes zugespitztes Ansehen, da er von der Mitte gegen den Kelch hin ziemlich stark abnimmt.

Er ergänzt, daß die Schale am Baum mit einer Art von Duft besetzt ist, der „fast wie Honigthau fühlbar wird“. Nach einigen Tagen Lagerung duftet die Schale wie auch das Fleisch fein himbeerartig.

Den Geschmack nennt er „sehr erquickend, erdbeerartig, und von einer sehr angenehmen, erhaben zuckerartigen Weinsäure.“

Der Apfel ist ab Mitte September pflückreif, nach kurzer Lagerung bereits eßbar und hält bis gegen Weihnachten. Auch Lexa nennt ihn vom allerersten Rang.

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