AdT: Englischer Scharlachrother Sommerpepping – bitte schnell zehn Mal hintereinander sagen (11.07.2018)

Historische Abbildung eines grünlich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Englischer Scharlachrother Sommerpepping; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Englische Scharlachrothe Sommerpepping – oder kurz: Englischer Scharlach-Peping – erinnert mich mal wieder an Adrian Diel (1756-1839), einen großen deutschen Pomologen. Der mit seinem 1799–1832 erschienenen, 26-bändigen „Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten“ den Grundstein für die Pomologie in Deutschland gelegt hat. Und dessen Beschreibungen immer wieder umfangreich zitiert, wenn nicht gar übernommen wurden. So auch heute.

Johann Lexa von Aehrenthal (1777-1845) beruft sich im 1. Band seiner „Deutschen Kernobstsorten“ (PDF, S. 142f, erschienen 1833) ausführlich auf Diels Beschreibung des Apfels.

Diel hatte den Apfel als Scarlet Pippin aus England bekommen. „Pippin“ werden dort die Sorten genannt, die aus einem Kern (und nicht von einem Reiser) gezogen werden. Allerdings war der Scharlach-Peping Mitte des 19. Jahrhunderts weder in Deutschland noch in England weit verbreitet.

Der Apfel hat unübersehbar eine sehr niedrige und breite Form und ist eher ein kleiner Apfel, was auf das starke Tragen der Bäume zurückzuführen sei. Gustav v. Flotow (1789-1864) nennt im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) bei Betrachtung der Form die Möglichkeit, daß der Scharlach-Peping mit dem Sternapfel verwandt sein könnte.

Aehrenthal nennt die

Grundfarbe der zarten, etwas zähe fettig anzufühlenden Schale bei der vollen Zeitigung ein helles Gelb, wovon aber bei freihängenden Früchten gar nichts zu sehen ist; denn diese überzieht rund herum ein schönes, dunkles, etwas blutartiges Carmoisinroth, das auf der Schattenseite nur etwas heller wird. In diesem Roth bemerkt man auch keine Spur von Streifen, nur bei etwas beschatteten Früchten schillert die Grundfarbe durch ein blasses Roth hindurch. Die Punkte sind sehr weitläufig vertheilt, nur im Dunkeln auf der Sonnenseite deutlich, fein und gelblich von Farbe.

Das feine, saftige Fruchtfleisch ist um den Kelch herum weiß, um den Stiel rosenrot. Es hat einen feinen, leicht violenartigen Geruch, und welkt nicht. Das Fleisch ist um den Kelch herum weiß, um den Stiel rosenroth. Es ist sehr locker und leicht markig. Es hat einen sehr angenehmen, zuckerartigen Rosengeschmack.

Nach Aehrenthal reift die Sorte “im halben September“, und hält sich 3 Wochen. v. Flotow schreibt dagegen von einer Reife schon Mitte August, gibt die Haltbarkeit aber auch mit drei Wochen an. Er ergänzt dazu noch, daß die Sorte als Tafel- und als Wirtschaftsapfel gut zu verwenden ist, zum Dämpfen sogar vorzüglich. Im Gegensatz zu Aehrenthal und Diel, die sie von erstem Rang nennen, sieht v. Flotow sie nur als eine von zweitem Rang.

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