AdT: Französische Reinette – mit Musik (11.03.2018)

Historische Abbildung von Äpfeln am Zweig mit Blättern und im Aufschnitt; BUND Lemgo
Graue französische Renette; ©BUND Lemgo

Wenn ich nach dem Kalenderbild gehe, das aus der zwischen 1905 bis 1930 erschienenen Loseblattsammlung „Deutschlands Obstsorten“ stammt, ist der heutige Apfel des Tages nicht die Französische, sondern die Graue französische Renette.

Es handelt sich dabei um eine sehr alte französische Sorte, die im 16. Jahrhundert im Zisterzienserkloster Morimond angebaut wurde; möglicherweise schon im 12. Jahrhundert, womit sie eine der ältesten französische Sorten wäre. Im Rheinland ist sie als Grauer Rabau bekannt, in Württemberg als Lederapfel.

Friedrich Lucas, der Sohn des bekannten Pomologen Eduard Lucas, hat sie in „Die wertvollsten Tafel- und Handelsäpfel“ beschrieben (jpg). Sie sind plattrund und etwas unregelmäßig gebaut. Die Schale ist fein-rauh, zunächst olivgrün, später ein wenig gelblicher. Die Sonnenseite geht dagegen ins „Düsterrot“, und der Apfel ist von dickem rauhem Rost bedeckt.

Das recht saftige Fruchtfleisch ist grünlichweiß, wird nach dem Anschnitt aber schnell bräunlich und in der Überreife mehlig. Es ist markig, locker, „von sehr delikatem, reich gewürztem, edlem Renettengeschmack.“ Gepflückt wird der Apfel im Oktober, die Reifezeit geht von Ende Dezember bis April. Was ich ja auch immer wieder erstaunlich finde, daß manche Sorten doch recht lang lagern müssen, bevor sie lecker sind.

Die Äpfel sind als Tafel- und Wirtschaftsapfel, auch für die Herstellung von Apfelwein oder -brand verwendbar.

Und sonst:

… ist mal wieder Sonntag, daher passend zum Zisterzienserkloster heute etwas zur Erbauung.

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