AdT: Gay’s Reinette (31.08.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels, dazu Blüte und Blätter;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Gay’s Reinette nach Wilhelm Lauche; ©BUND Lemgo

Die Kalenderabbildung stammt aus Rudolf Stolls „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Aber da wir gerade gestern schon die Scharlachparmäne aus Stolls Werk hatten, habe ich mich für Gay’s Reinette aus der „Deutschen Pomologie – Äpfel und Birnen“ (1882-1883) von Wilhelm Lauche (1827-1883) entschieden. Die Abbildung gefällt mir auch deutlich besser. Diese wird auch bei Stoll erwähnt.

Es ist ein breit kegelförmiger, hochaussehender Apfel, der eine stark abgestutzte Kelchfläche hat. Die feine, glatte, manchmal auch etwas geschmeidige Schale ist hellgelb, auf der Sonnenseite goldgelb oder mattrot. Dies scheint allerdings schon die Farbe zur Reifezeit zu sein, denn Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) beschreibt sie im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) zunächst als „hellgrün, oft schon grünlich gelb oder mehr strohweiß“. Sie glänzt, hat feine, hellbraune Punkte, die auf der Sonnenseite stärker ins Auge fallen. Rostfiguren sind nicht selten.

Das feine, gelblichweiße Fruchtfleisch ist sehr saftig und hat einen stark gewürzten, weinigen Zuckergeschmack, der eine leicht alantartige Note hat. Oberdieck nennt das Fleisch zudem mürbe, in seiner norddeutschen Umgebung hat sich der Alantgeschmack dagegen nicht bemerkbar gemacht.

Genußreif ist der Apfel ab November, er hält bis Januar und länger. Die schöne Sorte, die als Tafel- und Küchenapfel verwendbar ist, kam auf Wiener Obstausstellungen häufig vor, wie Stoll anmerkt. Was schlüssig ist, da Adrian Diel (1756-1839) die Sorte aus Hernals bezog, einem heutigen Stadtteil von Wien. Diel hatte sie Gays Herbstreinette genannt. Stoll deutet die Herkunft als elsässisch, da es dort einen Baumschulbesitzer namens Gay gab.

Und sonst:

Ein anderer Mensch namens Gay hat mich eine sehr lange Zeit musikalisch begleitet: Francis Gay, der in seinen Sendungen mit toller Musik aus aller Welt oft meinen akustischen Horizont erweiterte. Musik-Radio höre ich allerdings schon seit längerer Zeit kaum noch.

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