AdT: Gestreifter Schlotterapfel – einmal Prinz zu sein … (08.08.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Der rotgestreifte Schlotterapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Rotgestreifte Schlotterapfel, ist bekannter als Prinzenapfel. Darunter ist er auch in der Obstsortendatenbank der BUND Lemgo zu finden, wo es auch noch sehr viele schöne Abbildungen zu sehen gibt.

Und er hat neben dem in Baden-Württemberg gebräuchlichen Rotgestreifter Schlotterapfel auch sonst schöne Synonyme zu bieten, die in der Wikipedia verzeichnet sind:

Ananasapfel (Württemberg), Berliner, Brienzer (Schweiz), Bunter Langhans, Flaschenapfel (Norwegen, Ostpreußen), Glockenapfel (Bayern, Rheinland), Gugeliapfel (Schweiz), Haferapfel, Haierapfel (Westfalen), Hasenkopp (Norddeutschland), Hasenschnäutzchen, Ibersheimer Prinzenapfel, Immerträger, Jerusalemapfel (Detmold), Katzenkopf, Klapperapfel, Melonenapfel (Bayern, Rheinland, Hannover), Nonnenapfel, Trompeter-Apfel, Walzenapfel (Baden)

Eduard Lucas (1816-1882) beschreibt den seit ca. 1780 belkannten Apfel „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) ausführlich. Der Apfel ist in Norddeutschland sehr häufig zu finden, was auch daran liegen kann, daß er feuchten Boden benötigt und deshalb in Küstengebieten gut gedeiht.

Die glatte und glänzende Schale ist gelblich-grün, was sich beim Reifen in ein blasses Zitronengelb wandelt. Auf der Sonnenseite sind die Äpfel lebhaft karminrot gestreift, verwaschen oder marmoriert. Bei beschatteten Bäumen sind die Streifen matter. Punkte sind kaum zu sehen.

Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist locker und fein, saftig. Es hat einen weinartigen Zuckergeschmack, der zum richtigen Reifepunkt mit einer an Ananas erinnernden Säure gewürzt ist.

Im September und Oktober reif, hält er sich bis Weihnachten, und bei guter Lagerung kann er sogar bis Februar halten. Der edle Tafelapfel, der auch als Küchenapfel für alle Zwecke bestens geeignet ist, war eine „vorzüglich gesuchte Marktfrucht“, die Lucas auch wegen seiner guten Baumeigenschaften zur häufigen Anpflanzung empfiehlt.

Edmund Ritscher hat bei Worms.de seine Kindheitserinnerungen zum Ibersheimer Prinzenapfel aufgeschreiben, was nochmals sehr schön in Erinnerung ruft, was alles mit dem industriellen Obstbau verloren gegangen ist.

P.S. Das „Schlotter“ wie auch das „Klapper“ im Namen bezieht sich darauf, daß die Kerne locker im Apfel sitzen und beim Schütteln der Frucht zu hören sind.

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