AdT: Großer Farosapfel – Der herrschende Apfel ist immer auch der Apfel der Herrschenden. Oder so … (07.06.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Der Große Farosapfel; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Großen Farosapfel, hätte ja alles so schön sein können. Die Abbildung stammt aus Johann Prokop Mayers (1737-1804) III. Band der Pomona Franconica, und dort beschreibt er den Apfel auch. Doch leider beginnt er erst einmal lang und auch sehr breit über Farosäpfel überhaupt. Neben der allgemein anerkannten Ansicht, daß es drei Sorten gäbe, nämlich den Kleinen, den Roten und den Großen, fächert er die möglichen Herkünfte und Bedeutungen des Namens und synonym verwandter Äpfel auf.

Adrian Diel (1756-1839), der überhaupt nicht gut auf Mayer zu sprechen ist, watscht ihn ab, wenn er auf Mayers pomologische Ausflüge eingeht:

„Zu verwundern ist, daß Mayer bei seinem sonstigen Wirrwar keinen Kaiserapfel unter den Synonymen der Herrn- und Farosäpfel angeführt hat.“

Da verweise ich das verehrte Publikum, bei Interesse selbst die Ausführungen der beiden Brüder im Apfel in den oben genannten Beiträgen nachzulesen.

Dazu kommt eine gewisse Unschärfe zur damaligen Zeit, was die Unterscheidung des Großen vom Roten Faro angeht – da werfen alle allen Ungenauigkeiten vor.

Also halte ich mich an Mayer, der „seinen“ Apfel wie folgt beschrieb:

Dieser grosse kraftvolle Baum ist von einem so schönen Wuchs, dergleichen nur immer ein Apfelbaum haben kann. (…) Es umgiebt ihn eine glatte Haut, welche glänzend, und von einer sehr anmuthigen Farbe ist. Sein Fleisch unterscheidet sich von den Kalvillen nur durch seine geringere Feinheit und Röthe, so wie auch der übrigens gut und reichliche Saft dem hohen ausgesuchten Geschmack derselben nie erreicht. Er reift im Oktober, und hält sich bin in den Hornung.

Und auffallend sind natürlich die kräftig ausgeprägten Rippen, die ein Merkmal der Kalvillen.

Empfehlen möchte ich aber auf jeden Fall noch Mayers Ausführungen zum materialistischen Hintergrund der „Herrenäpfel“ , die sich mit einem Schmunzeln lesen lassen.

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