AdT: Grosser Weisser Schweizerapfel – und eine kleine Überraschung (05.09.2018)

Historische Abbildung eines gelben und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo, Obstsortendatenbank

Der Große Weiße Schweizerapfel; ©BUND Lemgo

Die Abbildung zum heutigen Apfel des Tages, dem Großen Weißen Schweizer-Apfel, ist in der Farbgebung sehr typisch für Johann Prokop Mayers (1737-1804) Pomona Franconica. Er ist auch der einzige der hier immer wieder auftauchenden Pomologen, der die Sorte beschrieben hat. Überraschenderweise fehlt sie selbst in Jakob Gustav Pfau-Schellenbergs (1815-1881) Band „100 alte Apfel- und Birnensorten“.

Mayer nennt noch weitere Namen: Großer Roßmarin-, Pfund-, Teller-, Wein- und Schlotter-Apfel – ob das wirklich Synonyme sind, erschließt sich mir nicht so ganz. Zudem nennt er den Apfel im französischen Teil „Pomme blanche Suisse“, ohne auf die Größe abzuheben (das Buch ist zweispaltig gesetzt, in der linken Spalte ist der französische Text, rechts der deutsche).

Der Apfel, der deutliche Rippen zeigt, wird sehr groß: der Durchmesser ist oft über vier Zoll, also mehr als 10 cm, und kann 350 bis 400 Gramm wiegen.

Beim Pflücken ist die Schale noch grün, beim Lagern wandelt es sich zu einem schönen Gelb. Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist fest. Die Genußreife wird um Neujahr erreicht, die Sorte hält sich bis in den Februar/März. Der Apfel hat nicht sehr viel Saft, der Geschmack soll zudem säuerlich und etwas unangenehm bitter sein, was sich mildert, wenn der Baum im Spalier wächst. Wie Mayer zum abschließenden Urteil kommt, der Apfel könne sich wegen seiner Schönheit und Größe als Tafelapfel sehen lassen, kann ich nicht nachvollziehen, wenn doch der Geschmack für mich gerade gegen eine solche Verwendung spricht.

Der mittelgroß wachsende Baum ist beim Boden wohl nicht anspruchsvoll, trägt früh und bringt jedes Jahr einen guten Ertrag.

Und sonst:

In diesem Jahr findet in der Schweiz am 21. September der Tag des Apfels statt. An über 30 Standorten in der ganzen Schweiz werden dann kostenlos tausende Äpfel von Obstbauern und Helfern an die Bevölkerung verteilt, um auf die Qualität und Vielfalt der einheimischen und regionalen Apfelsorten aufmerksam zu machen. Immerhin sind Äpfel in der Schweiz mit durchschnittlich 16 Kilogramm pro Kopf und Jahr das mit Abstand beliebteste Obst.*
(Meldung des Schweizer Obstverbands vom 30.8.18)

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* In Deutschland waren es 2014 gerade mal neun Kilo.

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