AdT: Grüne Reinette – mal wieder kein Unbekannter (29.03.2018)

Historische Abbildung eines grünen Apfels; BUND Lemgo
Die Grüne Renette; aus Johann Prokop Mayers „Pomona Franconica“, ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, die Grüne Renette, ist endlich wieder eine (alte) Sorte, zu der sich schnell etwas finden läßt. Johann Caspar Schiller (1723-1796) hat sie 1795 seinem Lehrbuch „Die Baumzucht im Großen“* beschrieben:

Ein mittelgroßer, etwas plattrunder Apfel, dessen Schale zur Reife grünlich und mit braunen Tupfen und Flecken versehen ist. Das Fruchtfleisch ist recht mild mit lieblich-feinem Geschmack, weshalb der Apfel für Schiller von erstem Rang ist. Zumal der Baum gut trägt.

Etwas detaillierter hat sich Johann Lexa von Aehrenthal im 2. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 62f) mitgeteilt. Er beginnt auch gleich mit dem Lob, daß die Grüne Renette eine vortreffliche Winterfrucht sei, „vom allerersten Rang“, geeignet sowohl für die Tafel wie für die Küche.

Die Schale beschreibt er als fein, nicht fettig, glatt. Das schöne Hellgrün wird mit der Zeit gelblich, ganz freihängende Früchte haben zuweilen einen rötlichen Schimmer, der sich auf der Sonnenseite zu einer kräftigen Röte entwickeln kann. Es gibt viele starke graue Punkte und Flecken, am Stiel kann zudem Rost auftreten. Die Schale hat keinen Geruch, welkt aber auch nicht. Da diese Kombination häufig auftritt, frage ich mich, ob es da einen Zusammenhang gibt.

Das sehr saftige Fruchtfleisch ist weißgelb, fein und nicht sehr fest. Für Lexa hat es einen „erhabenen, gewürzhaften, süss weinsäuerlichen Geschmack“. Wenn sie sehr gut ist, könne sie mit dem Goldpepping verglichen werden, den wiederum Eduard Lucas (1816-1882) sehr lobt.

Der Apfel ist von Dezember bis in den Sommer hinein haltbar.

Die Karmeliterrenette, die ebenfalls Grüne Renette genannt wird, ist eine alte französische Sorte, die sich schon durch die kegelförmige Form von unserem Apfel des Tages unterscheidet.

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* Auf dessen immer noch günstigen, wunderbar gestalteten Neudruck der Deutschen Schillergesellschaft Marbach von 1993 ich hier nochmals gern hinweise.

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