AdT: Jersey Black – is Black … (06.07.2018)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Jersey Black; 1912 in Saint Thomas im Franklin County, Pennsylvania, von Mary Daisy Arnold gefunden; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Jersey Black, fiel mir ein, warum ich solche roten Äpfeln meist liegen lassen. Ich erinnere mich, daß es in meiner Kindheit eine Sorte gab, die meist mehlig war und nicht wirklich gut schmeckte, und diese optisch-geschmackliche Verbindung hat wohl gehalten. Vielleicht versuche ich es dieses Jahr mal wieder.

Der Jersey Black ist eine alte nordamerikanische Sorte, die vermutlich um 1817 entstanden ist, dann aber etwas in Ungnade fiel. In der englischen Wiki wird die Sorte als Dessert- und Mostapfel genannt. In Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ gab es noch mehr Informationen, in den 1905 erschienenen Apples of New York taucht der Apfel dagegen nicht auf.

Calhoun nennt als eigentlichen Namen „Black Apple“, außerdem noch Small Black, Black American und Dodge’s Black. Der Pomologe (und Politiker) William Coxe Jr. (1762-1831) hatte in seinem 1817 erschienen Buch „A View of Cultivation of Fruit Trees, and the Management of Orchards and Cider“ einen Black Apple aus New Jersey beschrieben, der später als Jersey Black bekannt wurde.

Black Apple sei aber auch häufiger als Name für Äpfel mit sehr dunkelroter Schale verwendet worden.

Die Äpfel sind mittelgroß und rundlich abgeflacht. Die Schale ist (unverkennbar) dunkelrot mit einem violetten Schimmer. Außerdem ist sie mit kleinen hellen Punkten bedeckt. Das Fruchtfleisch ist weiß (von manchen wird es auch als gelb beschrieben), und manchmal ist es wie in der Abbildung auch rosa gefärbt.

Die Genußreife ist Ende September bis Oktober.

Wir hatten neulich schon einen anderen „schwarzen“ Apfel, den Hoover.

Die Künstlerin

Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) gehörte wie Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den wichtigen Illustrator*innen beim US Department of Agriculture. Über ihr Leben weiß man nicht viel, da Unterlagen über sie vor 1921 vernichtet wurden.

Und sonst:

Ziemlich umgehauen hat mich die Nicholsfarm in Marengo, Illinois, auf deren Seiten ich bei der Suche nach dem heutigen Apfel gestoßen bin. Dort bauen Lloyd und Doreen Nichols im erweiterten Familienbetrieb sage und schreibe 206 Apfelsorten an – darunter auch einige alte Sorten, die wir schon im Kalender hatten!

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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