AdT: Jonathan – Frohe Ostern! (01.04.2018)

Historische Abbildung zweier gelblich-rötlicher Äpfel und eines Blattes; BUND Lemgo
Der Jonathan, aus Gustav Schaals „Äpfel, Birnen, Stein-Beeren- und Schalenobst“; ©BUND Lemgo

Mit dem Apfel des Tages, dem Jonathan, kommt wieder ein US-amerikanischer Klassiker in den Blog, der auch in Deutschland bekannt ist.* Er wurde auf Philip Ricks Farm in Kingston, New York, gefunden und zunächst „King Philip“ oder „Philip Rick“ genannt. 1826 wurde diese Sorte erstmals von Richter Jesse Buel, der auch Präsident der Albany Horticultural Society war, beschrieben und nach dem „Entdecker“ Jonathan Hasbrouck benannte.

Wie wichtig der Jonathan in den USA war, zeigt sich schon an den 39 Abbildungen in der Sammlung der Pomological Watercolor Collection. Da ich dort nicht das Kalender-Exemplar finden konnte, habe ich mich für die schöne Abbildung aus Gustav Schaals „Äpfel, Birnen, Stein-Beeren- und Schalenobst“ entschieden.

Mitte des 19. Jahrhunderts schickte Buel Früchte auch an Pomologen in Deutschland. Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) nennt die Sorte im 1875 erschienenen "Illustrierten Handbuch der Obstkunde" (PDF) allerdings noch wenig verbreitet. Vom Jonathan stammen u.a. der Jonagold, Rubinstar, Idared ab.

Die glatte feine Schale ist glänzend und wandelt sich von einem wachsartigen Weiß in ein Hellgelb. Die Sonnenseite zeigt ein streifiges Karmesinrot mit Punkten.

Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist fein, saftreich und mürbe. Der Geschmack hat eine leicht würzige Zimtnote mit angenehmer Säure und einen edlen Zuckergeschmack. Der Apfel wird Ende September geerntet, ist im November / Dezember genußreif und kann bei guter Lagerung bis April halten. Allerdings neigt der Apfel zum Fleckigwerden.

Ein weiteres Vermarktungs-Problem ist, daß die Früchte oft nicht sehr groß sind und ein hoher Anteil sehr unregelmäßig gewachsen ist. Deshalb wurde in den Apples of New York auch vom großflächigen Anbau abgeraten.

Und sonst:

Der Song ist zu verführerisch: Neil Diamonds Jonathan Seagull

Wer Lust auf eineinhalb Stunden Auseinandersetzung und heftige Hirnakrobatik mit Unterhaltungsqualität hat, sei auf Jonathan Meeses Künstlergespräch mit dem SPIEGEL vom 30.10.2017 verwiesen. Herzblut! Gegen Ideologie!

Und zum Abschluß ein Zitat von Jonathan Swift (1667 – 1745):

Gewalttätiger Eifer für die Wahrheit ist entweder Unbeherrschtheit, Ehrgeiz oder Überheblichkeit.

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* Der Jonathan ist ein Sämling der Sorte Esopus Spitzenburg, über den es viel zu berichten gäbe – ich verweise einfach auf den Artikel in der englischen Wikipedia.

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