AdT: Kastanienapfel (09.07.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Der Kastanienapfel; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Kastanienapfel, hatte ich auf mehr Informationen gehofft. Heinrich Ludwig Manger (1728-1790, der als Architekt, Garteninspektor und Pomologe in Potsdam war, nannte ihn auch Veilchenapfel von Martrange.

Aber immerhin hat Johann Prokop Mayer (1737-1804) ihn ein bißchen im 3. Band seiner Pomona Franconica beschrieben, daher stammt auch die Abbildung. Laut Prokop stammt die Sorte aus dem Anjou.

Prokop rechnet die Sorte zu den Fencheläpfeln. Diese sind süß und ohne äußerlichen Geruch, entwickeln aber beim Essen oder Kochen einen gewürzhaften Geschmack mit Fenchel-, Anis-, Zimt- oder Veilchennote. Durch die Verarbeitung gewinnen sie auch, denn die großen, länglichen Äpfel eignen sich als Tafelobst nicht.

Die Schale hat auf der Sonnenseite eine schmutzige Röte, die ins Bräunliche gehen kann und dann an eine Kastanie erinnert. Die Schattenseite bleibt dagegen grünlich. In Frankreich werden sie gern als Küchenapfel angebaut, beim Kochen sogar den Renetten vorgezogen, da ihnen die Säure fehlt. Die würde ich beim Apfelmus aber durchaus vermissen.

Und natürlich mag ich diesen Apfel grundsätzlich, weil er mich mit den Kastanien im Namen an meine liebste Jahreszeit erinnert, den Herbst.

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