AdT: Lady Carrington – zwei Unbekannte (30.10.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Lady Carrington; ©USDA

Zum heutigen Apfel des Tages, dem Lady Carrington, habe ich leider fast nichts gefunden. Was ja immer deutlich mehr Zeit kostet als die Recherche zu bekannten Äpfeln. In der Apfel-Datenbank des australischen Heritage & Rare Fruit Network findet sich der Hinweis, daß im Katalog von Goodmans Baumschule in Bairnsdale, Australien, der Apfel 1906 erwähnt wurde, allerdings nur mit den Angaben „leuchtend rot, früh“. Und in der Liste der „verlorenen Bäume“ ist vermerkt, daß sich (in Australien) der Lady Carrington nach 1896 nicht mehr nachweisen läßt, abgesehen von der Baumschule. Damals wurde noch ein Exemplar im Royal Horticultural Gardens in Burnley erwähnt.

Auffallend ist, daß auf dem Original des Kalenderblatts wohl keine Ortsangabe vermerkt wurde, diese ist auch nicht auf der USDA-Datenseite zu finden. Vielleicht hatte Bertha Heiges den Apfel als Geschenk oder auf einer Reise in Australien erhalten?

Auf jeden Fall sieht der Apfel mit seiner Aufteilung von oben rot und unten gelb interessant aus.

Die Künstlerin

Über Bertha Heiges, die den Kalender-Apfel gemalt hat, ist leider nur bekannt, daß von ihr über 600 Werke in der pomologischen Sammlung erhalten sind.

Und sonst:

Keine Apfel-Informationen: „Tja, woher nehmen und nicht stehlen?“ Darum hier eine Aufheiterung mit Fats Wallers „Stealin‘ Apples“.

………………..
© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

7 Antworten auf „AdT: Lady Carrington – zwei Unbekannte (30.10.2018)“

  1. Lieber Michael,
    Wie schön, dass Du manchmal wenig über die Tagesäpfel herauskriegst. Das führt immer zu besonders netten „side dishes“. Dabei fällt mir: ein: weiß jemand Näheres über die bei uns auf der Wiese wachsende Sorte „Karthäuser „? Wir sind mit der Apfelernte so weit durch.
    Viele Grüße
    Frank

    1. Hallo, Frank,
      ach, die „Und sonst“ kommen leider gerade etwas kurz, das bedauere ich
      selbst. Ab kommender Woche habe ich aber wieder mehr Zeit, und dann wird
      das auch wieder mehr.
      So ganz auf die Schnelle habe ich nur den Winter-Karthäuser gefunden:
      http://www.obstsortendatenbank.de/osdb/ih/winterkarthaeuser_ih.pdf
      Und habt ihr die Ernte „unterbekommen“? In meinem Umfeld wußten einige
      nicht mehr, was sie sonst noch alles mit der reichlichen Ernte anfnagen
      sollten …

      1. Lieber Michael,
        Es gab dieses Jahr halt einige hundert Liter Renettensaft mehr aus der Hofmosterei . Lecker. Konm mal nach Berlin. Kosten 😉

      2. Vielen Dank noch für den link zum Winter carthäuser. Die Beschreibung deckt sich allerdings nicht wirklich mit dem bei uns so genannten Karthäuser.
        Bei der Seite, wo Du das Apfelquartett erworben hast, gibt es ein Plakat mit einer Abbildung, die verdächtig nach „unserem “ Karthäuser aussieht. Ich hab’s bestellt. Unsere Wiesen sind ja in nordhessen. Viele Grüße, Frank

        1. Bei Obstgarten.biz habe ich etwas gefunden -> http://www.obstgarten.biz/info-thek/kartaeuserapfel.html – das deckt sich auch mit der Beschreibung, die ich bei einer Baumschule und bei einer Karlsruher Streuobstinitiative (https://streuobstinitiative.de/karlsruhe-apfelsaft-aepfele/vermehrung-lokaler-sorten/) gefunden habe.

          Rolff schreibt:
          GRÜNER SOMMERKARTÃUSER Historische Sorte. 1836 von Hinkert beschrieben. Frucht ist mittelgroß, rund. Schale ist grün, Sonnenseite gerötet. Fruchtfleisch ist süß. (40) Synonym: Kartäuser.

          1. Lieber Michael,
            Das hört sich alles schon viel ähnlicher an. Tausend Dank. Soweit ich das ohne Abbildung beurteilen kann, könnte das unsere Sorte sein.
            Einen schönen Tag wünscht
            Frank

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