AdT: Luxemburger Reinette – oh, Pardon (05.04.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Luxemburger Reinette, von Eduard Lucas; ©BUND Lemgo

Der Apfel des Tages ist eine alte regionale, heutzutage sehr gefährdete Sorte: Die Luxemburger Renette gab es bereits vor 1820 in Luxemburg, der dortige Baumschulbesitzer August Wilhelm brachte sie als Reinette des Vergers auf den Markt. Sie verbreitete sich dann auch im Rheinland.

Hans-Joachim Bannier schreibt sehr ausführlich auf der heute von mir entdeckten Website „Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt“ über den Apfel und erwähnt einen „Etikettenschwindel“. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Luxemburger Triumph, der unserem Apfel des Tages ähnelt, unter dem Namen Leuxemburger Renette verkauft – diese sei es auch, die man in Baumschulen findet. Die „echte“, die dann auch „Alte Luxemburger Renette“ genannt wird, findet sich nur noch selten als alter Baumbestand auf Streuobstwiesen.

Das Original ist mittelgroß bis groß. Die relativ weiche Schale weist auf der Sonnenseite fleckige Schalenpunkte auf, es gibt dort eine goldene oder braun-orange Färbung, die „gehaucht“ ist – der „Triumph“ hat dagegen eine streifige Färbung. Die Schale ist druckempfindlich, der Apfel daher schwierig zu transportieren.

Das saftige Fruchtfleisch ist grünlich- oder gelblich-weiß und feinzellig, im Verlauf der Lagerung wird es mürbe. Es hat den renettentypisch ausgeprägten mild-süßen Geschmack.

Der Baum selbst eignet sich für Streuobstwiesen im durchaus rauhen Klima der Mittelgebirge, auch beim Boden hat er nur geringe Ansprüche. Geerntet wird nach Bannier im Oktober, bis Februar kann der Apfel gelagert werden. Allerdings schreiben die „alten Pomologen“ wie Eduard Lucas (1816-1882) oder Theodor Engelbrecht (1813-1892) von der Genußreife und Lagerung von Februar bis Juli. Lucas nennt ihn einen guten Tafel- und einen sehr guten Obstweinapfel.

Und sonst:

Pardon, aber Dorthes Graf von Luxemburg muß einfach sein.

Wer es länger mag: Lehars Operette „Der Graf von Luxemburg“ dauert in dieser Einspielung mit Rudolf Schock fast zwei Stunden.

Mir gefällt das Letzebuergesch ja sehr, sprechen könnte ich es wahrscheinlich nie. Aber wer es mal versuchen möchte: „Da Lass“ ist ein etwas älterer, (hüstel) origineller Sprachkurs.

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