AdT: Northwestern Greening – ein Harter (21.09.2018)

Historische Abbildung eines gelben und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Northwestern Greening; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Northwestern Greening. Elsie Lower hat ihn 1904 im Des Moines County, Iowa, gefunden. Eine Beschreibung findet sich in den Apples of New York, was nicht verwunderlich ist: Der Name verrät schon, daß die Sorte im nördlichen Teilen des amerikanischen Apfelgürtels beheimatet ist, wo sehr winterharte Bäume gefragt sind.

Der Northwestern wird jedenfalls – für einen grünen oder gelblichen Apfel – als farblich attraktiv eingestuft. Es scheint, daß schon damals die Roten auf dem Vormarsch waren. Für den Verkauf wird gleich zu Anfang das Problem der variablen Größe und uneinheitlichen Form angesprochen, woran auch wieder zu erkennen ist, daß die Apples of New York ein wirtschaftlich ausgerichtetes Buch für Obstbauern ist.

Der Northwestern ist klimahärter als der Rhode Island Greening, den wir hier schon im Januar hatten. Deshalb wurde er als geeignete Sorte für Gegenden eingestuft, in denen das Klima für die Rhode Island Greening zu streng ist. Ohne, daß dafür Belege erbracht wurden, nennen viele Waupaca County in Wisconsin als Entstehungsort, bekanntgemacht angeblich 1872 von einem E. W. Daniels. In den nördlichen Teilen des Apfelgürtels, wo eben sehr winterharte Bäume erwünscht sind, hat sich die Sorte schnell verbreitet; im Staat New York, in dem auch viel Apfelanbau betrieben wird, wurde er um 1900 nur sehr wenig gepflanzt.

Die Äpfel sind allgemein rundlich, können aber bis länglich oder flach und oft konisch geformt sein, dabei mehr oder weniger unregelmäßig. Manchmal sieht man auch elliptische Formen, Rippen treten selten auf.

Einen schweren Fehler hat der Northwestern laut der Apples of New York: Das Fleisch wird innerhalb der Kernlinien leicht korkig und verfärbt sich. Als Tafelapfel ist er nur brauchbar, seine Stärken hat er als Küchenapfel. Er kocht gleichmäßig und schnell und hat dann eine feine gelbe Farbe. Für Apfelkuchen soll er sich sehr gut eignen.

Auch die Lagerung war nicht befriedigend. Reif ab Oktober, soll es manchmal im November und Dezember zu größeren Verlusten gekommen sein, durch den Winter kam er halbwegs gut, um dann zum Sommer hin noch mal größere Verluste zu bringen. Geschmacklich ausgereift soll er im Januar sein.

Die glatte, etwas wachsige Schale zeigt sich klar blaßgelb oder grünlich, manchmal auch mit einer leichten Rötung. Punkte variieren von klein bis groß, sie sind unregelmäßig und normalerweise weißlich, manchmal grau mit Rostpunkt.

Das gelbe Fruchtfleisch hat hat eine mittlere Textur, ist knackig und fest. Der Saft hat ein leichtes Aroma, ist fein-säuerlich und, wie schon erwähnt, als Tafelapfel nur mäßig bis gut.

Wie immer lohnt sich ein Blick auf Adams Apfelblog: Er hat den Apfel 2009 gegessen und beschrieben – auch für ihn ist es kein besonders guter Tafelapfel. Aber auch das habe ich ja schon in diesem Jahr gelernt: Gute Küchenäpfel braucht es eben auch, und seitdem esse ich im Kaffeehaus Apfelkuchen noch aufmerksamer.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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