AdT: Papageiapfel – kein Schweizer (12.08.2018)

Historische Abbildung zweier gelb-grünlicher Äpfel und eines aufgeschnittenen Apfels, dazu ein Zweig mit Blättern; BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Der Papageiapfel; ©BUND Lemgo

Die Abbildung zum Apfel des Tages stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Zu dem interssant-schönen Apfel gibt es auch mal wieder mehr Informationen.

Was auf der Abbildung etwas übertrieben aussieht, wird von allen Pomologen bestätigt: Der kugelige Apfel zeigt nicht nur die leichten Rippen, die Schale weist auf der wachsgelben Grundierung auch grüne Streifen, auf der Sonnenseite auch rote Streifen auf. Die Schale hat einen gut wahrnehmbaren Duft.

Seine Früchte empfehlen sich ebensowohl durch Schönheit als durch ihr weißes, saftvolles Fruchtfleisch, das angenehm weinsäuerlich schmeckt. Es sind recht gute Wirtschaftsäpfel, die im November genußreif sind und bis Januar gelagert werden können, dann aber zur Stippigkeit neigen.

Der Baum wird groß, bildet eine hochgehende Krone, trägt bald und reichlich.

Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) bringt im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) noch schöne Details zur Herkunft und zum Namen. Adrian Diel (1756-1839) will ihn in frühen Verzeichnissen als Perroquet (Papapgei) gefunden haben. Zudem wird er auch Gestreifter Schweizerapfel genannt, den wir hier schon hatten. Das hängt nicht mit einer schweizer Herkunft, sondern mit der gestreiften Schweizerhose zusammen.

Johann Prokop Mayer (1737-1804) nahm eine böhmische Herkunft an, da der Apfel damals dort sehr verbreitet war. Oberdieck zeigt sich verwundert, daß der Apfel in Deutschland nicht sehr verbreitet war, denn der achtbare Haushaltsapfel sei durch seine eigentümliche Zeichnung doch ein richtiger „Hingucker“. In England und den USA war er wohl gänzlich unbekannt.

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