AdT: Pfingstapfel – und babylonische Sprachverwirrung (21.05.2018)

Historische Abbildung von zwei grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Pfingstäpfel nach Langethal; ©BUND Lemgo

Die Abbildung zum heutigen Apfel des Tages, dem Pfingstapfel, stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878).

Die Schale des mittelgroßen Apfels hat eine grüngelbe Grundfarbe, die sich später ins Weißgelb wandelt, auf der Sonnenseite zeigt sich ein sanftes Rot. Schwarzbraune oder rötliche Punkte sind recht verstreut.

Das ziemlich saftige Fruchtfleisch ist zart, mild und bietet einen angenehmen Süßwein-Geschmack. Die Genußreife reicht von Ende September bis Februar.

Seinen Namen hat er von seiner späten Blüte, die erst um Pfingsten herum auftritt und dafür sorgt, daß der Baum sehr fruchtbar ist.

Und sonst:

Es verwundert mich nicht, daß noch andere Sorten als Pfingstäpfel auftreten: Der Rote Bellefleur und der hier schon besprochene Wagnerapfel. Der Bellefleur blüht auch erst spät, weshalb er auch „Siebenschläfer“ genannt wird. Der Wagnerapfel wiederum heißt auch Holländischer Bellefleur, wie der Rote Bellefleur – das sind ja babylonische Sprachzustände! Vielleicht fährt ja noch etwas Apfel-Geist in mich, damit ich etwas entwirrt werde.

Einen mir bis jetzt unbekannten Apfel-Brauch fand ich auch noch: Wer am Ostermorgen, am Gründonnerstag, am Karfreitag oder an Pfingsten auf nüchternen Magen einen Apfel ißt, soll sich ein ganzes Jahr vor Krankheit schützen können.

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