AdT: Reinette de la Rochelle (07.12.2018)

Historische Abbildung  zweier grüner Äpfel, die dünne rötliche Streifen zeigen; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Reinette de la Rochelle ; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, der Reinette de la Rochelle, ist es etwas verwirrend, daß sie beim BUND Lemgo als Rivière-Apfel abgelegt ist. Der Rivière scheint mir nach der Beschreibung im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) von Gustav v. Flotow (1789-1864) schon farblich anders zu sein als unser Kalender-Apfel, nämlich Ledergelb mit einem Überzug von Karminrot. Also halte ich mich an die Beschreibung, die von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet gegeben wurde.

Danach gehört die Sorte, die Langethal als von I. Rang einstuft, zu den Grauen Reinetten (zu denen Jakob Gustav Pfau-Schellenbergs (1815-1881) in seinem Buch „100 alte Apfel- und Birnensorten“ eine schöne Übersicht angefertigt hat).

Die Äpfel sind in der Form recht plattrund abgeflacht, wodurch die Kelch- und die Stielvertiefung nicht sehr tief sind.

Die grüne Schale wandelt sich in der Reifung zu einem Gelbgrün, um Kelch- und Stielhöhle herum liegt allerdings ein leicht grauer gelb-brauner Rost, der die Grundfarbe überdeckt, und der sich auch zum Teil über andere Partien des Apfels ausbreitet. Eigentliche Punkte fehlen.

Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist feinkörnig, weich, saftig und gezuckert. Langethal erinnert es an den Geschmack des Non pareil, den wir im März im Blog hatten.

Langethal hatte einen Apfel aus Thüringen, der recht spät geernet wurde, aber schon im Dezember welkte. In einem belgischen Register beginne die Genußreife erst im März – was an en verschiedenen klimatischen Bedingungen und Bodeneigenschaften liegen mag.

Langethal findet dies einen nachsehbaren Fehler, den die meisten Grauen Reinetten hätten, weil dieser durch den vorzüglichen Geschmack und den guten Ertrag ausgeglichen würde.

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