AdT: Reinette jaune tardive (20.03.2022)

Historische Abbildung zweier gelbgrüner Äpfel am Zweig mit Blättern, eine Blüte und eines aufgeschnittenen Apfels; Biodiversity Heritage Library

Reinette jaune tardive; © Biodiversity Heritage Library

Der heutige Apfel des Tages ist die Reinette jaune tardive, also die Späte gelbe Reinette. Die schöne Abbildung stammt aus der Pomologie Française, die der bedeutende französische Pomologe Pierre-Antoine Poiteau (1766-1854) im Jahr 1846 herausgegeben hat. Sie steht bei der Biodiversity Heritage Library digital zur Verfügung.

Poiteau merkt zunächst an, daß die Sorte zu seiner Zeit wohl nicht von Baumschulen vermehrt wurde, aber in mehreren Betrieben in der Normandie vorkäme, zusammen mit vielen anderen Arten, die in den Baumschulen von Paris unbekannt seien. Und geht dann zur Beschreibung über.

Er lobt den schönen Wuchs des Baumes. Seine Blätter sind groß, oval, länglich, fleischig, von schönem Grün und mit großen Zähnen umrandet.

Die Äpfel sind in Form und Größe konstant und fast zylindrisch, als wären sie an der Basis und an der Spitze abgeschnitten, 6 cm hoch und 7 cm im Durchmesser. Das Auge und der Stiel sind in weiten Vertiefungen platziert.

Die Schale ist lange vor der Fruchtreife gelb und mit rotbraunen Flecken übersät.

Das Fruchtfleisch ist weiß, fest und sehr fein. Sein Geschmack hat die Säure guter Reinetten.

Die Samen sind schwarz, ziemlich groß; die Achse der Fächer ist oft geteilt.

Diese sehr gute Reinette sei bis Januar haltbar; aber wegen der gelben Farbe ihrer Schale würde sie vor ihrer vollkommenen Reife gegessen werden.

Interessanterweise taucht die „Späte gelbe Reinette“ in mehreren deutschsprachigen Pomologien auf, so bei Theodor Engelbrecht (1813-1892) in seinem 1889 erschienenen Buch Deutschlands Apfelsorten (PDF) oder im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF). Wenn ich mir die verschiedenen Abbildungen bei der Obstsortendatenbank von der BUND Lemgo ansehe, ist mir klar, warum die Autoren bei der Einordnung und Beschreibung der Sorte doch recht unterschiedlicher Ansicht waren. Immerhin scheint diese Sorte recht verbreitet gewesen zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.