AdT: Richard Jaune – Nordisch by Nature … (30.01.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels, dazu Knospe und Blüte; gemeinfrei

Der Gelbe Richard – das ist mal ein toller Name! Wie aus einem Märchen der Romantiker. Der heutige Apfel des Tages stammt aus Mecklenburg, wurde 1854 das erste Mal vom Pomologen Gustav von Flotow (1789-1864) beschrieben, war aber schon um 1800 bekannt.

Der Gelbe Richard ist auch unter den Synonymen

Eutiner Gelber Richard, Gelber Grand Richard, Grand Richard, Großer Richard, Körchower Grand Richard, Richard, Richard Jaune, Stintenburger, Wachsapfel, Winter Grand Richard, Winter Richard

bekannt und fand vor allem in Norddeutschland und besonders in Küstennähe Verbreitung. Auf Empfehlung der Pomologen Wilhelm Lauche (1827-1883) wurde der Apfel 1874 bei der 7. Versammlung deutscher Pomologen unter die zur Anpflanzung empfohlenen 50 Sorten aufgenommen. Fleisch und Geschmack beschrieb Lauche als

sehr weiss, fein, mürbe, saftig, von ausgezeichnetem, weinsäuerlichem, fein gewürztem Geschmacke; Geruch angenehm, schwach rosenartig.

Allerdings ist der Baum schorfanfällig und pflegeaufwendig, daher wird er heute als sehr aromatischer „Liebhaber-Apfel“ geschätzt. Ab Oktober geerntet, ist der Apfel nach kurzer Lagerung bis in den Januar hinein genußreif.

2014 wurde er bei den Norddeutschen Apfeltagen zum Apfel des Jahres gewählt.

Und sonst:

Historisches Portrait eines äkteren Mannes, an einem Tisch sitzend; wikimedia, gemeinfrei
Gustav von Flotow

Gustav von Flotow züchtete neben seiner Arbeit als Geheimer Rat und Direktor der Ökonomischen Gesellschaft im Königreich Sachsen im eigenen Garten verschiedene Obstsorten. Um die Entwicklung der Pflanzen selbst beurteilen zu können, stellte er nie einen Gärtner ein, sondern erledigte alle Arbeiten selbst. Durch regen Austausch mit anderen Pomologen soll er es auf eine Sammlung mit mehr als 1000 verschiedenen Obstsorten gebracht haben.

Bei der Suche stieß ich auf das „Apfelbuch Berlin-Brandenburg“ von Caty Schernus und Alexander Fromm. Caty Schernus kultiviert auf ihrem Obsthof mit ihrem Mann Thomas Bröcker rund 150 alte Apfelsorten und betreibt die Berliner Apfelgalerie Schöneberg. Sie bietet dort das ganze Jahr über regionale Sorten an. Mit dem Namen „Apfelgalerie“ hat sie mich sofort neugierig gemacht.

Und der Song muß jetzt einfach sein, wu hu huuuu …

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