AdT: Roter Eiserapfel (14.08.2022)

Historische Abbildung von drei roten an einem Zweig mit Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Roter Eiserapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Rote Eiserapfel, die Abbildung stammt aus der zwischen 1905 bis 1930 erschienenen Loseblattsammlung „Deutschlands Obstsorten“, die immer wieder mit wirklich schönen Illustrationen aufwartet. In Deutschland wurde er viel angebaut, was die zahlreichen Abbildungen in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo belegen.

Der Rote Eiserapfel ist eine sehr alte Sorte, die schon im 16. Jahrhundert in Franken angebaut worden sein soll. Sie wurde von allen wichtigen Pomologen lobend beschrieben und war, neben zahlreichen anderen Namen, als „Roter, drei Jahre dauernder Streifling“, „Roter kalvilleartiger Süßapfel“ oder „Paradiesapfel“ bekannt.

Bis in die 1950er Jahre war die Sorte, die als Wirtschaftsapfel genutzt wurde, in ganz Europa verbreitet, wobei besonders die Lagerfähigkeit eine wichtige Rolle spielte: Die Äpfel konnten, wie Kartoffeln, in Erdmieten zum Teil bis zum übernächsten Jahr aufbewahrt werden! In geeigneten Kellern können die Äpfel bis in den Juli gelagert werden, ohne daß sie welken.

Die Äpfel sind in der Länge variierend und rundlich oder kugelförmig, meist zeigen sich fünf feine Rippen, die häufig bis zur Stielhöhle hinlaufen.

Die feine, glatte Schale ist glänzend und vom Baum beduftet. Ihre Grundfarbe ist grünlich bis grünlichgelb, beim Lagern wird sie gelb. Auf der Sonnenseite bildet sich meist ein dunkles, auf der Schattenseite ein helleres Rot, dabei können sich auch deutlich dunklere Streifen zeigen. Die zahlreichen Punkte erscheinen im Rot als gelbliche Tupfen.

Das grünliche bis gelblichweiße Fruchtfleisch ist fein und fest, wird später mürber und ist dabei nur mäßig saftig. Der Geschmack ist hauptsächlich süß und hat nur nur eine geringe Wein-Note.

Die Äpfel sollten nicht vor Oktober geerntet werden, ab Januar sind sie genießbar. Das war für den Markt auch ein Problem: Da es so spät noch zahlreiche gute Sorten gab, war die Nachfrage nicht besonders groß.

Heutzutage wird die Sorte für Streuobstwiesen empfohlen, allerdings bemerken Hans-Joachim Bannier und Rolf Meyer in „Banniers 200 Apfelsorten„, daß der Rote Eiser zwar sehr robust, aber nur für Apfelsaftmischungen verwendbar sei.

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