AdT: Rothe Reinette – zählbare Blutfrüchte (05.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; @BUND Lemgo

Die rote Reinette? ©BUND Lemgo

Nach der Klassifizierung von Diel-Lucas ist “Rote Renette“ eine Gruppe von Renetten. Zu denen gehört auch der hier schon beschriebene Ribston Pepping. Beim Fundus Agri-Cultura Alpina, der „Wissensdatenbank für traditionelle Landwirtschaft in den Alpen“, werden zahlreiche Sorten aufgezählt, die zum Teil so lecker klingen, daß ich eine Stippvisite empfehle. Dort findet sich auch die Bezeichnung „Blutfrüchte“, weil manche Sorten eine sehr intensive rote Färbung aufweisen.

Da die heutige Abbildung vom Pomologen Johann Prokop Mayer (1737-1804) stammt, habe ich in Band III (PDF, S. 142f) seiner Pomona Franconica nachgeschaut: Dort setzt er die Rothe Reinette mit dem Weissen Herbstkallwill gleich, wohlschmeckend und „zuverlässig gleich schön“.

Die Haut sei dünner als bei den anderen Renetten und würde nie so rau, auch wenn sie im Reifeprozeß stärker runzelt. Auf der Sonnenseite lebhaft rot und mit dunkeln Streifen besetzt, oft sind rote oder gelbe Flecken zu sehen. Die gelbe Schattenseite ist dagegen mit braunen Tupfen übersät.

Der Apfel ist ein Longrunner, der seine Reife im Dezember gewinnt und bis in den Mai genießbar ist.

Leider läßt sich Mayer nicht über den Geschmack aus. Allgemein haben rote Renetten feines Fruchtfleisch und würzigen Geschmack.

Und sonst:

Auch im zweiten Monat bin ich weiterhin von der Sortenvielfalt der Äpfel begeistert. In der nächsten Zeit werde ich mal die hiesigen Wochenmärkte besuchen – wer weiß, was sich da findet. Auch das verspricht über das ganze Jahr Abwechslung.

Und Äpfel sind nicht nur zum Essen ideal: Zählen mit Graf Zahl und mit Ernie.

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