AdT: San Jacinto (28.05.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
San Jacinto; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der San Jacinto, die Abbildung hat James Marion Shull 1933 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt. Wie der spanische Name schon verrät, ist die Sorte eher im Süden der USA beheimatet, das Exemplar stammt aus dem Doña Ana County in New Mexico. Es gibt in der Sammlung noch vier weitere Abbildungen, die 1899, 1907 und 1933 in New Mexico oder Texas angefertigt wurden. Interessanterweise wurden 1899 und 1933 jeweils zwei Abbildungen von jeweils zwei Künstler*innen angefertigt, die Bestandsnummer bei der zweiten Abbildung wurde dann immer nur mit einem „a“ ergänzt. Möglicherweise war dabei jeweils derselbe Apfel als Vorlage verwendet worden.

Daß die Sorte nicht in den Apples of New York auftaucht, überrascht natürlich nicht. Auf der Abbildung, die Mary Arnold 1899 angefertigt hatte, ist

„from A. M. Ragland, Pilot Point, Denton County, Texas“

vermerkt. Angeblich hatte dieser A. M. Ragland ein paar Jahre vor 1900 in Georgia Bäume gekauft, die als die Sorte „Mrs. Bryan“ deklariert waren (die Sorte hatte ich schon beschrieben). Nach ein paar Jahren erkannte er, daß es nicht der „Mrs. Bryan“ war, konnte allerdings keine bekannte Sorte identifizieren und nannte sie „San Jacinto“.

Die hier schon ein paar Mal erwähnte Big Horse Creek Farm von Ron and Suzanne Joyner hat auch eine Beschreibung des San Jacinto, ich habe aber wegen der fehlenden Fotos die Vermutung, daß sie zumindest aktuell keinen Baum auf der Farm haben.

Der San Jacinto ist demnach eine Sorte, die früh in der Saison, nämlich im Juli und August, geerntet werden kann. Für wärmere Klimazonen ist es eine ausgezeichnete Sorte, in Nordtexas, New Mexico und Kansas sei es eine der besten Sorten überhaupt.

Die Äpfel sind groß, länglich bis leicht kegelförmig. Die Schale ist in der Grundfarbe blaßgelb, wird aber mit einem tief orangefarbenen und einem sehr dunklen Rot bedeckt. Es gibt eine Vielzahl von kleinen, gräulichen Punkten.

Das gelbe Fruchtfleisch ist knackig, saftig und erfrischend mit einer milden Säure.

Der Künstler

James Marion Shull (1872–1948) war Botaniker und gehörte wie Royal Charles Steadman, Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA. In der pomologischen Aquarellsammlung sind über 750 Aquarelle gesammelt. Darunter auch viele mit Erkrankungen, worauf er sich spezialisiert hatte. Daneben machte er sich als Züchter von Schwertlilien einen Namen.

Und sonst:

San Jacinto ist nicht nur der Name einiger Orte in den USA, es gibt in Texas auch den San Jacinto Day, an dem an die Schlacht von San Jacinto erinnert wird, durch die Texas 1836 endgültig die Unabhängigkeit von Mexiko erlangte. Auf dem Schlachtfeld gibt es seit 1939 ein riesiges Monument, über das dieses Video Auskunft gibt (es ist höher als das Washington Monument – „Everything is bigger in Texas …“). Und Peter Gabriel hat den Song San Jacinto gesungen..

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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