AdT: Scharlachparmäne (30.08.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Scharlachparmäne; ©BUND Lemgo

Die Abbildung zum heutigen Apfel des Tages zeigt die Scharlachparmäne aus Rudolf Stolls „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Es handelt sich (endlich mal wieder) um eine englische Sorte, die schon vor 1860 bekannt war und als Scarlet Pearmain, Bell’s Scarlet, Sigler’s Red, Scharlachrother birnförmiger Apfel und Hood’s Seedling bekannt war. Sie war früh vom Deutschen Pomologen-Verein empfohlen worden und daher in Deutschland weit verbreitet.

Der mittelgroße bis große, kegelförmige Apfel gefällt mir ausgesprochen gut. Die feine, glatte oder geschmeidige Schale glänzt, ist am Baume meistens mit Duft überlaufen und in der Grundfarbe blaß hellgelb. Bei besonnten Früchten ist davon allerdings nichts zu sehen ist, da die Äpfel dann rundherum viele lange und kürzere – namengebende – dunkelkarminrote Streifen besitzt. Auf der Sonnenseite ist das Rot verwaschen, wodurch die Streifen oft undeutlich werden, während es auf der Schattenseite getuscht und gepunktet erscheint. Feine, verstreute Punkte haben im Rot kleine Höfe.

Rost ist selten, Warzen ebenso. Der Geruch fehlt, dafür welkt die Schale auch nicht – die Kombination ist ja ein Klassiker.

Das gelbliche Fruchtfleisch ist unter der Schale und am Kernbau manchmal gerötet. Es ist fein, ziemlich saftig, kann in warmen Lagen aber bald mehlig werden. Adrian Diel (1756-1839) nennt den angenehmen, weinigen Zuckergeschmack etwas zimtartig gewürzt.

In warmen Lagen ist der Apfel Mitte September reif, nach Diel als Spalierapfel sogar schon im August; sonst ab Anfang Oktober. Er kann bis Ende November gut aufbewahrt werden, in manchen Fällen sogar bis Dezember. Stoll hält ihn für einen der besten Herbstäpfel. Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) nennt neben der Güte als Tafel- und Wirtschaftsapfel vor allem gegenüber der etwas besser schmeckenden Sommerparmäne den Vorteil, daß die Scharlachparmäne in trockenem Boden fast jedes Jahr sehr reich trägt.

Und sonst:

Nathaniel Hawthornes Roman „Der Scharlachrote Buchstabe“ ist auch einer dieser ungelesenen Romane auf der viel zu langen Liste.

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