AdT: Tompkins King (19.04.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Tompkins King; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Tompkins King. Die Kalenderabbildung stammt von Mary Daisy Arnold, die den Apfel 1912 für das Pomological Watercolor Collection des USDA dokumentierte. Das Exemplar stammt aus dem Tioga County in Pennsylvania. Bei dem auf der Abbildung zu lesenden Ort „Wellsbury“ bin ich mir nicht sicher – im Tioga County gibt es nur ein Wellsboro.

Da es von dieser Sorte es in der Sammlung zahlreiche Abbildungen gibt, was auf eine gewisse Wichtigkeit der Sorte hindeutet, habe ich als erstes bei den Apples of New York nachgeschaut. Und tatsächlich gibt es in Band 1 die längste Beschreibung, die ich dort bisher zu einem Apfel gefunden habe – beinah fünf Seiten, und nur auf der letzten findet sich etwas zum Baum und zur Frucht selbst.

Die ersten Seiten bestehen fast nur aus detaillierten Angaben zu wirtschaftlichen Fragen, die natürlich auch das Wachstum und die Rentabilität betreffen. Kurz gesagt ist es eine ganz gute Sorte, die allerdings, „betrachtet man den Staat [New York] als Ganzes, wahrscheinlich erst an vierter Stelle in der kommerziellen Bedeutung steht und von Baldwin, Rhode Island Greening und Northern Spy übertroffen wird.“ Und sie ist zudem eher empfindlich, was das Wachstum angeht.

Dann wird auch auf die Geschichte der Sorte eingegangen:

Einige haben gedacht, daß der ursprüngliche Baum des Tompkins King in Jacksonville, Tompkins County, New York, gewachsen sei, aber [Liberty Hyde] Bailey fand heraus, dass dieser Baum gepfropft worden war und daher nicht der ursprüngliche Sämling sein konnte.

Die Sorte scheint ihren Ursprung in der Nähe von Washington, Warren County, New Jersey, zu haben. Sie soll 1804 von Jacob Wycoff, von dem sie King genannt wurde, von dort in den Tompkins County, New York, gebracht worden sein. Der „Congress of Fruit Growers“ in Rochester fügte seinem Namen Tompkins County hinzu, um ihn von anderen King-Äpfeln zu unterscheiden.

Danach folgt ein recht langer Bericht von James M. Mattison aus Jacksonville, New York, über die Herkunft des Tompkins King.

Bei Pomiferous ist die Beschreibung des Apfels etwas knapper gehalten.

Demnach sind die Äpfel groß bis sehr groß, was ja auch der Name „King“ nahelegt. Sie sind rund bis kegelförmig und am Kelchbecken gerippt. Die Schale fühlt sich fettig an, was mit der Lagerung nach ein paar Wochen noch zunehmen kann. Die Grundfarbe ist Gelb bis Hellorange, dabei zeigen sich dunkelrote Streifen; auf der Schattenseite sind diese heller, es zeigen sich auch helle Punkte.

Das gelbe Fruchtfleisch ist grobkörnig, knackig, aromatisch-süß und zart. Wenn den Äpfeln ausreichend Zeit zum Reifen am Baum gegeben wird (was am Hervortreten der Streifen zu erkennen ist), können sich Geschmack und Süße sehr gut ausbilden.

Der Tompkins King eignet sich nach dem Pflücken gut als Tafelapfel, wenn er vollständig ausgereift ist. Er kann bis Januar oder Februar gelagert werden, verliert dann aber ein wenig sein Aroma. In der Küche ist er ideal für Apfelkuchen und Strudel und kann auch als Dörrobst verwendet werden. Apfelwein erhält durch ihn ein weiniges Aroma.

Von Northwest Wrench & Garden gibt es ein interessantes 5-minütiges Video aus dem Jahr 2017 über den Tompkins King. Da ist auch die fettige Schale gut zu sehen, weil es vor der Aufnahme geregnet hat.

Die Künstlerin

Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) gehörte (seit 1904) wie Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den wichtigen Illustrator*innen beim US Department of Agriculture. Über ihr Leben weiß man nicht viel, da Unterlagen über sie vor 1921 vernichtet wurden.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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