AdT: Williams Early (30.04.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Williams Early; ©USDA

Mit dem heutigen Apfel des Tages, dem Williams Early, haben wir wie gestern einen frühen US-Apfel, der im August und September Saison hat. Das Exemplar hat Deborah Passmore 1899 für die Pomological Watercolor Collection des USDA abgebildet, der Apfel stammt aus dem Kent County in Delaware.

In Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ wird die Sorte mit dem Hauptnamen Williams Favorite geführt. In Band 2 der Apples of New York wird er er einfach nur Williams genannt, die Synonyme folgen dann.

Was mir schon ein paar Mal aufgefallen ist: In den „Apples of New York“ gibt es immer mal wieder am Anfang einer Beschreibung eine Art kurze Zusammenfassung, so auch hier:

„Der Williams ist ein sehr schöner, hellroter Apfel mit einem milden, angenehmen Geschmack. Gut als Dessertapfel, aber nicht für kulinarische Zwecke (also in der Küche) geeignet. Er ist ein Favorit in Boston und auf anderen östlichen Märkten und wird in einigen Teilen von Ost-New-York in begrenztem Umfang für kommerzielle Zwecke angebaut. Er verträgt den Versand nicht sehr gut, da die Haut dünn und zart ist und leicht gequetscht wird. Er sollte daher am besten in kleinen Mengen verpackt werden. Er hat Ende August und Anfang September Saison.“

Unter günstigen Bedingungen können die Äpfel ziemlich groß werden, aber bei sehr schweren Bedingungen bleiben sie recht klein, wenn der Baum nicht richtig ausgedünnt wird.

Die Ernte reift ungleichmäßig und es ist mehr als eine Pflückung erforderlich, um die Frucht in bestem Zustand zu sichern. Da der Baum nur mäßig kräftig ist, ist es von Vorteil, ihn auf robusten Beständen wie Northern Spy, Rhode Island Greening oder Tolman Sweet zu pfropfen. Wenn der Williams auf diese Weise bearbeitet wird, zeigt er einen ziemlich kräftigen Wuchs, bildet einen Baum von recht guter Größe, trägt früh, und an günstigen Standorten mit guter Behandlung liefert er jährlich oder fast jährlich gute Ernten. „Er kann für den kommerziellen Anbau empfohlen werden, wo Früchte dieser Art und Saison erwünscht sind.“

Der Williams entstand vor 1760 in Roxbury, Massachusetts. 1830 wurde die Sorte der Massachusetts Horticultural Society vorgestellt und dann „Williams“ genannt. Auf dem Markt war er zuvor unter dem Namen Queen and Lady’s Apple bekannt. Der Williams wurde dann 1854 in den Katalog der American Pomological Society aufgenommen. Er war um 1900 weit verbreitet und noch oft von Baumschulen gelistet, aber nirgendwo in nennenswertem Umfang angepflanzt.

Nach diesem Abschnitt wird noch etwas ausführlicher über den Baum selbst und die Frucht berichtet. Letztere wird mittelgroß, unter günstigen Umständen auch ziemlich groß und hat eine gefällige, länglich-konische bis rundlich-konische Form, es zeigt sich eine breite Rippung. Die Seiten sind oft ungleich, der Stiel ist mittel bis lang und mäßig dick.

Die nur mäßig dicke, ziemlich zarte Schale ist fast glatt, blassgelb und mit einem leuchtenden, tiefem Rot überzogen. Es zeigen sich undeutliche, dunkelrote oder purpurrote Streifen. Die zahlreichen unauffälligen Punkte sind klein, gräulich oder rotbraun.

Das etwas grobe Fruchtfleisch ist teilweise rotstichig, fest, mäßig knackig und zart. Es ist ziemlich saftig, wird bei Überreife aber trocken; es hat eine angenehme milde Säure, ist aromatisch und bekommt von den Verfassern insgesamt ein „gut“.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Beim Namen des heutigen Apfels fiel mir sofort Pharrell Williams‘ „Happy“ ein. Die Version WE ARE FROM COLOGNE GERMANY mag ich immer noch sehr.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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