AdT: Winter Paradise – dieses Jahr wohl nicht (21.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Winter Paradise; ©USDA

Der heutige schöne Apfel des Tages, der Winter Paradise, stammt wieder aus der Pomological Watercolor Collection des USDA, wurde 1928 von Royal Charles Steadman in Rosslyn im Arlington County, Virginia, gezeichnet und findet sich auch in den Apples of New York. Dort werden einige Synonyme aufgezählt: Honey Sweet, Paradise Winter, Paradise Winter Sweet, White Robinson und Wine Sweet.

Die Äpfel sind groß, rund und etwas abgeflacht. Die Schale ist mattgrün mit einem bräunlich-roten Schimmer, beim Reifen kann sie hellgrün oder gelblich werden.

Das Fruchtfleisch ist feinkörnig und saftig, der Geschmack ist süß, manchmal kann eine Birnennote dabei sein. Er soll ein guter Tafelapfel sein, sich aber auch für Apfelmus sehr gut eignen.

Die Reifezeit wird in den „Apples of New York“ mit „früher Winter bis zur Mitte des Winters“ angegeben.

Der Baum ist kräftig und produktiv, aber es dauert, bis er Früchte bringt.

Im Jahr 1845 schrieb Charles Downing (1802-1885), daß er die Sorte „vor einigen Jahren zusammen mit dem Summer Sweet Paradise von Herrn Garber aus Columbia, Pennsylvania, erhalten“ hätte. Von Pennsylvania gelangte sie nach Ohio und wurde später in anderen Teilen des Mittleren Westens angebaut. Um 1900 war die alte Sorte in New York wenig bekannt, von Baumschulen wurde sie dennoch stark propagiert. In Virginia war der Winter Paradise zu der Zeit recht beliebt und wurde zu einem guten Preis gehandelt.

Creighton Lee Calhoun schreibt in seinem Buch „Old Southern Apples“, daß der Winter Paradise in Höhen von 400 bis 500 Metern gut wächst, darüber kleinere Früchte bringt und diese als Dessertäpfel nicht mehr so gut seien. Calhoun nennt als Reifezeit allerdings schon September oder später, der Apfel lasse sich gut lagern.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

Und sonst:

Da es hierzulande wohl nichts mit Weißer Weihnacht und „Winter Paradise“ wird, habe ich mal das Video Winter Paradise at The Homestead Ranch herausgesucht.

3 Antworten auf „AdT: Winter Paradise – dieses Jahr wohl nicht (21.12.2018)“

    1. Vielen Dank, das wünsche ich Dir und allen Mitlesenden auch!

      Den Farbatlas kannte ich bisher noch nicht, das ist ja schon sehr speziell, gibt aber zugleich Hoffnung, diese Sorten alle mal probieren zu können, weil die Aufnahmen ja aktuell sind. Der heutige Schwarze Borsdorfer, auch Brauner Matapfel, ist auch dabei 🙂

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