AdT: York Winesap – einer von vielen (04.09.2018)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der York Winesap; ©USDA

Mit dem heutigen Apfel des Tages kommt eine in den USA lange Zeit sehr beliebte Sorte in den Kalender, die sehr viele Varianten hat: der Winesap, hier als York Winesap. Die Hauptsorte hat bereits viele Synonyme: Holland’s Red Winter, Royal Red, Texan Red, Old Fashion Winesap, Blacktwig, Potpie, Refugee, Winter Winesap, Wine Sop, Banana. Creighton Lee Calhoun widmet ihm in den „Old Southern Apples“ einen längeren Artikel, da die Sorte im Süden mit Abstand am häufigsten in Baumschulkatalogen vertreten ist.

Die Katalogbeschreibungen überschlagen sich förmlich im Lob, er galt lange als der beste Winterapfel überhaupt. Er scheint auf jedem Boden zu gedeihen, und als Tafelapfel hat er wohl den Geschmack vieler getroffen. Er hat das gewisse Extra, das den Menschen in Erinnerung bleibt und weshalb sie ihn immer wieder gekauft haben.

Der Winesap entstand mit großer Sicherheit vor 1800 in New Jersey. Seine erste Erwähnung fand die Sorte 1804 in einem Buch von Dr. James Mease, der ihn als Apfelwein beschrieb. William Coxe jr. (1762-1831) hat ihn in seinem Buch „A View of Cultivation of Fruit Trees, and the Management of Orchards and Cider“ 1817 ebenfalls als beliebteste Apfelwein-Sorte in West Jersey erwähnt. Der Winesap hat viele Varianten hervorgebracht, die wichtige südliche Äpfel geworden sind. Die wichtigsten sind Kinnairds Choice, Stayman, Blacktwig, Arkansas Black und Turley Winesap. Viele Varianten wurden gezüchtet, die die Käufer*innen durch ihre kräftigen Rottöne lockten.

Die Äpfel sind klein bis mittelgroß, meist rundlich, manchmal leicht abgeplattet und an der Basis abgeflacht.

Die zähe Schale ist meist mit Spritzern und gelegentlich mit dunkelroten Streifen bedeckt, manchmal zeigen sich auch gelbe Flecken in der Nähe des Stiels. Rost kann vorkommen, kleine oder mittelgroße Punkte, weißlich und rostbraun, treten verstreut auf.

Das gelbe, feste Fruchtfleisch ist knackig, sehr saftig, feinkörnig, feinsäuerlich – es wird bei der Lagerung süßer.

Der Winesap ist zudem ein sehr lange lagerbarer Apfel, der ab September reif sein kann und bis März oder April hält. Der Baum liefert jedes Jahr eine sehr reiche Ernte, selbst in schlechten Jahren bringt er noch Ertrag, während andere Sorten ganz ausfallen. Was auch daran liegt, daß der Winesnap spät blüht und daher vor spätem Frost geschützt ist.

Über unseren York Winesap konnte ich nichts herausfinden. Ich nehme an, daß es eine lokale Sorte war, Steadman hat 1916 in Mountain Grove im Wright County, Missouri, zwei Zeichnungen von dieser Sorte angefertigt. Andere Abbildungen gibt es beim USDA nicht (vom Winesap dagegen 79).

Und ein bißchen neidisch hat mich Adams Bericht vom Genuß seines ersten Winesaps gemacht.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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