AdT: Rother Winterkalwill – ein letztes Mal (31.12.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Roter Winterkalvill; ©BUND Lemgo

Der letzte Apfel des Tages ist der Rote Winterkalvill, auch Roter Himbeerapfel oder Wintererdbeerapfel. Es ist eine alte, vermutlich französische Apfelsorte. Die Abbildung stammt unverkennbar aus der Pomona Franconica von Johann Prokop Mayer (1737-1804).

Die Äpfel sind mittelgroß bis groß und zeigen die für Kalvillen typischen Rippen. Die Form ist rundlich bis hoch aussehend, zum Kelch hin verjüngt sie sich, wobei die Form bei unterschiedlichen Anbaubedingungen durchaus stark variieren kann. Auch wird die Farbe mit dem Alter des Baums intensiver.
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AdT: Winter John (29.12.2018)

Historische Abbildung eines grün-gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Winter John; ©USDA

Die Kalenderabbildung des heutigen Apfels des Tages, dem Winter Jo(h)n, ist leider nicht genau datiert. Sie stammt vom Amanda Newton, die Beschriftung zeigt „10-18-192(?)“ und „Arlington Farm, Va.“, also die hier häufiger auftauchende Versuchststation in Rosslyn, Virginia. Informationen zu der Sorte finden sich in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“.
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AdT: Hohenzollern – und endlich etwas über den Berlepsch (27.12.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Hohenzollern; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages mit dem deutschen Namen Hohenzollern hat mich etwas überrascht: Die Kalenderabbildung stammt aus der Pomological Watercolor Collection des USDA. Es ist dort die einzige Abbildung, Mary Arnold hat sie 1939 in Beltsville im Prince Georges County, Maryland, angefertigt. Leider sind in den üblichen Quellen keine Informationen zu finden. Doch dadurch bietet sich die Möglichkeit, einen Leser zu erfreuen:
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AdT: Hyslop (26.12.2018)

Historische Abbildung von zwei dunkelroten Äpfel, die an einem Zweig mit Blättern hängen; USDA

Hyslop; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Hyslop, gehört zu den Crab Apples, den Holzäpfeln. Von denen hatten wir schon den Wildapfel. Die schöne Abbildung stammt von Royal Charles Steadman, der den Apfel 1919 in South Haven im Van Buren County, Michigan, gefunden hatte. Der Hyslop wird im 2. Band der Apples of New York beschrieben.

Die Herkunft ist unbekannt, im Jahr 1869 bemerkte der US-amerikanische Pomologe Charles Downing (1802-1885), daß die Sorte lange und sehr extensiv kultiviert wurde. Der Hyslop wurde allgemein von Baumschulen im ganzen Land aufgeführt und galt als einer der bekanntesten und am weitest verbreiteten Crab Apples.
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AdT: Rothe Calville (25.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels am Zweig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Roter Herbstkalvill; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Rote Herbstkalvill. Es ist eine sehr alte französische Sorte, die bereits im 17. Jahrhundert bekannt war. Die Abbildung stammt aus Christian Eduard Langethals (1806-1878) Deutschem Obstcabinet, er ordnet sie als Frucht II. Ranges ein. Im 19. Jahrhundert war die Sorte in Mitteleuropa sehr verbreitet, heutzutage ist sie selten.
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AdT: Florence (24.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels mit Zweig und Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Florence; ©USDA

In den Apples of New York ist der heutige Apfel des Tages, der Florence, beschrieben. Die Kalenderabbildung, die das Original etwas „frei interpretiert“ hat, wurde 1896 in Fayetteville im Cumberland County, North Carolina, von Bertha Heiges dokumentiert. Die Sorte soll ursprünglich aus dem Benton County in Arkansas stammen.

Die mittelgroßen bis großen Äpfel, die in einer Forschungsstation der Landwirtschaftsministeriums des Staates New York gezüchtet wurden, erinnern an den Ben Davis oder den Gano. Der Florence ist allerdings etwas kantiger und zeigt kräftigere Purpur-Streifen.

Meist recht gleichmäßig gebaut, gibt es in in der Form eine gewisse Variabilität. Sie ist rundlich eiförmig bis rundlich kegelförmig, an der Basis abgeflacht, unregelmäßig und oft breit gerippt oder eckig. Es gibt ungleiche Seiten, die manchmal zusammengedrückt wirken.

Die zähe, glatte Schale ist blass- oder weißlichgelb und mit einem leuchtend tiefen, Rosarot überzogen. Es gibt auch Äpfel, die eine deutliche rote Farbe zeigen (wie auch das Kalenderblatt) und zudem mit Purpur-Karmin gestreift oder gesprenkelt sind; dabei kann auch eine leichte bläuliche Färbung dazukommen, die ein etwas stumpfes Aussehen gibt. Poliert sind die Äpfel aber glänzend hellrot, mit verstreuten weißlichen Punkten.

Das gelbliche, eher feste und knackige Fruchtfleisch ist nicht sehr zart, nur mäßig feinkörnig, aber saftig. Der Geschmack geht ins Säuerliche, ist dabei angenehm aromatisch und wird als gut bis sehr gut eingestuft.

Die Saison Dezember bis Mai. Ob sich der Florence als Tafel- oder Wirtschaftsapfel eignete, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die Künstlerin

Über Bertha Heiges, die den Kalender-Apfel gemalt hat, ist leider nur bekannt, daß von ihr über 600 Werke in der pomologischen Sammlung erhalten sind.

Und sonst:

Da das Apfeljahr langsam zuende geht, empfehle ich hier noch einen Beitrag aus Adams Blog: sein letzter Apfeltest für 2018, bei dem der Scarlett O’Hara im Abstand von sechs Wochen probiert wurde. Mir gefallen seine Texte immer sehr gut, sie regen meinen Apfel-Appetit an.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Schwarzer Borsdorfer (23.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels am Zweig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Schwarzer Borsdorfer; ©BUND Lemgo

Den heutigen Apfel des Tages, den Schwarzen Borsdorfer, hatten wir auch schon, damals hatte ich die Beschreibung von Rudolf Stoll (1847-1913) in der „Österreichisch-Ungarischen Pomologie“ verwendet.

Die Kalenderabbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878).

Langethal ergänzt den früheren Eintrag lediglich um zwei Anmerkungen:

Er hat keinen öconomischen Werth, denn sein etwas trockenes Fleisch besitzt einen herben Geschmack, mispelartig, wie sich Sickler passend ausdrückt. Dennoch erkennt man ihm den III. Rang zu, weil er durch seine Färbung die Fruchtteller putzt.
Die Äpfel zeitigen im December und halten sich den ganzen Winter hindurch.

Alles weitere und ein Hinweis auf den wunderebaren Aki Kaurismäki findet sich im früheren Blogeintrag.

Und als Merksatz zum heutigen 4. Advent: Lieber schwarz essen als schwarz sehen!

AdT: Rother Jonathan – wieder eine schnelle Nummer (22.12.2018)

Kalender mit der hsitorischen Abbildung eines gelblich-roten Apfels; Verlag Hermann Schmidt

Rother (?) Jonathan,
aus dem Kalender „An Apple a Day 2018“, mit frdl. Genehmigung des Verlags Hermann Schmidt

Zum heutigen Apfel des Tages, dem Rothen Jonathan, habe ich leider beim Pomological Watercolor Collection des USDA keine Abbildung gefunden. Dort, wie auch bei der Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo gibt es nur Abbildungen vom Jonathan, der dem Kalenderapfel allerdings auch sehr ähnelt.

Nichts in den Apples of New York , nichts in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“. Immerhin findet sich in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ ein Hinweis, daß es neben zahlreichen Varianten auch einen Red Jonathan gibt. Da er, bis auf ein etwas kräftigeres Rot und vielleicht ein paar anderen Details, wahrscheinlich nicht sehr vom Jonathan abweicht, verweise ich auf meinen früheren Eintrag.

Und falls noch jemand Geschenk-Ideen braucht: Wie wäre es mit einem schönen Buch über Äpfel? Oder Äpfel – natürlich etwas seltenere, die die Beschenkten noch nicht kennen.