AdT: Trenton (27.09.2022)

Historische Abbildung von zwei grünen Äpfeln; USDA
Trenton; © USDA

Leider ist der heutige Apfel des Tages, der Trenton, wieder mal ein Unbekannter. Das Exemplar hatte Royal Steadman 1922 für die Pomological Watercolor Collection des USDA illustriert, der Apfel stammte von der Versuchsstation in Rosslyn. In deren Protokollen habe ich keinen Hinweis gefunden, ebensowenig in den anderen üblichen Quellen.

Mit dem hier schon beschriebenen Trenton Early bzw. dem Golden Sweet scheint es keine Verwandtschaft zu geben, auch wenn der Trenon dem Golden Sweet schon etwas ähnelt.

Den einzigen kleinen Hinweis fand ich bei Pomiferous, die Sorte sei aus dem Northern Spy und dem Golden Russet gekreuzt worden und um 1920 in Albury, Ontario, auf den Markt gekommen.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Alstott – mit Badesalz (22.09.2022)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Der Alstott; © USDA

Beim Kalenderblatt des heutigen Apfels des Tages hat sich ein Setzfehler eingeschlichen, dem Alstott fehlt dort ein „t“.*

Leider habe ich bis auf die Abbildung nichts gefunden. Die Sorte ist weder im „Rolff“ noch in den Apples of New York noch im Band Old Southern Apples verzeichnet – letzteres ist auch nicht so überraschend, da das Exemplar, das Bertha Heiges 1897 für die Pomological Watercolor Collection des USDA gezeichnet hatte, aus Farmingdale im Sangamon County, Illinois stammte – das liegt nicht gerade im Süden der USA.
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AdT: Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire (17.09.2022)

Historische Abbildung eines grünlich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire ; © USDA

Beim heutigen Apfel des Tages dürfte in der Datenbank der Pomological Watercolor Collection des USDA ein Erfassungsfehler vorliegen, denn auf der Abbildung ist deutlich „Fameuse“ zu lesen. Und es gibt neben dem Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire auch einen Sweet Fameuse.

Den Apfel des Tages hatte Deborah Passmore im Jahr 1900 für die Sammlung dokumentiert, das Exemplar kam aus Burlington im Chittenden County, Vermont.*

Zu beiden Äpfel habe ich nicht wirklich etwas gefunden. In der Versuchsanstalt von Rosslyn im Arlington County, Virginia, findet sich zum Sweet Fameuse nur ein recht knappes Protokoll, in dem u.a. auf das nicht so weiße Fruchtfleisch wie beim Fameuse hingewiesen wird. Da es von eben diesem Fameuse einige Varietäten gibt, vermute ich, daß auch der „Sweet Fameuse No. 2 of St. Hilaire“ (puh, was für ein Name) nur eine Varianz des Ursprungs-Fameuse ist.

Und zu dem hatte ich schon einen Beitrag, den es hier zum Nachlesen gibt.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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* Ins herbstliche Wochenende geht es für mich mit John Coltrane und Stan Getz und ihrem 1960 in Düsseldorf (!) gespielten Live-Medley von Autumn Leaves / What’s New / Moonlight in Vermont.

© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Black Ben – kann sein, kann auch nicht sein (03.09.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Black Ben; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Black Ben, könnte es sich um einen Verwandten des Black Ben Davis oder des Gano (der auch Black Ben Davis genannt wird) handeln. Der Apfel wurde 1905 von Amanda Newton für die Pomological Watercolor Collection des USDA gezeichnet, der Apfel kam aus dem Pike County in Missouri. Allerdings ist bei beiden das Rot der Schale nicht so stark ausgeprägt, auch in den Beschreibungen wird immer ein Gelb als Grundfarbe genannt. „Black“ bezieht sich beim Ben Davis nicht auf die Farbe, sondern auf einen Mr. Black, der die Sorte gezüchtet hatte.

Zum anderen ist der Kalenderapfel deutlich länglicher. Daher will ich mich lieber nicht festlegen – wer mag, kann den Links folgen und in den Apples of New York zu den beiden Kandidaten nachlesen. Beim heutigen Apfel zeigt sich mir nochmals, daß ich kein wirklicher Fan von roten Äpfel bin. Ich vermute, ich hatte in der Kindheit zu oft mehlige rote Exemplare erwsicht.
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AdT: Limber Limb Pippin (02.09.2022)

Historische Abbildung eines grünen Apfels mit unregelmäßigen kleinen Flecken sowie eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Limber Limb Pippin; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Limber Limb Pippin (also ungefähr der „geschmeidige Ast“-Pippin). In der Pomological Watercolor Collection des USDA gibt es drei Abbildungen dieser Sorte, die alle Deborah Griscom Passmore angefertigt hatte. Die Äpfel bekam sie in den Jahren 1895, 1897 und 1900 (der Kalender-Apfel) alle von Benjamin Buckman, der im Sangamon County Illinois eine riesige Sammlung an Varietäten hatte.

Ich finde, daß sich heute ein Blick auf die drei Abbildungen sehr lohnt, weil sie sich, obwohl von nur einer Künstlerin gezeichnet, doch im Stil unterscheiden.

Es gibt sehr viele Informationen zum Limbertwig, aber der Blick auf die Abbildungen beim USDA zeigen doch einen schon farblich sehr anderen, nämlich meist kräftig roten Apfel.

Und so gibt es nach einer Weile mal wieder einen unbekannten Apfel.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Und da Springfield die Hauptstadt des Bundesstaats Illinois ist, aus dem der heutige Kalenderapfel stammt, kommt hier – aus dem anderen Springfield – noch ein Apfel-Clip mit Homer Simpson. Den ersten hatte ich hier verlinkt.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Close Seedling – nicht close genug (04.08.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Professor C.P. Close Seedling; © USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Close Seedling, ist leider auch wieder ein Unbekannter. Wenn auch ein viel gemalter. Es gibt bei der Suche zehn Treffer beim USDA, die sich zum Teil in Form und Farbe sehr unterscheiden. Sie wurden auch in sehr unterschiedlichen Regionen angebaut, die Anbaugebiete reichen von

Riley County, Kansas, über Prince Georges County, Maryland, Bennington County, Vermont, bis eben nach Chico, Butte County, California,

woher die Kalender-Abbildung stammt.
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AdT: Scarlet Beauty (02.08.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Scarlet Beauty; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Scarlet Beauty, die Abbildung hat Elsie Lower 1909 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt. Der Apfel, der der einzige in der Sammling ist, stammte laut Datenbank aus dem St. Lawrence County im Bundesstaat New York. Allerdings lese ich auf der Abbildung Steuben County, der ebenfalls im Staat New York, aber doch etwas entfernter liegt.

Leider habe ich nichts zu der Sorte gefunden, weder in den Apples of New York noch in Creighton Lee Calhouns Old Southern Apples oder in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“. Nichts in den Protokollen der Versuchsstation in Rosslyn, und selbst in der List of fruit varieties von Benjamin Buckman, in der sich sonst fast alles an seltenen Apfelsorten findet: kein Hinweis. Also ein weiterer unbekannter Apfel.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Dinwiddie (18.07.2022)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Dinwiddie; © USDA

Über den heutigen Apfel des Tages, den
Dinwiddie, der auch „Dinwiddie’s Seedling“ heißt, habe ich leider nicht viel herausgefunden. Die Abbildung wurde von Amanda Almira Newton 1921 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt; der Apfel selbst kam von der kanadischen Versuchsstation Kentville in Nova Scotia.

1864 soll ein Soldat der Konföderierten von North Carolina einen Sämling in Dinwiddie County, Virginia, gefunden haben. Der 1752 gegründete County wurde nach dem britischen Kolonialbeamten Robert Dinwiddie (1693-1770) benannt.

Interessanterweise findet sich in den Descriptive catalogues der Franklin Davis Nursery Co. aus den Jahren 1898 und 1900 ein Hinweis auf einen Dinwiddie’s Seedling No.2, der „beobachtet“ werden sollte, weil er möglicherweise eine interessante Sorte sei. In späteren Katalogen der Baumschule habe ich keine weiteren Einträge gefunden.

So gibt es mit dem Dinwiddie in diesem Blog einen weiteren unbekannten Apfel.

Die Künstlerin

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Und sonst:

Wie die Erwähnung des Finders, ein Soldat der Konföderierten, schon ahnen läßt, gab es auch im Dinwiddie County eine Schlacht während des Amerikanischen Bürgerkriegs: Die Schlacht am Five Forks war die entscheidende Schlacht des Appomattox-Feldzugs.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Kemp – aus Irland? (16.07.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Kemp; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Kemp, die Abbildung stammt aus der Pomological Watercolor Collection des USDA. Sie wurde 1914 von „M. Strange“ angefertigt, der Apfel stammte aus Hedgesville im Berkeley County, West Virginia.

Leider habe ich zu der Sorte nicht viel gefunden. In der britischen National Fruit Collection (NFC) gibt es einen Hinweis auf die Sorte: Demnach stammt sie aus dem County Armagh in Irland, wo sie seit 1837 bekannt sei, ein Synonym ist „May Bloom“. Die Sorte wurde sowohl als Küchen- wie auch als Dessertapfel verwendet. Das Foto bei der NFC deutet darauf hin, daß es immer noch Bäume geben könnte. Und tatsächlich findet sich z.B. bei der Heritage Fruit Tree Nursery im nordwestlichen County Leitrim der Kemp im Angebot.

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