AdT: Gestreifter Luikenapfel – eine „Lokalsorte“? (28.02.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels, einmal am Zweig mit Blatt, einmal liegend; Bund Lego

Der Luikenapfel, aus Gustav Schaals „Äpfel, Birnen, Stein-Beeren- und Schalenobst“; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist ein echter Württemberger: der Luikenapfel. Nach Ansicht einiger Pomologen soll sich der Name von der Esslinger Weingärtner-Familie Luik ableiten.

Er war vor den Napoleonischen Kriegen als Ludwig-Apfel bekannt, seitdem aber nur noch als Luiken- oder Luyken-Apfel aufgeführt (woher das „Gestreifter“ auf dem Kalenderblatt stammt, ist mir nicht bekannt).
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AdT: Rother Gülderling (27.02.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Der rothe Gülderling, von Langenthal; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der rote Gülder- oder Gulderling. Die Abbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878), Adrian Diel hat den Apfel im 3. Apfel-Band (PDF) der „Deutschen Kernobstsorten“ beschrieben, ebenso Theodor Engelbrecht in „Deutschlands Apfelsorten“

Warum der Apfel „roter“ genannt wird, wenn die Beschreibung der Schale von Diel als

glatt, etwas geschmeidig, grün, später hellgelblichgrün, sonnenw. bräunlich geröthet, kaum merklich streifig

lautet, vermag ich nicht nachzuvollziehen.
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AdT: Englischer Gestreifter Kurzstiefel – Autocorr strikes again (26.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo

Englischer Gestreifter Kurzstiel; ©BUND Lemgo

Und wieder hat wohl die Autokorrektur zugeschlagen: Der heutige Apfel des Tages heißt Englischer Gestreifter Kurzstiel, nicht Kurzstiefel. Er ist auch als Langtons Sondergleichen*, Rosmarin-Reinette, Mohnapfel und Non such bekannt stammt aus Großbritannien und wurde 1809 von Adrian Diel (1756-1839) erstmals beschrieben.
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AdT: Gestreifter Apfel im Hornung (25.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen Apfels und eines Zweigs; BUND Lemgo

Der gestreifte Schweizer-Apfel nach Johann Prokop Mayer; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages wurde ein Namensbestandteil vergessen: Es ist der Gestreifte Schweizer-Apfel. Johann Prokop Mayer (1737-1804) hat ihn in Band III (PDF, S. 82ff) seiner Pomona Franconica beschrieben.

Ausführlich heißt er dort

der grün und gelbgestreifte Schweizer-Bergamottenapfel. Gestreifter Rosmarin- Papagai- Kranich- oder, Zürcherapfel.

Allerdings hält Mayer den Begriff „Schweizer“ für irreführend, er sieht den Apfel in Böhmen und den benachbarten Ländern beheimatet.

Der Baum ist wohl ein lohnender, weil schnell ertragreich. Die Schale ist zunächst abwechselnd gelb und grün gestreift, mit zunehmender Reife wandelt sich das Grün dann aber zu einem Gelb, das immer noch vom ursprünglichen zu unterscheiden ist. Auf der Sonnenseite kommt dann noch ein sanftes Karminrot dazu.

Das Fleisch ist weiß, körnig und ziemlich zart. Es ist sehr saftig und hat dabei eine angenehme Weinsäure. Sehr schön Mayers Urteil: „(…) doch erhebt er sich über das Mittelmässige, und darf sich auf ieder Tafel sehen lassen.“ Um Allerheiligen reif, hält der Apfel sich bis in den Hornung (ach ja, der schöne altdeutsche Name für den Februar).

Historische Abbildung zweier gelblich-grünlichen Birnen; BUND Lemgo


Die gestreifte Schweizer Bergamotte nach Johann Prokop Mayer; ©BUND Lemgo

Angeblich hat der Apfel Ähnlichkeit mit der Schweizer-Bergamottenbirne. Bitte vergleichen Sie selbst.

Und sonst:

Für „Hornung“ gibt es zwei Erklärungen: Die Rothirsche werfen im Februar ihr altes Geweih, das „Gehörn“ ab. Etwas um- und für mich unverständlicher ist die in der Wikipedia wiedergegebene Theorie, daß Hornung „der im Winkel/Geheimen gezeugte Bastard“ bedeutet, da er in der Anzahl der Tage zu kurz kommt.

Momentan höre ich (mal wieder) Hansjörg Schneiders „Hunkeler und der Fall Livius“ mit dem großartigen Ueli Jaegi. Dazu paßt, daß im Elsaß, wo der Fall u.a. spielt, der Februar immer noch Hornung genannt wird.

Ganz schön sind auch noch die Bezeichnungen „Schmelzmond“, „Taumond“ oder „Narrenmond“.

Und sonst ist heute Sonntag, da wird geruht und nur das eine oder andere Stück Apfel-Kuchen verdrückt.

AdT: Dudley Winter – let it snow … (24.02.2018)

Historische Abbildung eines rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Dudley Winter, 1901 von Deborah Griscom Passmore gezeichnet; ©USDA

Auch der heutige Apfel des Tages, der Dudley Winter, ist wieder ein US-amerikanischer Apfel. Er ist bereits im September reif, kann aber bis in den Winter gelagert werden. Der Apfel wurde um 1877 in Castle Hill im Bundesstaat Maine gezüchtet, weshalb der Baum auch zu den besonders winterharten zählt: In dem Ort mit rund 425 Einwohnern ist es gegenüber dem langjährigen Mittel der USA um etwa 10 Grad kälter. Die Schneefälle zwischen Oktober und Mai liegen mit über fünfeinhalb Metern knapp doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA.
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AdT: Golden Delicious – gar nicht sooo langweilig (23.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Golden Delicious, 1923 von Royal Charles Steadman gezeichnet; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Golden Delicious. Zu dem ich eigentlich gar nichts schreiben wollte, weil der Apfel ja allgegenwärtig ist. Und ich so überhaupt kein Freund dieser Sorte bin.
Aber das wäre natürlich etwas schnöselig. Und tatsächlich gibt es einiges interessantes über die Sorte zu erzählen.
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AdT: Grosser Rother Zizenapfel (21.02.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels; BUND Lemgo

Der Grosse Rothe Zizenapfel nach Johann Prokop Mayer; ©BUND Lemgo

Noch leicht angeschlagen, versuche ich es mal wieder mit dem Apfel des Tages. Der Name ist ja ziemlich, ähm biologisch. Johann Prokop Mayer (1737-1804) nennt in Band III (PDF, S. 88f) seiner Pomona Franconica Synonyme:

Rother langer Bastardwinterkalwill, Rother Schlotter-*, Kardinals-, Gänse-** oder Glockenapfel.

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AdT: Alstott – und eine kleine Tour d’Europe (14.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Der Alstott; ©USDA

Zu dem heutigen Apfel des Tages, dem Alstott, habe ich bis auf die Abbildung beim USDA nichts gefunden. Die Sorte ist weder im „Rolff“ noch in den „Apples of New York“ noch im Band „Old Southern Apples“ verzeichnet – letzteres ist auch nicht so überraschend, da Bertha Heiges den Alstott 1897 in Farmingdale, Sangamon County, Illinois gefunden hat – das liegt nicht gerade im Süden der USA.
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AdT: Rother Ramburger Apfel – die Welt ist klein (13.02.2018)

Historische Abbildung eines roten, in der Form platten Apfels; BUND Lemgo

Der Rothe Romburger, nach J. P. Mayer; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages taucht in der Literatur als Roter Winter-Rambour auf, sowohl bei Engelbrecht (PDF) als auch bei Oberdieck (PDF). Was ich bei dem Apfel, ähnlich wie beim gestrigen Brühler Kurzstiel, interessant finde, ist seine gedrungen-platte Form. Die so gar nicht in das heutige Bild vom schönen runden Apfel zu passen scheint. Ob die im Laden eine Chance hätten?
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AdT: Brühler Grüner Kurzstiefel – ein Apfel aus der Umgebung (12.02.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo

Der Brühler Kurzstiel, von Johann Freiherr von Aehrenthal; ©BUND Lemgo

Nicht, daß ich es für unmöglich hielte, es könne auch „Stiefel-Äpfel“ geben. Aber der heutige ist dann doch der Brühler Grüne Kurzstiel (oder Brühler Kurzstiel). Der Winterapfel wird von Eduard Lucas im Illustrierten Handbuch der Obstkunde von 1875 ausführlich beschrieben.
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