AdT: Grüner Fürstenapfel (26.11.2022)

Historische Abbildung eines grünen und eines aufgeschnittenen Apfels; Biodiversity Heritage Library

Grüner Fürstenapfel; © Biodiversity Heritage Library

Der heutige Apfel des Tages ist der Grüne Fürstenapfel, die Abbildung stammt aus Wilhelm Lauches Deutscher Pomologie, die von 1879 bis 1884 in 6 Bänden erschien.

Lauche (1827-1883) war Gärtner, Dendrologe und Pomologe, seine Beschreibung des heutigen Apfels findet sich im umfangreichen Angebot der Wageningen University & Research.

Lauche führt für die Sorte drei Namen auf:

Grüner Fürstenapfel,
Prince Verte und
Kempes Pauliner.

Und zu letzterem hatte ich schon einen Beitrag, in dem auch der Grüne Fürst erwähnt wurde. Also bitte hier entlang.

(Vielleicht sollte ich noch die Kategorie „Alte Bekannte“ einführen …)

AdT: Constantine (25.11.2022)

Fotografie eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; Biodiversity Heritage Library
Constantine; © Biodiversity Heritage Library

Der heutige Apfel des Tages ist der Constantine, die Abbildung stammt aus Band 2 der Apples of New York und ist eines der seltenen Fotos im diesjährigen Kalender. In der Pomological Watercolor Collection des USDA taucht die Sorte nicht auf, auch nicht in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ oder inTom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“.

Die Sorte soll dem Alexander sehr ähneln – über den gibt es schon einen Eintrag im Blog. Mit ihm werden dann auch einige Vergleich angestellt. Der Constantine beginnt in der Versuchsstation im Vergleich zum Alexander etwa eine Woche später zu reifen und hält sich länger. Die Bäume sind nicht so groß und können dichter gepflanzt werden als die des Alexander.

Der Constantine bringt zuverlässig alle zwei Jahre oder fast jährlich gute Ernten. Der Prozentsatz an vermarktbaren Früchten ist größer als der vom Alexander, weil es weniger Fallobst gibt, die Äpfel weniger dazu neigen, Risse um den Kelch und den Stiel zu zeigen und die Schale seltener durch Scheuern an den Zweigen verfärbt wird.
„AdT: Constantine (25.11.2022)“ weiterlesen

AdT: Childrens Delight (24.11.2022)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Childrens Delight; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Childrens Delight, die Abbildung hatte Deborah Passmore 1899 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt. Das Exemplar stammte aus dem Montgomery County in Maryland. Auf der Illustration, die die einzige in der Sammlung ist, gibt es noch die Hinweise, daß der Apfel von der Farm eines A. W. Smith aus Glenmont stammt und daß der Lebensmittelinspektor J. R. Motherhead ihn geschickt hatte. Leider habe ich sonst keine Informationen zu der Sorte. Wegen des Namens ist anzunehmen, daß es eine süße Sorte war.

So ist es also ein weiterer unbekannter Apfel.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

………………..
© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: All Purpose – und eine interessante Geschichte (23.11.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

All Purpose; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist leider auch ein wenig beschriebener: Zum All Purpose habe ich nur in Creighton Lee Calhouns Old Southern Apples etwas gefunden. Allerdings taucht dahinter eine interessante Geschichte auf.

Die Illustration hatte Deborah Passmore 1900 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt, das Exemplar kam aus Pomona (sic) im Guilford County, North Carolina.

„AdT: All Purpose – und eine interessante Geschichte (23.11.2022)“ weiterlesen

AdT: Mr. Gladstone (22.11.2022)

Historische Abbildung eines gelb-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Mr. Gladstone; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Mr. Gladstone, die Abbildung stammt aus dem 1896 erschienenen Band 42 der Pomologischen Monatshefte, die 1855 von den Pomologen Eduard Lucas (1816-1882) und Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) als „Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau“ (1855-1865) gegründet wurden. Sie hieß später „Illustrierte Monatshefte für Obst- und Weinbau“ (1865-1874), eben „Pomologische Monatshefte“ (1875-1905) und „Deutsche Obstbauzeitung“ (1906-1922).

Die Sorte gehört zu den Rosenäpfeln und ist eine englische Sorte, die 1855 vom Pomologischen Institut in Reutlingen aus Chester bezogen wurde. Es soll die erste deutsche Beschreibung der Sorte sein.

Eigentlich ein mittelgroßer, plattrunder Apfel, gibt es aber auch längliche Exemplare – wozu offensichtlich auch der abgebildete gehört. Max Goerlich, der den Artikel verfaßt hatte, nannte als Reifezeit des sehr guten Tafelapfels Mitte Juli bis Anfang August, was mit englischen Quellen übereinstimmt. Trotz der kurzen Haltbarkeit empfiehlt er den Anbau.

Und falls jemandem der Name irgendwie bekannt vorkommt: Es gibt im Blog schon eine ausführliche Beschreibung des Gladstone, da allerdings aus US-Quellen. Also bitte hier entlang.

AdT: Dark Red Delicious Sport (21.11.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Dark Red Delicious Sport; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Dark Red Delicious Sport, die Abbildung hatte Mary Arnold 1932 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt.

Leider konnte ich zu dieser Sorte, die eine der zahlreichen Varietäten (das bedeutet das „Sport“) des Red Delicious ist, sonst nichts herausfinden. Zum Red Delicious gibt es einen ausführlicheren Beitrag (Gerechtigkeit für eine alte Sorte), der Dark Red selbst ist somit ein weiterer unbekannter Apfel.

Die Künstlerin

Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) gehörte (seit 1904) wie Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den wichtigen Illustrator*innen beim US Department of Agriculture. Über ihr Leben weiß man nicht viel, da Unterlagen über sie vor 1921 vernichtet wurden.

Und sonst:

Das abgebildete Exemplar hatte Mary Arnold 1932 aus dem Yakima County erhalten. Da war der Yakima-Krieg (heute Yakama-Krieg) noch nicht mal 70 Jahre vorbei. Für an der US-Geschichte Interessierte ist der Artikel vielleicht ein guter Einstieg.

Und passenderweis hat die Stadt Yakima einen dunkelroten Apfel in ihrem Siegel.

………………..
© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Stead’s Kernel Apple (20.11.2022)

Historische Abbildung eines gelblichen Apfels an einem Zweig mit Blättern; Biodiversity Heritage Library
Stead’s Kernel Apple; © Biodiversity Heritage Library

Der heutige Apfel des Tages ist Stead’s Kernel Apple, die schöne Abbildung stammt aus der 1811 von Thomas Andrew Knight herausgegebenen Pomona Herefordiensis*, dort findet sich die Beschreibung auf S. 167.

Die Sorte erhielt ihren Namen von Daniel Stead, Esq. of Broadward, der sie aus Samen gezogen hatte. Der ursprüngliche Baum stand um 1810 auf einem Anwesen, das Stead früher besessen hatte und das dann Eigentum von Reverend Thomas Albam in Brierly wurde, was in der Nähe von Leominster liegt.

Sowohl der Baum als auch die Äpfel hatten so wenig Ähnlichkeit mit anderen, daß nicht bekannt war, aus welchem ​​Apfel diese Sorte hervorging.
„AdT: Stead’s Kernel Apple (20.11.2022)“ weiterlesen

AdT: Ananasapfel (19.11.2022)

Historische Abbildung von zwei länglichen rötlichen Äpfeln und der Zeichnung eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Ananasapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Ananasapfel, die Abbildung stammt aus dem 1859 erschienenen Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Langethal nennt ihn Christ’s Ananasapfel, er beruft sich auf Johann Ludwig Christs (1739-1813) Beschreibung in dessen 1802 erschienenen „Pomologischen praktischen Handwörterbuch“. Langethal zählt die Sorte zu den Gülderlingen.

Langethal beschreibt die Äpfel in Höhe und Breite als annähernd gleich, nämlich 2 1/2 Zoll breit und 2 3/4 Zoll hoch. Der Bauch sitzt ziemlich in der Mitte, die Wölbung fällt am Stiel und am Kelch ziemlich gleichmäßig stark ab, wodurch die Frucht einem Zylinder ähnelt.
„AdT: Ananasapfel (19.11.2022)“ weiterlesen

AdT: Landsberger Renette (18.11.2022)

Historische Abbildung von zwei gelblich-grünen und einem aufgeschnittenen Apfel, dazu ein stilisiertes Blatt; BUND Lemgo

Landsberger Renette; © BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfel des Tages, der Landsberger Renette, stammt aus dem Band Unsere besten Deutschen Obstsorten, der 1929 in der 6. Auflage erschien und in dem 52 Apfelsorten vor- und dargestellt wurden. Dank des BUND Lemgo können sie auch online betrachtet werden.

Die Sorte wurde um 1850 vom Justizrat und Pomologen Theodor Heinrich Otto Burchardt (1771-1853) gezogen, der im westpommerschen Landsberg an der Warthe (Gorzów Wielkopolski) lebte. Sie hatte sich dann sehr weit verbreitet und ist heute noch vielerorts zu finden, wie auch an den zahlreichen Abbildungen in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo zu sehen ist.
„AdT: Landsberger Renette (18.11.2022)“ weiterlesen

AdT: Mason – „Einer war doppelt, den müssen wir abziehen …“ (17.11.2022)

Historische Abbildung zweier gelb-rötlicher Äpfel; USDA
Der Mason; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages heißt mit vollem Namen Mason’s Orange. Und den hatten wir schon, nur mit einer anderen Abbildung. Also verweise ich auf den vorherigen Beitrag und füge hier nur die Information zu Royal Charles Steadman hinzu, der 1918 das Exemplar aus Wooster* im Wayne County, Ohio, erhielt und für die Pomological Watercolor Collection des USDA zeichnete.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

………………..
* Aus Wooster stammt der Melrose-Apfel, der dort an der Versuchsstation gezüchtet wurde.

© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705