AdT: Christ’s englischer Königsapfel – märchenhaft (06.04.2018)

Historische Abbildung zweier grüner und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Christ’s Englischer Königsapfel, aus Langethals „Obstcabinett“ ; ©BUND Lemgo

Christ’s englischer Königsapfel, der heutige Apfel des Tages, ist möglicherweise gar nicht, was er vorgibt: Der bedeutende Pomologe Adrian Diel (1756-1839) zweifelte jedenfalls an der englischen Herkunft. Das „Christ’s“ im Namen könnte vom Pomologen Johann Ludwig Christ (1739-1813) abgeleitet sein, von dem u.a. Gustav v. Flotow (1789-1864) Reiser des Königsapfels erhielt.

Flotow beschreibt dann auch den Apfel im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF). Obwohl der Apfel Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht sehr verbreitet schien, gab es zahlreiche Beschreibungen, die neben anderen sehr oft den Namen „Rojale Angleterre“ verwenden.

Die feine, glatte Schale ist sehr geschmeidig, blaß zitronengelb mit einer gelbroten Färbung auf der Sonnenseite. Es gibt zahlreiche, eher unauffällige Punkte. Flotow schließt nicht aus, daß bei sehr sonniger Lage auch eine rotstreifige Färbung auftreten kann.

Das weiße, feine Fruchtfleisch wird im ausgereiften Zustand mürbe, ist recht saftig, hat einen leichten Weingeschmack und nur schwachen Geruch. Er ist im Dezember genußreif und kann bis ins Frühjahr, nach Diel sogar bis in den Sommer halten, und als Tafel- und Wirtschaftsapfel sehr gut geeignet.

Was auffällt, sind die unterschiedlichen Abbildungen beim BUND Lemgo. Abgesehen davon, daß das Kalenderexemplar von Langethal extrem grün wirkt, sind die Formen auch etwas unterschiedlich. Allerdings hat schon Diel beschrieben, daß die Früchte unterschiedlich ausfallen können.

Und sonst:

Im tschechischen Märchenfilm „Tři veteráni“ (in der DDR „Verschenktes Glück“, in der BRD „Die Prinzessin mit der langen Nase“) verkaufen drei Veteranen dem König „Königsäpfel“, die seine Tochter noch schöner machen sollen. Doch die Äpfel stammen vom wundersamen Rüsselbaum und lassen der Prinzessin eine sehr lange Nase wachsen. Am Ende wird natürlich alles gut, wie in diesem Ausschnitt zu sehen (und von Tschechisch sprechenden Menschen auch zu hören) ist.

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