AdT: Leckerbissen – don’t judge an apple by its skin (06.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten Apfels; Bund Lemgo

Leckerbissen; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Leckerbissen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob Aussehen und Name wirklich zusammenpassen. Die Abbildung stammt aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Die Sorte kam 1860 aus den Niederlanden, dort heißt sie Lekkerbeetje, in Frankreich wurde das zum Friesischen Apfel, dem Pomme Friandise.
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AdT: Black Apple – Erntezeit (05.12.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Black Apple; ©USDA

Es kommt mir gerade so vor, als würde ich die Ernte des Apfeljahrs einholen. Der heutige Apfel des Tages ist der Black Apple, 1904 von Elsie Lower im La Grange County, Indiana, gefunden. Neben dem Black Ben, dem Black Oxford und dem Hoover, der auch Black Coal heißt, hatten wir hier schon den Black Jersey. Und das dürfte unser heutiger Apfel sein. Der Black Apple ist nach Creighton Lee Calhoun der ursprüngliche Name des Jersey Black. Daher verweise ich schnell auf den früheren Beitrag und auf die ganz interessante Biographie der heutigen Künstlerin.

Gefunden habe ich noch einen „Besuch“ bei der Black Apple Cidery, bei dem ganz schön die Produktion und die Vielfalt der Cider-Welt gezeigt wird.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Englischer Winterquittenapfel (04.12.2018)

Historische Abbildung eines gelben Apfels; Bund Lemgo

Englischer Winterquittenapfel; ©BUND Lemgo

Der Name des heutigen Apfels des Tages klingt wieder interessant: Englischer Winterquittenapfel. Das Jahr begann ja schon mit dem Decarie, der einen quittenartigen Geschmack hatte. Und zwischendurch gab es auch einen „Quince“, was das englische Wort für Quitte ist. Die Geschmacksrichtung „Quitte“ gibt es häufiger, als ich mir das vorgestellt hätte. Allerdings verdankt der heutige Apfel seinen Namen dem Aussehen, das die Abbildung aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, erschienen 1833) gut belegt.

Der Englische Winterquittenapfel ist identisch mit dem Winterquittenapfel, stammt aus England und hattte sich im 19. Jahrhundert in Deutschland ziemlich verbreitet.

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AdT: Reinette von Breda – viele schöne Bilder (03.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Renette von Breda; ©BUND Lemgo

Montags ist es ja eh meist hektisch. Da paßt es gut, daß wir den heutigen Apfel des Tages schon mal hatten. Die Reinette von Breda war mit ihrem Synonym Nelguin schon im Mai ein Apfel des Tages – auf den Eintrag verweise ich also einfach.

Ganz schön kann bei dem heutigen Apfel die Vielfältigkeit der Abbildungen gesehen werden. Beim BUND Lemgo gibt es zehn verschiedene.

Aus diesem Anlaß noch mal mein herzlicher Dank an die Seitenbetreiber, ohne ihre Arbeit wäre dieser Blog gar nicht möglich, und mit dem Bild- und Textbestand bereichern sie neugierige Menschen wie mich ungemein.

AdT: Dittrichs Winterrosenapfel – eine schöne Geste (02.12.2018)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; bund lemgo

Dittrichs Winterrosenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist Dittrichs Winterrosenapfel, der in Thüringen schlicht Winterrosenapfel, Cardinal, Winter-Cardinal oder Rosen-Cardinal genannt wurde. Adrian Diel (1756-1839) hatte ihn dann nach Johann Georg Dittrich (1783-1842) benannt – was eine schöne Geste ist.

Dittrich war Pomologe und Koch, was ich bisher als Kombination noch nicht gesehen habe. Er hatte unter anderem als Hofküchenmeister für die herzögliche Familie Sachsen-Gotha-Altenburg gearbeitet, bedeutender waren aber seine Bücher über den Obstanbau. Angeblich wurden seine Methoden noch bis in die 1920er Jahre als Grundlagen gelehrt.

Die Abbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878), an dessen Beschreibung ich mich auch halte.

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AdT: Weisser Bastard Winterkalwill – noch eine Variante (01.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-roten Apfels;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Weisser Bastard Winterkalwill; ©BUND Lemgo

Wir hatten früher schon einmal den Weißen Winter-Kalvill und den Weißen Winterkalwill Tollapfel, die beide in Johann Prokop Mayers (1737-1804) Pomona Franconica beschrieben wurden – auf diese Einträge verweise ich deshalb. Der heutige Apfel des Tages ist die Variante des Weißen Bastard-Winterkalwilln und ebenfalls bei Mayer zu finden.

Um 1785 erhielt Mayer aus Straßburg ein junges Bäumchen, das er an einer hohen Mauer zum halbstämmigen Spalier heranzog, wobei er immer nur wenige Äpfel heranreifen ließ, damit diese größer wuchsen. Die Sorte ähnelt sehr dem Weißen Winterkalwill, nur hat der Bastard weniger stark ausgeprägte Rippen und Erhöhungen. Der Apfel zeigt etwas mehr Röte, ist in der Qualität aber nicht so gut wie der Weiße Winterkalwill. Gegen Weihnachten ist er genußreif, Mayer empfiehlt ihn als Kompott-Apfel. Auch er gehört zu den Schlotter-Äpfeln, die Kerne liegen lose in den großen Kerngehäusen und klappern.

Und sonst:

Leider gibt es keine erfreulichen Suchergebnisse für „Bastard“, daher gibt es heute auch kein „Und sonst“.

AdT: Claygate Parmäne (30.11.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Claygate Parmäne; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist die Claygate-Parmäne, die Abbildung stammt aus der „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ von Rudolf Stoll (1847-1913).

Gustav v. Flotow (1789-1864) stellte ihn im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) sehr schön vor:

Der Baum wurde nach Hogg von Herrn Braddik in einem Zaun nahe an seinem Wohnsitz Claygate, einem Weiler im Kirchspiel Thames Ditton in Surry gefunden und durch ihn weiter verbreitet.

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AdT: Northern Spy – finally (29.11.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Northern Spy; ©USDA

Wir hatten schon den Red Spy und den Red Spy Victor – heute ist endlich der Northern Spy als Apfel des Tages dran. Das Kalender-Exemplar hat Amanda Newton 1913 in Cedaredge im Delta County, Colorado, gezeichnet. 2003 wurde die Sorte als eine von vieren von der US Post als Briefmarke herausgegeben, die anderen waren der Golden Delicious, der Baldwin und der Granny Smith.
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AdT: Bürgerherrnapfel – vielleicht auch ein Geflammter Kardinal? (28.11.2018)

Historische Abbildung zweier gelb-rötlicher und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Bürgerherrnapfel; ©BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfels des Tages, dem Bürgerhernapfel, stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Interessanterweise wird er mehrfach als Synonym für den Geflammten Kardinal genannt, allerdings geht dann niemand darauf näher ein. In der Obstsortendatenbank ist vermerkt:

„wird zum Teil in der Literatur mit Geflammten Kardinal gleichgesetzt – es ist unklar, ob es sich um eine eigenständige Sorte handelt“.

Und da der Geflammte Kardinal hier noch nicht besprochen wurde, halte ich mich einfach an Langethals Beschreibung.
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AdT: Pomme noble rouge – edel, edel (27.11.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Pomme noble rouge; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Pomme noble rouge, wurde hier schon als Edelrother beschrieben, so heißt er auf der Abbildung aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ ja unter anderem auch. Daher verweise ich auf den früheren Eintrag und füge nur Stolls Schlußbemerkung hinzu:

Reift December bis März, hält sich gut aufbewahrt bis weit in den Frühling hinein. In Südtirol vielfach angebaut, gehört er dort zu den beliebtesten und geschätztesten Markt- und Handelsäpfeln. An Schönheit und edler Form den anderen Tiroler Äpfeln nicht nachstehend, wird er sowohl von den Rosmarin-Äpfeln als von dem Köstlichsten an Güte des Fleisches weit übertroffen.
Der Baum wächst sehr kräftig und ist fruchtbar.

Die heutige Abbildung ist allerdings gefälliger als die im Januar verwendete. Damals hatte ich nur in der Wikipedia einen rechtefreien Edelroten gefunden. Was daran lag, daß ich noch nicht bei der tollen Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo nachgefragt hatte, ob ich die dort vorhandenen Abbildungen im Blog verwenden darf. Ich darf schon lange, was sehr erfreulich ist. Dort gibt es auch die beiden edelroten Kalenderäpfel zu sehen.