AdT: Hyslop (26.12.2018)

Historische Abbildung von zwei dunkelroten Äpfel, die an einem Zweig mit Blättern hängen; USDA

Hyslop; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Hyslop, gehört zu den Crab Apples, den Holzäpfeln. Von denen hatten wir schon den Wildapfel. Die schöne Abbildung stammt von Royal Charles Steadman, der den Apfel 1919 in South Haven im Van Buren County, Michigan, gefunden hatte. Der Hyslop wird im 2. Band der Apples of New York beschrieben.

Die Herkunft ist unbekannt, im Jahr 1869 bemerkte der US-amerikanische Pomologe Charles Downing (1802-1885), daß die Sorte lange und sehr extensiv kultiviert wurde. Der Hyslop wurde allgemein von Baumschulen im ganzen Land aufgeführt und galt als einer der bekanntesten und am weitest verbreiteten Crab Apples.
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AdT: Rothe Calville (25.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels am Zweig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Roter Herbstkalvill; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Rote Herbstkalvill. Es ist eine sehr alte französische Sorte, die bereits im 17. Jahrhundert bekannt war. Die Abbildung stammt aus Christian Eduard Langethals (1806-1878) Deutschem Obstcabinet, er ordnet sie als Frucht II. Ranges ein. Im 19. Jahrhundert war die Sorte in Mitteleuropa sehr verbreitet, heutzutage ist sie selten.
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AdT: Florence (24.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels mit Zweig und Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Florence; ©USDA

In den Apples of New York ist der heutige Apfel des Tages, der Florence, beschrieben. Die Kalenderabbildung, die das Original etwas „frei interpretiert“ hat, wurde 1896 in Fayetteville im Cumberland County, North Carolina, von Bertha Heiges dokumentiert. Die Sorte soll ursprünglich aus dem Benton County in Arkansas stammen.

Die mittelgroßen bis großen Äpfel, die in einer Forschungsstation der Landwirtschaftsministeriums des Staates New York gezüchtet wurden, erinnern an den Ben Davis oder den Gano. Der Florence ist allerdings etwas kantiger und zeigt kräftigere Purpur-Streifen.

Meist recht gleichmäßig gebaut, gibt es in in der Form eine gewisse Variabilität. Sie ist rundlich eiförmig bis rundlich kegelförmig, an der Basis abgeflacht, unregelmäßig und oft breit gerippt oder eckig. Es gibt ungleiche Seiten, die manchmal zusammengedrückt wirken.

Die zähe, glatte Schale ist blass- oder weißlichgelb und mit einem leuchtend tiefen, Rosarot überzogen. Es gibt auch Äpfel, die eine deutliche rote Farbe zeigen (wie auch das Kalenderblatt) und zudem mit Purpur-Karmin gestreift oder gesprenkelt sind; dabei kann auch eine leichte bläuliche Färbung dazukommen, die ein etwas stumpfes Aussehen gibt. Poliert sind die Äpfel aber glänzend hellrot, mit verstreuten weißlichen Punkten.

Das gelbliche, eher feste und knackige Fruchtfleisch ist nicht sehr zart, nur mäßig feinkörnig, aber saftig. Der Geschmack geht ins Säuerliche, ist dabei angenehm aromatisch und wird als gut bis sehr gut eingestuft.

Die Saison Dezember bis Mai. Ob sich der Florence als Tafel- oder Wirtschaftsapfel eignete, konnte ich leider nicht herausfinden.

Die Künstlerin

Über Bertha Heiges, die den Kalender-Apfel gemalt hat, ist leider nur bekannt, daß von ihr über 600 Werke in der pomologischen Sammlung erhalten sind.

Und sonst:

Da das Apfeljahr langsam zuende geht, empfehle ich hier noch einen Beitrag aus Adams Blog: sein letzter Apfeltest für 2018, bei dem der Scarlett O’Hara im Abstand von sechs Wochen probiert wurde. Mir gefallen seine Texte immer sehr gut, sie regen meinen Apfel-Appetit an.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Schwarzer Borsdorfer (23.12.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels am Zweig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Schwarzer Borsdorfer; ©BUND Lemgo

Den heutigen Apfel des Tages, den Schwarzen Borsdorfer, hatten wir auch schon, damals hatte ich die Beschreibung von Rudolf Stoll (1847-1913) in der „Österreichisch-Ungarischen Pomologie“ verwendet.

Die Kalenderabbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878).

Langethal ergänzt den früheren Eintrag lediglich um zwei Anmerkungen:

Er hat keinen öconomischen Werth, denn sein etwas trockenes Fleisch besitzt einen herben Geschmack, mispelartig, wie sich Sickler passend ausdrückt. Dennoch erkennt man ihm den III. Rang zu, weil er durch seine Färbung die Fruchtteller putzt.
Die Äpfel zeitigen im December und halten sich den ganzen Winter hindurch.

Alles weitere und ein Hinweis auf den wunderebaren Aki Kaurismäki findet sich im früheren Blogeintrag.

Und als Merksatz zum heutigen 4. Advent: Lieber schwarz essen als schwarz sehen!

AdT: Rother Jonathan – wieder eine schnelle Nummer (22.12.2018)

Kalender mit der hsitorischen Abbildung eines gelblich-roten Apfels; Verlag Hermann Schmidt

Rother (?) Jonathan,
aus dem Kalender „An Apple a Day 2018“, mit frdl. Genehmigung des Verlags Hermann Schmidt

Zum heutigen Apfel des Tages, dem Rothen Jonathan, habe ich leider beim Pomological Watercolor Collection des USDA keine Abbildung gefunden. Dort, wie auch bei der Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo gibt es nur Abbildungen vom Jonathan, der dem Kalenderapfel allerdings auch sehr ähnelt.

Nichts in den Apples of New York , nichts in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“. Immerhin findet sich in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ ein Hinweis, daß es neben zahlreichen Varianten auch einen Red Jonathan gibt. Da er, bis auf ein etwas kräftigeres Rot und vielleicht ein paar anderen Details, wahrscheinlich nicht sehr vom Jonathan abweicht, verweise ich auf meinen früheren Eintrag.

Und falls noch jemand Geschenk-Ideen braucht: Wie wäre es mit einem schönen Buch über Äpfel? Oder Äpfel – natürlich etwas seltenere, die die Beschenkten noch nicht kennen.

AdT: Winter Paradise – dieses Jahr wohl nicht (21.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Winter Paradise; ©USDA

Der heutige schöne Apfel des Tages, der Winter Paradise, stammt wieder aus der Pomological Watercolor Collection des USDA, wurde 1928 von Royal Charles Steadman in Rosslyn im Arlington County, Virginia, gezeichnet und findet sich auch in den Apples of New York. Dort werden einige Synonyme aufgezählt: Honey Sweet, Paradise Winter, Paradise Winter Sweet, White Robinson und Wine Sweet.
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AdT: Kelchreinette (20.12.2018)

Historische Abbildung eines rötlich-grünen Apfels;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Rotgraue Kelchrenette; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages heißt vollständig Rotgraue Kelchrenette, wie es auch auf der Abbildung aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) Band „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 209f, erschienen 1833) zu sehen ist. Und auch das Synonym ist dort verzeichnet: die Osnabrücker Renette. Und da erinnerte ich mich doch an einen Eintrag

Die heutige Abbildung gefällt mir deutlich besser. Alles andere bitte im früheren Eintrag nachzulesen. Dann bleibt auch mehr Zeit für den ganzen Vorfeststreß.

AdT: Grosser Api – We are Family (19.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-roten Apfels, links und rechts davon eine Beschriftung; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Großer Api; ©BUND Lemgo

Unter dem Api, auch Rosenapfel, versteht man eine Apfel-Familie. Den Kleinen Api hatten wir schon, ebenso den Stern-Api. Der heutige Apfel des Tages, der Große Api, ist die – nomen est omen – große Ausgabe.

Der Api soll eine der ältesten Sorten sein, schon bei den Römern wurde sie unter anderem die „Persische“ genannt. Johann Prokop Mayer (1737-1804), aus dessen Pomona Franconica die Abbildung stammt, verliert sich etwas in weiteren Namensherkünften, die er dann immer wieder in Frage stellt. Und beendet die allgemeinen Betrachtungen zur Api-Familie mit einem Hinweis auf Jean Merlet, der im 17. Jahrhundert schrieb:

„Der Api hat keinen Geruch, wie andere Äpfel, denn er ist eine wilde Frucht. die in dem Wald, Apis, in Bretagne gefunden wurde.“

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AdT: Jefferies – überraschend (18.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels aus zwei Ansichten; USDA

Jefferi(e)s; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, der Jefferis, auch Jefferies, Everbearing, Grantham genannt, war ich doch überrascht, denn ich hatte kaum Informationen erwartet. Doch sowohl in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ als auch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ ist die Sorte zu finden. Er sieht auch sehr gut aus – die Abbildung hat Royal Charles Steadman 1920 im hier häufig auftauchenden Rosslyn im Arlington County, Virginia, angefertigt.
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AdT: Gestreifte Gelbe Calville – ist auch bald durch (17.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDABUND Lemgo Obstsortendatenbank

Gestreifte Gelbe Calville; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Gestreifte Gelbe (Herbst-) Calville, findet sich in Christian Eduard Langethals (1806-1878) Deutschen Obstcabinet. Die Frucht II. Rangs zählt zu den echten Kalvillen, ist eine kompakte, konisch gebaute Sorte, die deutliche Rippen aufweist.

Die etwas fettige Schale ist gelb, auf der Sonnenseite sind allerdings rote Streifen zu sehen, die sich mit roten Punkten abwechseln. Auf der Schattenseite sind dagegen nur ganz blasse Streifen zu sehen, die lediglich um die Stielwölbung herum häufiger sichtbar hervortreten.

Der Apfel unterscheidet sich durch starke Kalvillrippen, durch einen starken Kelch und den stärkeren Stiel von der Gestreiften (roten) Herbstkalvill. Er hat ein lockeres, weißes Fruchtfleisch, das um die Kelchröhre herum rot sein kann. Es ist saftig und hat einen angenehmen Muskatgeschmack – daher wird die Sorte auch Gewürzkalvill genannt.

Die Genußreife beginnt im Oktober, der Apfel hält sich bis Weihnachten. Der Baum wächst nur mäßig hoch, läßt seine Zweige gern hängen, trägt aber bald und bringt reichlichen Ertrag. In Süddeutschland gibt es auf Obstlehrpfaden immer noch einige Exemplare.