AdT: York – Frühlingsanfang! (20.03.2018)

Kalenderblatt mit historischer Abbildung eines rötlichen Apfels und einer Blüte; @Verlag Hermann Schmidt
Der York, aus dem Kalender „An Apple a Day“, mit frdl. Genehmigung des Verlags Hermann Schmidt

Weil heute Frühlingsanfang ist, gibt es das „Und sonst“ mal zuerst: Ein Video mit Apfelblüten im Zeitraffer!

Beim Kalenderblatt zum Apfel des Tages, dem York, habe ich den „Verdacht“, daß es aus zwei Illustrationen montiert wurde, die ich beim USDA gefunden habe:

Historische Abbildung einer Apfelblüte; USDA

York-Apfelblüte, von J. M. Shull, 1910, Woodwardville, Maryland; ©USDA

Historische Abbildung eines rötlichen Apfels; USDA
York-Apfel, von J. M. Shull, 1909, Winchester, Virginia; ©USDA

Beim York fällt in natura die schiefe Form auf, an der die Sorte leicht zu erkennen ist. Adam nennt ihn in seinem sehr schönen Beitrag, in dem der Apfel auch mit „Schlagseite“ zu sehen ist, einen „betrunken-schrägen Apfel“.

Der Apfel wurde 1820 vom Quäker Jonathan Jessop (auch Jessup) auf seiner „Springwood Farm“ in der Nähe von York, Pennsylvania, gezüchtet und ursprünglich bekannt als „Jonathan’s Fine Winter“. Seit 1948 gibt es einen Gedenkstein an der Stelle, an der Jonathan Jassop den ersten York gezüchtet hatte.

In den frühen 1850er Jahren bekam die Sorte aufgrund der exzellenten Lagerfähigkeit den Namen „Imperial of Keepers“. Aus diesem Spitznamen entwickelte sich „York Imperial“, er wurde zu einem der meistverkauften Äpfel.

Der York ist mittelgroß bis groß und hat deutliche Rippen. Seine Schale ist tiefrot mit grünlich-gelben Streifen und Flecken, gelegentlich auch gelb-grünen Flecken. Es kann auch zu grauen Schorfstreifen kommen.

Das feinkörnig-dichte Fruchtfleisch ist knackig und hat einen süß-säuerlichen Geschmack, der mit fortschreitender Lagerung süßer und weicher wird. Der Apfel ist ein ausgezeichneter Küchenapfel und kann auch für Cider verwendet werden. Die meisten Beschreibungen halten ihn als Tafelapfel für durchschnittlich, allerdings kommt Adam zu einem anderen Urteil:

Seine Aromen sind gut ausgewogen mit einem Hang zur süßen Seite: Vanille-Karamell und Getreide, auch Spuren von Pfirsich und, gelegentlich, Mandarine.

Wow!

Der Apfel wird in den USA auch heute noch häufig angebaut, besonders in Pennsylvania, Virginia und North Carolina. Lange wurden die Bäume auch nach Europa verkauft, doch dann gab es wohl von Seiten der Europäer einen Einfuhrstop.

Die Äpfel werden ab Oktober geerntet. Nach zwei Monaten sind sie genußreif, können ohne Probleme fünf bis sechs Monate lagern, wobei der Geschmack sich weiter verbessern soll.

Sehr schön finde ich die Seite der New York Apple Association, auf der unter anderem Apfelplantagen oder Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gefunden werden können; dazu gibt es Informationen zu Apfelsorten und Tips.

Der Künstler

James Marion Shull (1872–1948) war Botaniker und gehörte wie Royal Charles Steadman, Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA.

In der pomologischen Aquarellsammlung sind über 750 Aquarelle von ihm zu finden. Darunter auch viele mit Krankheitsbildern, worauf er sich spezialisiert hatte. Daneben machte er sich als Züchter von Schwertlilien einen Namen.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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