AdT: Rex Pippin – nicht kurz (11.12.2018)

Historische Abbildung eines grünlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Rex Pippin; ©USDA

Leider habe ich über den Apfel des Tages, den Rex Pippin gar nichts herausgefunden. Weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, noch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“, nichts in Adams Apfelblog, und selbst in den Apples of New York keine Spur.

Rein spekulativ könnte der Apfel etwas mit dem Ort zu tun haben, wo Deborah Passmore ihn 1903 fand: in Schaefferstown im Lebanon County, Pennsylvania. Schaefferstown wurde schon vor 1725 von jüdischen Deutschen besiedelt, die dann später, als nichtjüdische Deutsch nachkamen, weiterzogen (wie und warum habe ich nicht herausgefunden). In dem Ort gibt es bis heute das Rex-House, auch Gemberling-Rex-House, das im 18. Jahrhundert ein Gasthaus war. Vielleicht stand dort auch ein besonderer Apfelbaum?

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Und wenigstens sei hier noch etwas Bildung gehubert und auf Pippin, den Jüngeren, König der Franken hingewiesen.

Für Unterhaltung wollte Heinz Rühmann mit der 1934 gedrehten Filmkomödie „Pipin, der Kurze“ sorgen. Ob es funktioniert hat, kann hier nachgesehen werden.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Pfarrerapfel – aus Siebenbürgen (09.12.2018)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Pfarrerapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Pfarrerapfel, ist als Sikulaer, Secklerapfel, Szekely Alma oder Szekler Apfel bekannt. Er stammt aus dem ungarischen Siebenbürgen, hat sich auch nach Österreich verbreitet und ist sogar in der National Fruit Collection zu finden.

Die Abbildung stammt aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“, der auch den ursprünglichen Namen angibt.
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AdT: Adersleber Calvill – ein klösterlicher Apfel (09.12.2018)

Historische Abbildung von gelblich-rötlichen Äpfeln am Ast mit Blättern, und ein aufgeschnittener Apfel; Obstsortendatenbakn BUND Lemgo

Adersleber Kalvill; ©BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfels des Tages, dem Adersleber Kalvill, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie stammt aus „Deutschlands Obstsorten“, die von 1905 bis 1934 jährlich in drei Heften erschienen. Ich glaube, ich habe in meiner Knidheit viel in älteren Sammelalben gestöbert, in denen eine ähnliche Farbpalette und Illustrationsweise verwendet wurde. Beim BUND Lemgo sind zahlreiche Abbildungen gesammelt.

Die Gemeinde Adersleben, von der die Sorte den Namen hat, liegt im Landkreis Harz, dort gab es ein Zisterzienserinnenkloster mit Klostergut. Um 1830 hatte dessen Pächter, ein Amtsrat Meyer, drei Sämlinge gezogen, indem er einen Kalvill-Hochstamm mit einem Gravensteiner befruchtete – nach dem Sortenblatt bei der Arche Noah (PDF) war es ein Weißer Winterkalvill, der hier auch schon Thema war.
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AdT: Rother Herrenapfel – alias Stettiner (08.12.2018)

Historische Abbildung eines abgeplatteten roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Rother Herrenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages gab mir kurz ein Rätsel auf. Die Abbildung stammt aus dem Buch Pomona Franconica von Johann Prokop Mayer (1737-1804). Als Roten Herrenapfel konnte ich den Kalenderapfel in der Obstsortendatenbank vom BUND Lemgo nicht finden, also habe ich die Abbildungen so durchgesehen. Und den Apfel als Roten Stettiner entdeckt. Und den hatten wir schon im Juli. Wobei die heutige Abbildung doch wieder ein deutlicher Gewinn ist. Mayer zählt in seinem sehr kurzen Beitrag als Synonyme den Stettiner, Paradies, Adamsapfel, Hardy, Rostocker und Annaberger auf. Alles weitere über den früher sehr beliebten Apfel ist im Beitrag zum Roten Stettiner nachzulesen.

AdT: Reinette de la Rochelle (07.12.2018)

Historische Abbildung  zweier grüner Äpfel, die dünne rötliche Streifen zeigen; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Reinette de la Rochelle ; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, der Reinette de la Rochelle, ist es etwas verwirrend, daß sie beim BUND Lemgo als Rivière-Apfel abgelegt ist. Der Rivière scheint mir nach der Beschreibung im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) von Gustav v. Flotow (1789-1864) schon farblich anders zu sein als unser Kalender-Apfel, nämlich Ledergelb mit einem Überzug von Karminrot. Also halte ich mich an die Beschreibung, die von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet gegeben wurde.

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AdT: Leckerbissen – don’t judge an apple by its skin (06.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten Apfels; Bund Lemgo

Leckerbissen; ©BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Leckerbissen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob Aussehen und Name wirklich zusammenpassen. Die Abbildung stammt aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Die Sorte kam 1860 aus den Niederlanden, dort heißt sie Lekkerbeetje, in Frankreich wurde das zum Friesischen Apfel, dem Pomme Friandise.
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AdT: Black Apple – Erntezeit (05.12.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Black Apple; ©USDA

Es kommt mir gerade so vor, als würde ich die Ernte des Apfeljahrs einholen. Der heutige Apfel des Tages ist der Black Apple, 1904 von Elsie Lower im La Grange County, Indiana, gefunden. Neben dem Black Ben, dem Black Oxford und dem Hoover, der auch Black Coal heißt, hatten wir hier schon den Black Jersey. Und das dürfte unser heutiger Apfel sein. Der Black Apple ist nach Creighton Lee Calhoun der ursprüngliche Name des Jersey Black. Daher verweise ich schnell auf den früheren Beitrag und auf die ganz interessante Biographie der heutigen Künstlerin.

Gefunden habe ich noch einen „Besuch“ bei der Black Apple Cidery, bei dem ganz schön die Produktion und die Vielfalt der Cider-Welt gezeigt wird.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Englischer Winterquittenapfel (04.12.2018)

Historische Abbildung eines gelben Apfels; Bund Lemgo

Englischer Winterquittenapfel; ©BUND Lemgo

Der Name des heutigen Apfels des Tages klingt wieder interessant: Englischer Winterquittenapfel. Das Jahr begann ja schon mit dem Decarie, der einen quittenartigen Geschmack hatte. Und zwischendurch gab es auch einen „Quince“, was das englische Wort für Quitte ist. Die Geschmacksrichtung „Quitte“ gibt es häufiger, als ich mir das vorgestellt hätte. Allerdings verdankt der heutige Apfel seinen Namen dem Aussehen, das die Abbildung aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, erschienen 1833) gut belegt.

Der Englische Winterquittenapfel ist identisch mit dem Winterquittenapfel, stammt aus England und hattte sich im 19. Jahrhundert in Deutschland ziemlich verbreitet.

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AdT: Reinette von Breda – viele schöne Bilder (03.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Renette von Breda; ©BUND Lemgo

Montags ist es ja eh meist hektisch. Da paßt es gut, daß wir den heutigen Apfel des Tages schon mal hatten. Die Reinette von Breda war mit ihrem Synonym Nelguin schon im Mai ein Apfel des Tages – auf den Eintrag verweise ich also einfach.

Ganz schön kann bei dem heutigen Apfel die Vielfältigkeit der Abbildungen gesehen werden. Beim BUND Lemgo gibt es zehn verschiedene.

Aus diesem Anlaß noch mal mein herzlicher Dank an die Seitenbetreiber, ohne ihre Arbeit wäre dieser Blog gar nicht möglich, und mit dem Bild- und Textbestand bereichern sie neugierige Menschen wie mich ungemein.

AdT: Dittrichs Winterrosenapfel – eine schöne Geste (02.12.2018)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; bund lemgo

Dittrichs Winterrosenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist Dittrichs Winterrosenapfel, der in Thüringen schlicht Winterrosenapfel, Cardinal, Winter-Cardinal oder Rosen-Cardinal genannt wurde. Adrian Diel (1756-1839) hatte ihn dann nach Johann Georg Dittrich (1783-1842) benannt – was eine schöne Geste ist.

Dittrich war Pomologe und Koch, was ich bisher als Kombination noch nicht gesehen habe. Er hatte unter anderem als Hofküchenmeister für die herzögliche Familie Sachsen-Gotha-Altenburg gearbeitet, bedeutender waren aber seine Bücher über den Obstanbau. Angeblich wurden seine Methoden noch bis in die 1920er Jahre als Grundlagen gelehrt.

Die Abbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878), an dessen Beschreibung ich mich auch halte.

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