Der heutige Apfel des Tages, der Close Seedling, ist leider auch wieder ein Unbekannter. Wenn auch ein viel gemalter. Es gibt bei der Suche zehn Treffer beim USDA, die sich zum Teil in Form und Farbe sehr unterscheiden. Sie wurden auch in sehr unterschiedlichen Regionen angebaut, die Anbaugebiete reichen von
Riley County, Kansas, über Prince Georges County, Maryland, Bennington County, Vermont, bis eben nach Chico, Butte County, California,
Nicht, daß ich es für unmöglich hielte, es könne auch „Stiefel-Äpfel“ geben. Aber der heutige ist dann doch der Brühler Grüne Kurzstiel (oder nur Brühler Kurzstiel). Die Abbildung stammt aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) im 2. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 9f, erschienen 1842). Er beschreibt die Sorte recht ausführlich.
Der platt-runde, ansehnliche Brühler Grüne Kurzstiel ähnelt in der Form dem roten Königlichen Kurzstiel, ist aber deutlich größer.
Der heutige Apfel des Tages ist der Scarlet Beauty, die Abbildung hat Elsie Lower 1909 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt. Der Apfel, der der einzige in der Sammling ist, stammte laut Datenbank aus dem St. Lawrence County im Bundesstaat New York. Allerdings lese ich auf der Abbildung Steuben County, der ebenfalls im Staat New York, aber doch etwas entfernter liegt.
Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.
Der heutige Apfel des Tages ist der Gravensteiner, der auch als Blumenkalvill, Paradiesapfel und Sommerkönig bekannt ist. Die Abbildung stammt aus Band 1 (Äpfel) von „Unsere besten deutschen Obstsorten“, der zwischen 1914 und 1930 in sechs Auflagen erschien.
Alles weitere zum Gravensteiner bitte im früheren Beitrag nachlesen.
Ich wünsche einen guten Start in den August – so langsam kommen ja auch die ersten Äpfel der neuen Ernte(n) an die Obststände.
Der heutige Apfel des Tages, der Great Bearer, wurde 1894 für die Pomological Watercolor Collection des USDA gezeichnet, der Apfel kam aus Shiremanstown im Cumberland County, Pennsylvania. Und das ist leider auch schon alles, was ich über den Apfel in Erfahrung bringen konnte. Weder im 2. Band der Apples of New York noch in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ ließ sich etwas finden, auch Tom Burford hat nichts in seinem Buch„Apples of North America: 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ vermerkt. Wobei ich den Namen „Guter Ertragbringer“ eh etwas nichtssagend finde.
Aber da heute Sonntag ist, nutze ich den mal als Ruhetag.
Die Künstlerin
Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.
Der heutige Apfel des Tages ist der Hoskreiger Apple, die Abbildung stammt, wie an der ungewöhnlichen Text-Bild-Gestaltung zu erkennen ist, aus The Fruitist, zu dem ich schon ein bißchen geschrieben hatte und der um 1852 von Benjamin Maund (1790-1863) veröffentlicht wurde.*. Der Name des Apfel ist etwas ungewöhnlich. Maund beginnt seine Beschreibung damit, daß es sich um einen damals neu eingeführten Apfel vom europäischen Kontinent handle.
Und da scheint es mir nicht weit hergeholt, daß bei dem Namen ein Übertragunsfehler aufgetreten war und die Sorte mit der gestern hier besprochenen Champagner-Renette identisch sein könnte, die im süddeutschen Raum auch „Loskrieger“ hieß. Die platte Form hat schon mal Ähnlichkeiten.
Also mal sehen, was Maund sonst über die Sorte zu berichten weiß.
Lauche schreibt, daß über Entstehung der Sorte nichts genaueres bekannt, die Sorte aber deutschen Ursprungs sei. Er belegt dies nicht weiter, weist nur auf eine starke Verbreitung in Süddeutschland hin, wo sie auch als Loskrieger bekannt sei; Adrian Diel (1756-1839) hatte sie 1799 zuerst und unter diesem Namen beschrieben.
Darüberhinaus gibt es noch zahlreiche andere Synonyme:
Der heutige Apfel des Tages ist der Small Red Siberian, die Abbildung stammt aus Band 2 der 1905 erschienenen Apples of New York. An der Abbildung ist schon zu sehen, daß es sich um einen Holzapfel (Crab Apple) handelt. Davon gibt es zahlreiche Varianten, im Buch selbst wird der Apfel als „Red Siberian“ geführt.
Etwas irritierend finde ich die Angabe zur Herkunft: Frankreich – ? Die Frucht ist, wie bei allen Holzäpfeln, klein und wächst in Büscheln. Die glatte Schale ist in der Grundfarbe blaßgelb gestreift und mit einem lebhaften Rot überzogen.
Das Fruchtfleisch hat eine leichte Säure, ist adstringierend und gut für die Verwendung in der Küche geeignet. Saison ist im September und Oktober.
Vom heutigen Apfel des Tages, dem Purpurroten Cousinot, habe ich noch nie gehört. Umso überraschter war ich, als ich in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo zahlreiche Abbildungen entdeckte. Die Kalender-Abbildung stammt aus Wilhelm LauchesDeutscher Pomologie, die von 1879 bis 1884 in 6 Bänden erschien.
Die Sorte ist vermutlich deutschen Ursprungs und war in der Provinz Brandenburg und Hannover am meisten verbreitet. In Trier wurde sie 1874 bei der 7. Versammlung deutscher Pomologen unter die 50 zu empfehlenden Sorten aufgenommen. „AdT: Purpurroter Cousinot (27.07.2022)“ weiterlesen
Jakob Gustav Pfau-Schellenberg (1815-1881) beschreibt im Band „100 alte Apfel- und Birnensorten“ den heutigen Apfel des Tages, den Süßen Pfaffenapfel. Der mir mit seinen fünf ausgeprägten Rippen sehr gut gefällt.
Pfau-Schellenberg kann keine Herkunft nachweisen. Da die Sorte sich in den Kantonen Bern, Basel und Solothurn findet und besonders häufig im Gebiet von Olten bis Solothurn, wird angenommen, daß die Sorte dort entstanden ist. Beim Obstsorten.net legt man sich auf das Jahr 1868 und den Kanton Aargau fest. In der Schweizer Nationalen Datenbank werden auch noch heute Bäume dieser Sorte nachgewiesen, dort gibt man „vor 1786 “ als möglichen Entstehungszeitraum an. „AdT: Süßer Pfaffenapfel – Hop, Schwyz! (26.07.2022)“ weiterlesen