AdT: Weißer Sommerkalwill (25.07.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo

Weißer Sommerkalwill; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Weiße Sommerkalwill, die Abbildung stammt aus der Pomona Franconica von Johann Prokop Mayer (1737-1804), die im Blog nach längerer Zeit mal wieder zu sehen ist.

Im Blog hatte ich bereits den Wahren Weißen Sommercalville, das „Wahre“ deutete schon damals auf weitere Varietäten hin.
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AdT: Sweet Bough – die einen sagen so … (24.07.2022)

Historische Abbildung eines gelblichen Apfels mit Zweig und Blättern; USDA

Sweet Bough; ©USDA

Mit dem heutigen Apfel des Tages gibt es mal wieder eine Sorte mit vielen Synonymen: Der Sweet Bough heißt auch

Large Yellow Bough, Sweet Harvest, Bough, Early Sweet Bough, Washington, August Bough, August Sweeting, Boughsweet, Bow, Cane Mash, Early Sweet, Early Sweetheart, July Bough, Large Bough, Large Early Bough, Large Sweet Bough, Niack Pippin, Pound’s July, oder Yellow Bough.

Puh. Royal Charles Steadman hat ihn 1919 für die Pomological Watercolor Collection des USDA festgehalten, der Apfel stammte aus dem Van Buren County, Michigan.

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AdT: King David (23.07.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
King David; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der King David, den Mary Arnold 1915 für die Pomological Watercolor Collection des USDA festgehalten hat. Das Exemplar stammte aus dem Frederick County in Virginia. Insgesamt gibt es in der Sammlung elf Abbildungen aus den Jahren 1906 bis 1931.

Die Sorte wurde 1893 als wilder Sämling auf der Farm von Ben Frost im Washington County, Arkansas, entdeckt. Als ein Elternteil gilt der Jonathan, für den anderen Teil werden der Arkansas Black oder der Winesap angenommen. 1902 wurde der King David von der bedeutenden und auch heute noch existierende Stark Brothers Nursery aus Missouri auf dem Markt eingeführt – leider verkaufen sie ihn heute nicht mehr.
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AdT: Peasgood Nonesuch – sehr international (22.07.2022)

Historische Abbildung eines grünlich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Peasgood Nonesuch; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Peasgood Nonesuch, den Royal Charles Steadman 1926 für die Pomological Watercolor Collection des USDA zeichnete, das Exemplar stammte von der Versuchsstation in Rosslyn im Arlington County, Virginia. Es gibt dort noch drei weitere Abbildungen, die alle deutlich mehr rote Färbung zeigen.

Die Sorte hat eine Viezahl von Synonymen:

Gold-Reinette von Peasgood, Goldreinette von Peasgood, Nesravnennoe, Nesravnennoe Pisguda, Niezrdwnane Pisguda, Non Pareille de Peasgood, Peasgood, Peasgood Nonesuch, Peasgood Nonsuch, Peasgood Parotlanja, Peasgood’s Goldreinette, Peasgood’s Goldrenette, Peasgood’s None Such, Peasgood’s Nonesuch, Peasgood’s Sondergleichen, Peasgood’s Unvergleichlicher, Peasgoodova, Peasgoods Goldrenette, Peasgoods Sondergleichen, Reinette dorTe de Peasgood, Reinette Peasgood Nonsuch, Renet auriu de Peasgood, Renet (zolotoi) Pisguda, Sans, Sans Pareil de Peasgood, Sans Pareille de Peasgood, Sans Pareille Peasgood, Sanspareille de Peasgood, Sanspareille Peasgood

Tatsächlich handelt es sich auch um keine US-amerikanische Sorte, und es scheint, daß sich er Peasgood auch in Europa weit verbreitet hat. Daher halte ich mich hier auch stark an eine deutsch Beschreibung.
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AdT: Hartapfel (21.07.2022)

Historische Abbildung eines grünlichen, eines rötlichen, eines aufgeschnittenen Apfels sowie eines stilisierten Blattes; BUND Lemgo

Hartapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Hartapfel, es gab im Blog bereits den Roten Hartapfel. Die Abbildung stammt aus Band 1 (Äpfel) von „Unsere besten deutschen Obstsorten“, der zwischen 1914 und 1930 in sechs Auflagen erschien.

Es handelt sich um eine Lokalsorte aus der Gegend von Wetzlar, die besonders in der Stadt Wetzlar sehr verbreitet war. Sie wird dort auch Eckbepler genannt, die Sorte gibt es auch heute noch, wie einem Artikel aus dem Herbst 2021 zu entnehmen ist. Die Sorte wurde erstmals 1913 durch den Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar erwähnt, die Erstbeschreibung gab es 1923 in „Unsere besten deutschen Obstsorten“.
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AdT: Parry White – da ist Musike drin (19.07.2022)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Parry White; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Parry White, Royal Charles Steadman schuf im August 1923 für die Pomological Watercolor Collection des USDA die einzige Abbildung. Der Apfel stammte wieder einmal von Versuchsstation in Rosslyn im Arlington County, Virginia.

Bei dem Namen und nur einer Abbildung hatte ich wenige Informationen erwartet, aber in Band 2 der Apples of New York gibt es tatsächlich eine längere Beschreibung. Die Sorte ist auch als Imperial White, Superior White oder White Apple bekannt.

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AdT: Dinwiddie (18.07.2022)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Dinwiddie; © USDA

Über den heutigen Apfel des Tages, den
Dinwiddie, der auch „Dinwiddie’s Seedling“ heißt, habe ich leider nicht viel herausgefunden. Die Abbildung wurde von Amanda Almira Newton 1921 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt; der Apfel selbst kam von der kanadischen Versuchsstation Kentville in Nova Scotia.

1864 soll ein Soldat der Konföderierten von North Carolina einen Sämling in Dinwiddie County, Virginia, gefunden haben. Der 1752 gegründete County wurde nach dem britischen Kolonialbeamten Robert Dinwiddie (1693-1770) benannt.

Interessanterweise findet sich in den Descriptive catalogues der Franklin Davis Nursery Co. aus den Jahren 1898 und 1900 ein Hinweis auf einen Dinwiddie’s Seedling No.2, der „beobachtet“ werden sollte, weil er möglicherweise eine interessante Sorte sei. In späteren Katalogen der Baumschule habe ich keine weiteren Einträge gefunden.

So gibt es mit dem Dinwiddie in diesem Blog einen weiteren unbekannten Apfel.

Die Künstlerin

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Und sonst:

Wie die Erwähnung des Finders, ein Soldat der Konföderierten, schon ahnen läßt, gab es auch im Dinwiddie County eine Schlacht während des Amerikanischen Bürgerkriegs: Die Schlacht am Five Forks war die entscheidende Schlacht des Appomattox-Feldzugs.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Großer Böhmischer Sommerrosenapfel (17.07.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels mit Ast und Blatt; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Großer Böhmischer Sommer-Rosenapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Große Böhmische Sommerrosenapfel, findet sich in
Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 1. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 80f, erschienen 1833). Lexa selbst nennt ihn nur Großer böhmischer Rosenapfel. Wir haben damit den dritten im Bunde der Sommer-Rosen: zuvor gab es bereits den Pfirsichroten und den Roten Sommer-Rosenapfel.

Lexas Beschreibung fängt bei der Form schon mal interessant an: „Die Form ist vollkommen plattrund und käsförmig – das hat er aber wohl von Adrian Diel (1756-1839) übernommen, der auch die Bezeichnung „Großer Böhmischer Sommer-Rosenapfel“ eingeführt hatte.
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AdT: Kemp – aus Irland? (16.07.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Kemp; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Kemp, die Abbildung stammt aus der Pomological Watercolor Collection des USDA. Sie wurde 1914 von „M. Strange“ angefertigt, der Apfel stammte aus Hedgesville im Berkeley County, West Virginia.

Leider habe ich zu der Sorte nicht viel gefunden. In der britischen National Fruit Collection (NFC) gibt es einen Hinweis auf die Sorte: Demnach stammt sie aus dem County Armagh in Irland, wo sie seit 1837 bekannt sei, ein Synonym ist „May Bloom“. Die Sorte wurde sowohl als Küchen- wie auch als Dessertapfel verwendet. Das Foto bei der NFC deutet darauf hin, daß es immer noch Bäume geben könnte. Und tatsächlich findet sich z.B. bei der Heritage Fruit Tree Nursery im nordwestlichen County Leitrim der Kemp im Angebot.

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