AdT: Golden Ball – irgendwie divers (15.11.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Golden Ball; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages scheint wieder eine vergessene Sorte zu sein. Kein Hinweis auf den Golden Ball in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, nichts in Tom Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“. Und auch kein Hinweis im 2. Band der Apples of New York.

Die Abbildung im Kalender hat Amanda Newton 1905 im Multnomah County, Oregon, angefertigt. Sie hat noch einiges auf dem Blatt vermerkt, was mir aber nicht half. Bei der Pomological Watercolor Collection des USDA gibt es aber auch noch den englischen Devonshire Golden Ball, den Deborah Passmore schon 1901 im kanadischen Ontario gezeichnet hatte.

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Devonshire Golden Ball; ©USDA

Und da sich beide Abbildungen in der unregelmäßigen Form ähneln, vermute ich, daß vielleicht versucht wurde, einen amerikanischen Golden Ball zu züchten, der sich aber nicht durchgesetzt hatte.

Es fand sich dann noch bei der Maple Valley Orchards ein Hinweis auf den Golden Ball:

Origin: Unknown

Ripens: October
Uses: Baking, Eating, Pies, Sauce
Large, round, yellow fruit with some russeting. Fair keeper, strong grower, and annual bearer.

Und dann stieß ich auf Cary Fowler und auf das Projekt Svalbard Global Seed Vault, bei dem in Spitzbergen ein großes Archiv von Samen angelegt wurde, um diese für die Zukunft zu sichern. Über das Projekt gibt es einen Film, der Cary Fowler in den Fokus rückt: The Seeds of Time. Und Fowler hat auch einige TED Talks gehalten, z.B. One seed at a time, protecting the future of food.

Es gibt zudem eine sehr große und informative Seite zum Crop Trust, bei dem Fowler von 2007 bis 2012 im Vorstand war, und der sich den Erhalt der Biodiversität ebenfalls auf die Fahnen geschrieben hat. Und von dort aus kann dann zum Thema Biodiversität, wozu ja auch der Erhalt alter Apfelsorten zählt, stunden-und tagelang weitergelesen werden.

Die Künstlerinnen

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war ebenfalls Illustratorin des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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