AdT: Api Étoilé – mehr Schein als … (20.05.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Der Sternapfel, aus Johann Prokop Mayers „Pomona Franconica“; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist in Deutschland als Sternapfel oder Sternapi bekannt. Und ist mal ganz was anderes. Die Überschrift im Schweizer Wochenspiegel drückt es unmißverständlich aus: „Der Apfel sieht besser aus, als er schmeckt“. Aber einer so alten Apfelsorte verzeiht man das: Angeblich stammt dieser Apfel aus der Römerzeit!
„AdT: Api Étoilé – mehr Schein als … (20.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Weißer Astrachan (19.05.2022)

Historische Abbildung zweier gelblicher und eines aufgeschnittenen Apfels, dazu ein stilisiertes Blatt; BUND Lemgo
Weißer Astrachan; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Weiße Astrachan, die Abbildung stammt aus dem Band Unsere besten Deutschen Obstsorten, der 1929 in der 6. Auflage erschien. Die Sorte war in Deutschland recht bekannt, die Abbildungen beim BUND Lemgo sind eine Augenfreude.

Der Apfel stammt, wie sein Name schon vermuten läßt, aus Rußland und fand selbst in Skandinavien Verbreitung. Er wurde als früh im Jahr reifer Apfel sehr geschätzt, Eduard Lucas (1816-1882) nennt ihn 1867 einen guten Tafel- und sehr guten Wirtschaftsapfel. Um 1930 war, wie es in „Unsere besten Deutschen Obstsorten“ heißt, der Anbau in Deutschland allerdings schon rückgängig, da andere Sorten deutlich besser waren – z.B. der Weiße Klarapfel.

Die geschmeidige Schale des Weißen Astrachans hat einen feinen Duft. Sie ist strohweiß, auf der Sonnenseite kann sich eine blassrote Färbung mit karminroten Streifen zeigen.

Das sehr feine, weiche Fruchtfleisch ist schneeweiß, im Laufe der Reifung sogar glasartig durchscheinend. Weshalb die Sorte im Französischen auch „Pomme de Glace“ genannt wird. Und einen Eisapfel hatten wir hier ja auch schon mal. Der Geschmack des saftigen Apfels ist weinsäuerlich. rosenapfelartig gewürzt, hat nur wenig Süße.

Er kann ab Ende Juli direkt vom Baum gegessen werden, hält dann höchstens bis Ende August. Lagerbar ist der Apfel nicht, weil er dann mehlig wird.

Und sonst:

Astrachan: Die Stadt an der Wolga wurde zu meiner Überraschung u.a. von Paul Fleming und von Grimmelshausens Simplicissimus erwähnt. Da werde ich wohl mal etwas weiter lesen. Hier sei nur schnell ein Detail von Fleming erwähnt:

„Nur wer mit bestimmten Signalworten der alchemistischen Tradition vertraut war, konnte das eigentliche Motiv erkennen, warum sich Fleming unbedingt der Reise anschließen wollte: mehr über das in Persien vorhandene galenische medizinische Wissen herauszufinden – das mit Reisen nach Spanien oder Sizilien wegen der geistigen Verheerungen durch die Inquisition nicht mehr zu erlangen war, um die daheim grassierenden Infektionskrankheiten Pest und Syphilis bekämpfen zu können (…)“ (Wikipedia)

AdT: The Queen (18.05.2022)

Historische Abbildung eines gelblichen Apfels mit roten Streifen; Gartenbau-Bibliothek e.V.

The Queen; © Deutsche Gartenbaubibliothek e.V.

Der heutige Apfel des Tages ist The Queen, die sehr schöne Abbildung stammt aus dem 1892 erschienenen Band 38 der Pomologischen Monatshefte (S. 101). Diese wurden 1855 von den Pomologen Eduard Lucas (1816-1882) und Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) als „Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau“ (1855-1865) gegründet. Sie hießen später „Illustrierte Monatshefte für Obst- und Weinbau“ (1865-1874), eben „Pomologische Monatshefte“ (1875-1905) und „Deutsche Obstbauzeitung“ (1906-1922).

Zum Apfel gibt es auch eine ausführliche Beschreibung, die der in Baden-Baden lebende Großherzogliche Hofgärtner G. H. Fießer geschrieben hatte.

„AdT: The Queen (18.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Braunrother Himbeerapfel (17.05.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; Deutsche Gartenbaubibliothek e.V.
Der Braunrote Himbeerapfel; © Deutsche Gartenbaubibliothek e.V.

Der heutige Apfel des Tages ist der Braunrote Himbeerapfel, die Abbildung stammt aus Band 1 des Deutschen Obstcabinets (S. 170 ff.) von Christian Eduard Langethal (1806-1878).

Die Sorte ist eine der synonymträchtigen: Sie ist auch als (Danziger) Kantapfel, Bentleber Rosenapfel, Großer Roter Herbstfaros, Roter Liebesapfel oder Florentinerapfel bekannt. Und eben zum Mela Fiorentina gab es hier schon eine ausführlichere Beschreibung.

Interessant ist vielleicht noch, daß Langethal in seiner Beschreibung keinen weiteren Namen nannte.

AdT: Schöner von Boskoop (16.05.2022)

Historische Abbildung eines gelben, rötlich gestreiften und eines aufgeschnittenen Apfels sowie ein stilisiertes Blatt; BUND Lemgo

Der Schöne von Boskoop; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist ein echter Klassiker, und ich bin überrascht, daß die Sorte hier erst jetzt auftaucht: der Schöne von Boskoop*. Die Abbildung stammt aus Band 1 von Unsere besten deutschen Obstsorten, der 1929 in der 6. Auflage erschien und 52 Apfelsorten beschreibt.

Der niederländische Pomologe Kornelis Johannes Wilhelm Ottolander** (1822-1887), der im Dorf Boskoop lebte, hatte 1856 dort den Zufallssämling entdeckt und veredelt. Ab 1863 verbreitete sich die Sorte weitläufig, und sie kann wohl noch heute zu den häufig angebautenen alten Sorten gezählt werden – was auch an der Vielzahl der Abbildungen beim BUND Lemgo abzulesen ist. In Deutschland wird sie auch gern als „Boskop“ angeboten.
„AdT: Schöner von Boskoop (16.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Gelber Edelapfel (15.05.2022)

Historische Abbildung von gelblichen Äpfeln mit Ast und halbierten Äpfeln; BUND Lemgo

Der gelbe Edelapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Gelbe Edelapfel. Die sehr schöne Abbildung stammt aus dem Band Deutschlands Obstsorten.

Die Sorte, die um 1820 als Zufallssämling in Norfolk gefunden wurde, war in Europa sehr verbreitet, was sich auch an der Vielzahl von Abbildungen zeigt, die es bei der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo gibt.

Und auch in diesem Blog habe ich die Sorte schon beschrieben, daher bitte hier entlang.

AdT: Leckerbissen (14.05.2022)

Historische Abbildung eines länglichen gelblich-roten Apfels mit langem Stiel; Bund Lemgo
Ein Leckerbissen ; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Leckerbissen – zu dieser Sorte gab es schon einen Beitrag im Blog. Wegen der sehr speziellen Form des Apfels, der im 1. Band der „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 9ff, erschienen 1833) von Johann Lexa von Aehrenthal (1777-1845) zu finden ist, doppel ich den Leckerbissen.

Und gebe hier zum Vergleich auch Teile der Beschreibung wieder.

„AdT: Leckerbissen (14.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Reinette Franche (13.05.2022)

Historische Abbildung eines grünen Apfels mit zahlreichen Pünktchen; Real Jardin Botanico

Reinette Franche; © Biblioteca Digital del Real Jardin Botanico de Madrid

Der heutige Apfel des Tages ist die Reinette Franche. Die Abbildung stammt aus dem 6. Band der Traité des arbres et arbustes (Nouvelle édition), die der französische Jurist, Chemiker, Ingenieur und Botaniker Henri Louis Duhamel du Monceau (1700-1782) verfaßt hatte und die 1815 nach seinem Tod eben als neue Ausgabe erschien. Erfreulicherweise können alle Bände bei der Biblioteca Digital del Real Jardin Botanico de Madrid eingesehen werden.
„AdT: Reinette Franche (13.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Buncombe – und die Gärten der Kindheit (12.05.2022)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Der Buncombe, 1910 von Elsie E. Lower in Raleigh, Wake County, North Carolina illustriert; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages hat einen lustigen Namen: Buncombe bedeutet „Nonsense“, das wohl aus dem US-amerikanischen Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts stammt. Um 1900 scheint es die Sorte noch häufiger in den USA gegeben zu haben, immerhin gibt es bei der Pomological Watercolor Collection sechs Abbildungen dieses Apfels. Sonst habe ich im Internet kaum etwas gefunden, aber …
„AdT: Buncombe – und die Gärten der Kindheit (12.05.2022)“ weiterlesen

AdT: Sternapfel (11.05.2022)

Historische Abbildung eines gelben Apfels mit eine rötlichen Stelle; BUND Lemgo
Sternapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Sternapfel, die Abbildung stammt aus den Pomologischen Monatsheften, die 1855 von den Pomologen Eduard Lucas (1816-1882) und Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) als „Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau“ (1855-1865) gegründet wurden. Sie hieß später „Illustrierte Monatshefte für Obst- und Weinbau“ (1865-1874), eben „Pomologische Monatshefte“ (1875-1905) und „Deutsche Obstbauzeitung“ (1906-1922).

Die Sorte hatte ich im Blog schon ausführlicher (und mit der mir besser gefallenden Abbildung aus der Pomona Franconica) beschrieben, daher bitte hier entlang.