AdT: Grosser Rother Zizenapfel (21.02.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels; BUND Lemgo

Der Grosse Rothe Zizenapfel nach Johann Prokop Mayer; ©BUND Lemgo

Noch leicht angeschlagen, versuche ich es mal wieder mit dem Apfel des Tages. Der Name ist ja ziemlich, ähm biologisch. Johann Prokop Mayer (1737-1804) nennt in Band III (PDF, S. 88f) seiner Pomona Franconica Synonyme:

Rother langer Bastardwinterkalwill, Rother Schlotter-*, Kardinals-, Gänse-** oder Glockenapfel.


Nach Mayer hat der Baum ein starkes Holz, allerdings braucht er dies wohl auch wegen der großen, schweren Früchte.

Die Form ist noch kegelförmiger als die der Taubenäpfel, dabei sich zur Spitze hin spindelartig verlängernd. Farblich auf der Sonnenseite bis zum dunklen Purpur reichend, zeigt er auf der anderen Seite sehr feine gelbe Streifen. Dazu soll es sehr subtile zarte weiße Punkte geben, die auf der Abbildung auch zu sehen sind.

Das Fleisch beschreibt Mayer als

weiß, unter der Haut schwach gerötet und mit roten Adern durchzogen. Es ist fein, körnig, zart, und enthält einen Saft, dessen Süßigkeit durch eine sanfte Weinsäure angenehm gemacht wird.

Um Allerheiligen reif, hält sich der Apfel bis gegen die Fastnacht hin.

………………..

*Schlotteräpfel: leitet sich aus dem „Schlottern“ oder Klappern der lockeren Kerne beim Schütteln der Frucht ab. In manchen Gegenden nennt man diese Sorten auch Glocken-, Kern- oder Klapperäpfel.

**Sehr amüsant, wie Mayer diesen Namen selbst kommentiert: „Ich sehe nicht ein, welche Ähnlichkeit dieser Apfel mit den Gänsen haben könnte, es müßten denn iene des Bruder Philipps im la Fontaine haben.“

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