AdT: Jerusalem Apfel – Teekesselchen (11.11.2018)

Historische Abbildung eines rotgelben Apfels am Zweig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Jerusalem Apfel, in diesem Fall ein Roter Winter-Taubenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist ein Jerusalem-Apfel. Davon hatten wir schon neulich einen, sogar aus dem selben Buch: dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Das war allerdings der Gestreifte Herbst-Taubenapfel – die Ähnlichkeit finde ich schon recht deutlich. Der heutige ist der Rote Winter-Taubenapfel, zu dessen weißer Variante und zu den Taubenäpfeln allgemein ich schon im Januar etwas geschrieben hatte.

Der Rote Winter-Taubenapfel ist eine Frucht II. Rangs, die zu den länglichen Rosenäpfeln gehört. Nach Langethal ist die Schale in der Farbe sehr wechselnd, von Hellrosa über Rosa mit dunkleren, kurz abgesetzten Streifen bis zu Karmin mit kurz abgesetzten Streifen kommt alles vor. Dazu kommen braune Punkte, zuweilen auch einige Rostflecken.

Langethal gibt wegen der Farbvarianten eine andere Möglichkeit zur Unterscheidung an: Als Taubenapfel ist er durch das vierkammerige Kernhaus, durch sein geschlossenes Gehäuse und durch den dünnen, in einer tiefen trichterartigen Vertiefung sitzenden Stiel erkennbar. Dadurch könne er auch vom Königlichen Täubling unterschieden werden. Es fehlen ihm auch die gelben Punkthöfe, gelbe Punkte kommen allerdings auf rotem Schalengrund vor.

Das blendendweiße Fruchtfleisch ist für den Täubling typisch, auch die leichte Röte dicht unter der Schale. Der Geschmack ist nicht ganz so gut wie bei anderen Taubenäpfeln, auch ist das Fleisch nicht ganz so saftreich. Den Namen Jerusalems-Apfel brachte ihm sein Kernhaus, dessen Kammern im Querschnitt ein Kreuz, das Wappen Jerusalems, bilden.

Der Baum trägt bald, wird nicht hoch, verlangt gute Erde und guten Stand. Die Genußreife beginnt im November und kann bis in den März reichen.

Eduard Lucas (1816-1882) ergänzt im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) um einige Hintergrundinformationen. Danach war der Apfel in Norddeutschland sehr beliebt. Allerdings hält er den Apfel im Gegensatz zu Langethal für identisch mit dem Königlichen Täubling. Die Schale ist sehr glatt, fein und wachsartig glänzend. Den Geschmack nennt er einen „sehr angenehmen, gewürzten Zuckergeschmack“.

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