AdT: Süßer Pfaffenapfel – Hop, Schwyz! (03.07.2018)

Historische Abbildung zweier gelblicher und eines aufgeschnittenen Apfels sowie ein Zweig und Blätter; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Süßer Pfaffenapfel; ©BUND Lemgo

Jakob Gustav Pfau-Schellenberg (1815-1881) beschreibt im Band „100 alte Apfel- und Birnensorten“ den heutigen Apfel des Tages, den Süßen Pfaffenapfel. Der mit seinen fünf ausgeprägten Rippen mir sehr gut gefällt.

Pfau-Schellenberg kann keine Herkunft nachweisen. Da die Sorte sich in den Kantonen Bern, Basel und Solothurn findet, und besonders häufig im Gebiet von Olten bis Solothurn, wird angenommen, daß die Sorte dort entstanden sei. Beim Obstsorten.net legt man sich auf das Jahr 1868 und den Kanton Aargau fest. In der Schweizer Nationalen Datenbank werden auch noch heute Bäume dieser Sorte nachgewiesen, dort gibt man als zweiten möglichen Entstehungszeitraum vor 1786 an.

Eine feine, weißgelbe, beim Abreiben wachsglänzende Schale bedeckt den Apfel. Es gibt nur wenige, undeutliche Punkte, Rostwarzen finden sich dagegen häufiger.

Das weiße, lockere Fruchtfleisch ist mäßig saftig, aber von angenehm süßem Geschmack. Im Oktober geerntet, kann er gleich gegessen oder verarbeitet werden. Besonders zum Kochen und Dörren eignet er sich sehr gut. Er läßt sich allerdings auch recht lange lagern: Bis bis Juni und Juli ist dies möglich; Ende Januar kann eine leichte Stippigkeit auftreten, die den Geschmack aber nicht beeinflußt.

Wie bei anderen Sorten ist auch beim Süßen Pfaffenapfel die recht späte Blüte – Mitte bis Ende Mai – wohl einer der Gründe für den hohen Ertrag der Bäume. So berichtet er von einem Gut, auf dem die Sorte unter mehreren hundert die ertragreichste sei.

Woher nun der „Pfaffe“ im Namen stammt, wüßte ich schon gern. Ob es eine Sorte war, die besonders in den Hausgärten der Kirchenmänner angepflanzt wurde, oder aus einem Kloster stammt?

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