AdT: Arkansas Black (11.04.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines rot-gelb-gesprenkelten Apfels; USDA

Der Arkansas Black; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Arkansas Black. Arkansas war ein sehr wichtiges Obstanbaugebiet, worüber ich schon etwas ausführlicher im Beitrag zum Arkansas Red etwas geschrieben hatte. Außerdem gibt es einen Beitrag zum Arkansas Beauty.

Die Abbildung hatte Royal Charles Steadman 1921 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt, der Apfel stammte von der Versuchsstation Rosslyn im Arlington County, Virginia. In der USDA-Sammlung gibt es
insgesamt sechs Abbildungen, die aus den Jahren von 1895 bis 1921 stammen. Was schon andeutet, daß die Sorte wichtig war. Und die Sorte wird heute noch angebaut, wie ein begeisterter Beitrag in Adams Apfel-Blog zeigt; in Creighton Lee Calhouns Buch „Old Southern Apples“ ist zu lesen, daß die Sorte auch heute noch in Baumschulen erhältlich ist.


In den Protokollen der Versuchsstation taucht die Sorte auf, ich nehme hier aber den ausführlicheren Eintrag zum Arkansas Black aus Band 1 der Apples of New York.

Da wird gleich mal groß aufgefahren: „Der Arkansas Black ist einer der schönsten Äpfel.“

Der Arkansas Black stammt aus dem Benton County in Arkansas; in den meisten Quellen findet sich die Obstplantage von einem Mr. Brattwait oder Brathwaite in der Nähe von Bentonville. Die ersten Früchte gab es um 1870. Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ erwähnt, daß die Sorte möglicherweise vom hier auch schon beschriebenen Winesap abstammen könnte.

Der Baum ist mäßig kräftig und hat lange, schlanke Äste. Die Rinde ist dunkelrotbraun, es gibt verstreute, runde kleine bis fast mittelgroße Lentizellen.

Die beschriebenen, angebauten Früchte sind mittelgroß oder kleiner, selten groß; dabei ziemlich einheitlich in Größe und Form, die fast rund ausfällt. Das Auge ist ziemlich klein, manchmal lippig, nicht tief, teilweise berostet; der Kelch ist ebenfalls ziemlich klein und geschlossen. Das stumpfe Becken ist sehr flach, leicht gefurcht und schwach gewellt.

Die glatte, etwas wachsartige Schale hat eine gelbe Grundfarbe, ist aber mit einem lebhaften Rot bedeckt, das sich auf der Sonnenseite zu einem Purpurrot oder fast einem Schwarz entwickeln kann. Es gibt kleine, unauffällige Punkte.

Das deutlich gelbliche Fruchtfleisch ist eher feinkörnig und sehr fest. So fest, daß Tom Burford von seinem Vater gewarnt wurde, niemandem den Apfel an den Kopf zu werfen, denn das könnte tödlich sein. Mit der Lagerung wird es allerdings deutlich weicher. Das Fruchtfleisch ist knackig und nur mäßig saftig, hat aber eine spritzig-milde Säure und wird geschmacklich als gut bis sehr gut bewertet.

Geerntet wird im Oktober, genußreif ist der Apfel ab Dezember bis April oder später, die Sorte läßt sich im Kühlhaus gut lagern. Die Sorte kann als Tafelapfel, aber auch in der Küche und für die Ciderproduktion verwendet werden.

Doch leider kommt der Autor in den Apples of New York bei allem Lob zu einem nicht so günstigen Fazit:

Der Baum ist unproduktiv und für die allgemeine Bepflanzung nicht wünschenswert.

Dabei muß bedacht werden, daß die Sorte ja eine aus dem Süden ist, daher ist die Einschätzung mit etwas Vorbehalt zu lesen, da das Klima im nördlicheren Landesteil doch anders ist und die Beurteilung von der wirtschaftlichen Sicht geprägt war.

In der Enzyklopädie von Arkansas gibt es einen eigenen Eintrag zum „Black“, in dem auch auf das industrielle Ende der Sorte eingegangen wird. In den 1920ern hatte sich der Apfelwickler in den Ozarks, einem wichtigen Anbaugebiet in Arkansas, sehr stark verbreitet, was damals zu einem intensiven Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und dadurch zur Verteuerung der Produktion führte. Als dann noch die weitere Behandlung der Früchte angeordnet wurde (wie das Waschen nach der Ernte, bevor die Äpfel in den Verkauf gingen), verteuerte sich das Obst so sehr, daß Arkansas‘ kommerzielle Obstbauern starke Einbußen erlitten, wovon sich der Obstanbau – und damit der Arkansas Black – nie richtig erholten. Doch wurde der Anteil der Sorte 2009 immerhin noch auf drei bis fünf Prozent der gesamten Apfelernte in Arkansas geschätzt.

Und bei den vielen Videos, die es bei Youtube zum Arkansas Black gibt, setze ich hier mal den Link zu den Suchergebnissen – viel Spaß beim Schauen. Und picke vorab drei kurze Videos heraus, die mir Lust auf den Apfel machen: Produce Beat: Black Arkansas Apple, Arkansas Black Apple und Arkansas Black Apple.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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